Veröffentlicht am 2016-03-30 In Was bedeutet das Jahr der Barmherzigkeit?

Barmherzigkeit: Wo Papst Franziskus und Pater Kentenich einander begegnen

P. Juan Pablo Catoggio, Generaloberer des Instituts der Schönstatt-Patres. Ein Artikel aus der Serie: Was bedeutet das Heilige Jahr der Barmherzigkeit? •

Gott, wie heißt du? Das ist die Frage, die Moses Gott vor dem Brennenden Dornbusch stellt (Ex 3, 1-8, 13-15). Gott ist das Kernthema unserer Tage, das Kernthema der heutigen Liturgie (3. Fastensonntag).

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr. Oft denken wir, Umkehr sei eine radikale, tiefe Änderung des Lebens, die eine Entscheidung verlangt, Vorsätze verlangt, Anstrengung verlangt. Und wir fragen uns, vielleicht in der Fastenzeit, was ich in meiner Seele beschneiden muss, was ich korrigieren muss, was ich ändern muss, wo ich etwas von dieser inneren Umkehr anpacken kann.

Doch die Lesungen des heutigen Tages richten unsere Aufmerksamkeit auf einen anderen Punkt. Was viel radikaler geändert werden muss, ist „unser Gott“. Nicht, dass Gott sich ändern müsste. Ändern müssen sich unser Bild Gottes und unsere Erfahrung Gottes. Und vielleicht ist das der Punkt, an dem sich die wahre Umkehr entscheidet: ob wir wirklich das Antlitz unseres Gottes finden. Das zumindest ist die Erfahrung der großen Konvertiten wie der Paulus oder Augustinus. Sie haben nicht an erster Stelle riesige Anstrengungen unternommen und ihre Lebensweise geändert. Das war nur die Folge davon, Gott entdeckt zu haben und wer Gott in ihrem Leben ist.

Wie ist dein Gott, wie ist dein Bild Gottes?

Und wie ist dieses Bild Gottes? Wir alle glauben ja an Gott. In all den verschiedenen Religionen glauben wir an Gott. Auch die Fundamentalisten aller Religionen glauben an Gott. Viele töten im Namen Gottes. In einem Fundamentalismus, der im Terrorismus endet, diskriminieren viele im Namen Gottes. Viele missbrauchen den Namen Gottes, vielleicht um die Dinge zu rechtfertigen, die in der Tat, im krassesten Gegensatz zu Gott stehen.

Wer also ist dein Gott? Wer ist dein Gott? In dieser Zeit des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit und konkret in dieser Fastenzeit haben wir hier die Einladung, zu entdecken, wer unser Gott ist. Wenn du ihn also wie Moses ehrlich fragst: „Herr, wenn du mich sendest, was sage ich wer es ist, der mich sendet? Wer bist du? Was ist dein Name?

Drei Momente, drei Namen Gottes

Und darum möchte ich meine Überlegung ausgehen lassen von der ersten Lesung aus dem Buch Exodus, dieser Erfahrung des Moses vor dem brennenden Dornbusch und im Psalm 125. Wenn wir auf die Erfahrung des Mose schauen, gibt es drei Momente, drei Namen Gottes, die, so glaube ich, drei Phasen des Wachstums unseres Glaubens entsprechen, wenn wir entdecken, wer unser Gott wirklich ist. Und davon hängt alles andere ab. Sage mir, wer dein Gott ist, und ich sage dir, wer du bist und ich sage dir, was die anderen für dich sind. Alles, unsere eigene Vorstellung vom Leben, unser Leben mit den anderen, alles hängt davon ab, wie unser Gott ist.

Und da gibt es drei Momente, drei Namen Gottes. Erinnern wir uns an die Vorgeschichte von Moses. Er war ein jüdischer Junge, der eigentlich hätte tot sein sollen, direkt nach seiner Geburt umgebracht. Allerdings war er ein süßer kleiner Junge, wie alle Babys süß sind, und die Hebamme hatte Mitleid, man versteckt ihn in einem Körbchen und setzte ihn darin im Nil aus. Die Tochter des Pharao sieht ihn und hat Mitleid; sie lässt ihn von einer Amme stillen ohne zu wissen, dass das die Mutter des Babys ist. Dann wächst er beim Pharao, einem Mann von hohem Ansehen, auf; aber auf einmal sieht er Landsleute, die von einem Ägypter misshandelt und unterdrückt werden. Er verteidigt sie und bringt dabei diesen Ägypter um. Am Tag darauf sieht er, wie Juden untereinander streiten. Er versucht, sie auseinander zu bringen, und sie sagen ihm: „Willst du uns auch umbringen?“ Da flieht er. Er erkennt, dass das durchgesickert ist und flieht. Er überquert das Rote Meer und geht in die Wüste von Midian. Da heiratet er und arbeitet als Hirte. Dort in der Wüste geschieht dann diese Geschichte: ein Dornbusch brennt, verbrennt aber nicht. Er nähert sich und hört, wie Gott zu ihm spricht. Und er ruft ihn bei seinem Namen: „Moses, Moses, zieh deine Schuhe aus, denn der Boden auf dem stehst, ist heiliges Land, ist Ort Gottes.“

