Veröffentlicht am 5. Februar 2018 In Synode 18

Lucas, Magdalena und so viele junge Menschen, denen Franziskus zuhören will

AUF DEM WEG ZUR JUGENDSYNODE, Claudia Echenique und Maria Fischer •

Wäre die Jugendsynode von Papst Benedikt XV. im Jahr 1914 einberufen worden, hätten sich die Jugendlichen der Gründergeneration Schönstatts zusammen mit ihrem erst 28 Jahre alten Spiritual, Pater Josef Kentenich, mit Begeisterung und Engagement beteiligt. Pater Kentenich glaubte an die dynamische, schöpferische Kraft der Jugend für die Entfaltung Schönstatts angesichts der Herausforderungen der Zeit, an die Kraft einer von Eigeninitiative, Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit geprägten Jugend. 

Ein Jahrhundert später möchte Papst Franziskus wirklich junge Leute hören, denn er wünscht sich eine Kirche, die mit und von ihnen her gedacht ist. Vor einem Jahr hat er die Jugendsynode unter dem Thema  „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“  einberufen, die im Oktober 2018 in Rom stattfinden wird. „Ich wollte, dass ihr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, denn ich trage euch im Herzen“, schrieb er den Jugendlichen der ganzen Welt am 13. Januar 2017.

 

Wie nehmen Jugendliche an der Bischofssynode teil?

Auf dem Weg zur Synode fragen manche, wie denn Jugendliche an der Synode teilnehmen können, die ja eine Synode von Bischöfen ist.

Mehr als man für möglich hält. Manche haben es aber vor lauter Beschäftigung mit anderen Dingen nicht mitbekommen. Die Vorbereitung hatte eine erste Phase, die aus einer Befragung der Jugendlichen weltweit bestand – online natürlich – , und die sich an Jugendliche der Kirche wie außerhalb gewandt hat. Sie endete am 31. Dezember 2017 und wurde von gut 200.000 Jugendlichen beantwortet. Im September 2017 fand in Rom ein internationales Seminar statt, bei dem Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen mit 20 Jugendlichen aus den fünf Kontinenten zusammenkamen, um Themen zu besprechen wie Jugend und Transzendenz, Projekte, Technologie, Alterität und Identität.

In einer weiteren Vorbereitungsphase hat Papst Franziskus für den 19. – 24. März zu einer Vor-Synode eingeladen, an der 300 Jugendliche teilnehmen werden, „um ihre Wünsche, Anliegen und Erwartungen“ auszudrücken, so Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Synode.

„Der Papst möchte alle Jugendlichen hören, nicht nur die katholischen oder die gläubigen, sondern alle, auch die, die sich von der Kirche entfernt oder sich ihr noch nie genähert haben“, so P. Alexandre Awi, Sekretär des Dikasteriums für die Laien, Leben und Familie, vor kurzem bei einem Kongress der Salesianer in Madrid.

Cardenal Baldisseri, Papst Franziskus,  P. Alexandre Awi „im Herausgehen“

Zwei Jugendliche aus Schönstatt bei der Vorsynode

In diesen Tagen war zu erfahren, dass sich unter den Jugendlichen, die an der Vorsynode teilnehmen, (mindestens) zwei Schönstätter befinden: Lucas Galhardo aus der Schönstattjugend Brasiliens, der bereits am Internationalen Seminar im September 2017 teilgenommen hatte und jetzt als Vertreter Schönstatts dabei ist, sowie Magdalena Hartmann aus der Schönstattjugend Deutschlands, die von der Deutschen Bischofskonferenz ausgewählt wurde.

Sie sind bei diesen fünf Tagen von Dialog, Austausch und Vorschlägen zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt, die von den Bischofskonferenzen, den Bewegungen, den orientalischen Kirchen, den Priesterseminarien und Noviziaten ausgewählt wurden. Mit dabei sind ebenfalls Delegierte aus der Welt von Schule, Universität und Kultur, Arbeit, Sport, Kunst, Voluntariat, aus der Jugend an den Rändern der Gesellschaft wie auch Jugendlichen anderer Konfessionen und Religionen wie auch Atheisten.

Aus allen auf diese Weise gesammelten Beiträgen wird das Instrumentum laboris, das Arbeitsdokument, erstellt, das die Synodenväter erhalten, um ihre Stellungnahmen bei der Versammlung im Oktober vorzubereiten.

 

Lucas Galhardo, Schönstattjugend Brasilien, beim Internationalen Seminar im September 2017

Hören, lernen, verändern

Diese Synode sollte in der Tat die Synode von Schönstatt sein! Wir sind doch mit Pater Kentenich überzeugt: Durch die Jugendlichen, durch ihre Geschichten, ihre Erfahrungen, ihre Anliegen, Fragen, Ideen, Engagements und Träume können wir alle, die wir Teil der Kirche sind und sie bilden, lernen und verändern, so wie die Weltkirche sich auch mit und durch die Jugendlichen verändert.

Denn sie verkörpern die Herausforderungen des Wandels, und in ihnen und mit ihren Erfahrungen und Geschichten wird das Evangelium der neuen Zeit geschmiedet. In ihren Herzen werden die neuen Charismen gestaltet, durch die der Heilige Geist die Kirche und Schönstatt in Sein und Sendung umgestalten will.

Für die Synode beten heißt für die Zukunft beten

Von schoenstatt.org aus haben wir bereits vor einigen Wochen die Initiative “Pray for Synod” aufgegriffen und verbreitet, ein Projekt der Piaristen zu ihrem Jubiläumsjahr, das offen ist für alle und die Unterstützung des Generalsekretariats der Synode der Bischöfe sowie Institutionen wie die CELAM, der COMECE oder UCESM, von zahlreichen Medien und katholischen Plattformen hat.

Wir laden weiterhin ein, in diesem Sinn für die Synode zu beten, vielleicht auch nicht nur im stillen Kämmerlein, und jetzt vor allem für Lucas, Magdalena und die anderen Jugendlichen, die an der Vorsynode teilnehmen.

 

 

Fotos: Dikasterium für Familie, Laien und Leben

Original: Spanisch, 5.2.2018. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

 

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