Dieser Gott, der irgendwie so viel Respekt einflößt und eine gewisse Furcht, dem wir uns nicht nähern können, vor dem wir die Schuhe ausziehen müssen, um näherzutreten, dieser Gott erscheint und beruhigt Moses. Und er sagt ihm: „Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“ Es ist das Erste, was er sagt: „Der Gott eurer Väter“, der erste Name Gottes. Und dann sagt er ihm: „Ich habe mein Volk weinen und klagen gehört und habe Mitleid.“ Und darum sende ich dich, sie aus Ägypten zu befreien.“

Herr, wer bist du, wie heißt du?

Dann kommt die Frage des Moses: „Aber wer bist du?“ Wenn ich gehe und sage, dass du mich gesandt hast, wer hat mich gesandt? Wer bist du?“ Darum ist diese Seite des Buches Exodus eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Seite des ganzen Alten Testamentes, wo Gott sich offenbart. Für das Judentum zumindest ist es die Seite der Heiligen Schrift, wo Gott sich zum ersten Mal offenbart und sagt, wer er ist. Er nennt seinen Namen, einen geheimnisvollen Namen; einen fast unnennbaren Namen. So haben es die Juden immer verstanden: der Unnennbare. Weil es ein Name ist, der über uns hinausreicht, nicht irgendein Name, mit dem wir jemanden oder etwas definieren. Gott können wir nicht in ein Wort oder ein Konzept packen. Er geht darüber hinaus, entkommt unserem Denken.

So ist es ein ganz besonderer Name. Er offenbart sich: „Ich bin der ‚Ich bin‘, ich bin der, der ist.“ Und das braucht man jetzt nicht als hohe Philosophie deuten, sondern als etwas viel Konkreteres: Er ist der Gegenwärtige. Er ist der, der mit uns ist. Er ist der, der ist; er ist der, der ständige Gegenwart unter uns ist. Er ist der Gott unseres Lebens, er ist der Gott unserer Geschichte. Wir würden in unserer Sprache auch sagen, er ist der Gott der Vorsehung. Er ist der Gott, der die Klage seines Volkes hört, der uns hört. Es ist der Gott, der unsere Bitte annimmt, unsere Nöte hört, selbst wenn wir gar nicht zu ihm rufen. Es ist der, der gekommen ist, um uns zu erlösen.

Aber es ist auch der Gott der Vergebung. Und das ist die dritte Erfahrung des Mose, die schon nicht mehr in dem Text steht, den wir heute gehört haben, sondern etwas weiter. Diese erste Erfahrung des Mose setzt sich fort in der Befreiung des Volkes, der Forderung an den Pharao, es kommen die ägyptischen Plagen. Schließlich kommt der Exodus, das Volk durchquert auf wunderbare Weise das Rote Meer und ist von der Sklaverei befreit. Danach wird es durch die Wüste geführt; dort hat das Volk seine vielleicht wichtigste Begegnung mit Gott auf dem Berg Sinai. Das Bündnis vom Sinai, die Gebote, das Gesetz, das Gott seinem Volk durch Mose anvertraut. Es begründet diesen Glauben und diese Gotteserfahrung, diese Erfahrung von Erlösung, von Begegnung, von Bund, von Namen Gottes. Es begründet letztlich das religiöse Fundament des auserwählten Volkes.

Doch als Mose 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg Sinai ist und „sowieso nicht mehr herunterkommt“, da beschwert dieses Volk sich – sie waren sehr quengelig und beschwerten sich über alles – und sagt: „Und jetzt ist Mose weg und es ist schon so lange her… Machen wir uns einen anderen Gott.“ Dann machten sie das Goldene Kalb, versuchten, ihren Gott zu sehen, den sie nicht sahen und nicht sehen konnten. Und da ärgerte Gott sich sehr über das Volk. Und Moses ist zornig auf Gott. Allerdings versuchte Mose, Gott ein wenig zu beruhigen, mit ihm zu verhandeln. „Lösche dein Volk nicht aus. Schließlich und endlich ist es dein Volk. Es stimmt, sie sind dumm, aber es ist dein Volk. Hab Mitleid mit ihnen.“ Und es kommt die Vergebung, die Erfahrung der Vergebung.

Und Gott offenbart sich tiefer als je zuvor. Es ist dieser Gott, der reich an Erbarmen und Vergebung ist. Ein Gott, der langmütig und reich an Huld ist, langsam im Zürnen und reich an Vergebung für tausend Generationen (vgl. Num 14,18). Eine Definition Gottes, die wir durch die ganze Bibel hindurch finden werden, vor allem in den Psalmen (Ps 103,8 – Ps  145,8). Gott, reich an Erbarmen, reich an Huld und Güte.

Drei Erfahrungen Gottes in unserem Leben

Das sind drei Erfahrungen Gottes. Und ich lade Sie ein, unser eigenes Leben zu betrachten. In irgendeiner Weise durchleben auch wir diese drei Schritte. Wir kennen Gott als den Gott unserer Eltern, zumindest die meisten von uns. Wir haben den Glauben durch unsere Eltern, durch unsere Familie erhalten. Er ist dann in einer guten Schule oder durch andere Leute angereichert worden. Er ist der Gott unserer Eltern und unsere Großeltern, vermutlich in den meisten Fällen. Es ist der Gott, den wir empfangen haben; ein wenig so etwas wie der Gott unserer Tradition, unseres Erbes. Er ist der Gott unserer Eltern, der schon Generationen vor uns begleitet hat. Es ist der Gott, den wir in der Lehre der Kirche empfangen haben, der Gott des Katechismus.

In irgendeinem Moment, meistens in der Pubertät, sagen wir uns dann: „Jetzt will ich nicht mehr bloß deshalb in die Messe gehen, weil meine Eltern mich schicken. Irgendwann, meistens in der Pubertät, sagen wir: „Jetzt will ich nicht mehr bloß deshalb in die Messe gehen, weil meine Eltern mich schicken. Ich will nicht beichten gehen, weil ich gehen muss oder aus Verpflichtung. Jetzt will ich nicht mehr einfach dem Gott meiner Eltern und der Tradition folgen, dem Gott des Katechismus. Jetzt will ich meinen Gott entdecken. Und oft entdecken wir Jesus in einer sehr persönlichen und sehr intimen Art und entschieden uns für ihn. Jetzt wird der Gott unserer Eltern mein Gott, der Gott meines Lebens, meiner Geschichte, meiner Vorsehung, mein Jahwe. Es ist der gegenwärtige Gott, der in meinem Leben ist, der bei mir ist.

Und dann erleben wir viele Male, tausende Male, vielleicht genauso wie Israel, diese allertiefste Erfahrung, dass Gott in seiner unendlichen Liebe und seiner Barmherzigkeit auf meine eigene Kleinheit, meine Erbärmlichkeit, meine Sünde schaut. Das ist, wenn ich mit gesenktem Kopf wie der verlorene Sohn komme und um Vergebung bitte, und er mich mit der Umarmung seiner Barmherzigkeit empfängt. Und hier offenbart sich der Gott der unendlichen Barmherzigkeit. Es ist die tiefste Offenbarung unseres Gottes.

Drei Momente auf dem Glaubensweg von Pater Kentenich

Ich wage, auch eine Parallele zu ziehen zum Glaubensweg unseres Vaters und Gründers, Pater Kentenich. Denn wenn man seine Schriften im Lauf der Jahre durchgeht, dann entdeckt man auch eine Entwicklung. Die ersten Kurse in den 20er Jahren vor allem, die er Seminaristen und Priestern gab, waren sehr dogmatischen Kurse, sagen wir einmal so. Sie handelten vom uns innewohnenden Gott, von der Christusgliedschaft, der Gotteskindschaft, der Kindschaft in der Kraft des Heiligen Geistes. Natürlich handelt es sich um Akzente, sonst nichts. Aber ich würde sagen, es war etwas mehr der „Gott des Katechismus“. Das war das Bild Gottes, wie es uns die ganze Kirche lehrt. Das, was er vermittelte, was er predigte und verkündete. Immer mit einigen sehr spezifischen eigenen Nuancen, aber ich würde sagen, da lag der Akzent.

Bald danach, bereits in den dreißiger Jahren und danach kam ein für den Vater und Gründer sehr wesentlicher Aspekt dazu, und das ist der Gott der Vorsehung. Es ist der Vorsehungsglaube. Es ist der Gott meines Lebens, der Gott meiner Geschichte, der Gott, der mein Leben Schritt für Schritt führt, der eine Route und einen Kalender für mich geplant hat. Er ist der Gott, der gemeinsam mit uns Geschichte schreibt und der hinter allen Ereignissen steht. Es ist Gott Jahwe, der gegenwärtige Gott, der Gott heute, der Gott in meinem Leben und im Leben der Welt und jedes einzelnen.

Und schauen wir uns die letzte Etappe des Lebens unseres Vaters. In der Sammlung von Texten Pater Kentenichs über die Barmherzigkeit Gottes, zusammengestellt aus Anlass des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, empfehle ich Ihnen vor allem einen Brief, den Pater Kentenich 1965 am Ende des Exils, als er in Rom war, geschrieben hat. Er hat ihn als einen Weihnachtsbrief an die Familie verfasst. Darin fragt er nach der Erfahrung, die wir in all diesen Jahren gewonnen haben. Wir hätten ein neues Bild Gottes entdeckt, und damit zugleich ein neues Menschen- und Gemeinschaftsbild. Was ist das „neue“ Bild, das nicht an sich neu ist, sondern neu in Blick auf die starke Erfahrung? Es ist der Vater der unendlichen Barmherzigkeit: „Was für uns aber neu ist, das ist die außergewöhnliche Größe dieser göttlich barmherzigen Liebe.“ Das heißt, so sagt er, wir hatten immer klar, dass Gott unser Vater ist, dass Gott ein gütiger Vater ist, ein gerechter Vater ist, ein weiser Vater. Doch die grundlegende Erfahrung ist die des Gottes der unendlichen Barmherzigkeit, der uns „letzten Endes … nicht einmal so sehr – wie wir schon von Anfang der Familiengeschichte an gelehrt -, (liebt), weil wir gut und brav gewesen, sondern weil er eben unser Vater ist oder weil er uns seine barmherzige Liebe dann am reichsten zuströmen lässt, wenn wir unsere Grenzen, unsere Schwächen und Armseligkeiten freudig bejahen und als wesentlichsten Titel für die Öffnung seines Herzens und das Durchströmen seiner Liebe innewerden.“ Und das lässt uns gut sein. Es ist ein Gott, der keine Bedingungen stellt und der mich nicht liebt oder mir nicht verzeiht, wenn ich nicht dies und dies und das tue… Nein! Es ist eine bedingungslose Liebe. Er stellt keine Bedingungen. Das schafft neue Bedingungen in meinem Leben, das verändert mein Leben durch seine unendliche und absolut bedingungslose Liebe. Ohne mein Verdienst, ohne mein Tun zuerst, sondern aus seiner unendlichen Barmherzigkeit. Das ist die große Erfahrung, und ich denke, das ist die wichtigste Lehre aus diesem Jahr der Barmherzigkeit.

Der Berührungspunkt

Es ist vielleicht in diesem Punkt wo Papst Franziskus mit seinem Herzensanliegen und dieser Initiative des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit am meisten mit Pater Kentenich übereinstimmt, wo er ihm in einem gemeinsamen Anliegen, einem gemeinsamen Wunsch am tiefsten begegnet: in der Überzeugung, dass es diese Botschaft der Barmherzigkeit ist, die der heutige Mensch vor allem braucht. Und dass die Kirche vor allem Mutter sein muss, das Haus für alle, das alle aufnimmt.

Und keine Frage, das ist die Botschaft Schönstatts, das ist die Botschaft unseres Liebesbündnisses und unseres Heiligtums. Wenn Maria uns im Heiligtum etwas schenken möchte, dann ist es die tiefe Erfahrung, Kind zu sein, geliebtes, bevorzugtes und vergebenes Kind wegen dieser Vorliebe von Seiten Gottes. Wenn Maria uns im Heiligtum aufnimmt, dann möchte sie uns spüren lassen, dass der Vater uns mit seiner Barmherzigkeit umfängt. Das ist die große Erfahrung, die sie uns schenken möchte.

Das Erbe des Vaters und die Mission Schönstatts

Und das, was er uns als Erbe hinterlassen hat, hier in unserem Land (Argentinien), im Landesheiligtum, im Vater-Heiligtum, das ist diese Botschaft. Wir sprechen von der Botschaft des Vaters, von einer Mission, vom Bekanntmachen des Vaters und das natürlich auch durch seine irdischen Vertreter, denn das ist die einzige Form. Aber es ist die Botschaft des Vaters des Himmels und seiner unendlichen Barmherzigkeit. Wenn wir von dieser Vaterströmung sprechen oder dieser patrozentrischen Mission, dann geht es um diese Botschaft, die für Pater Kentenich so zentral war und die er uns als Mission anvertraut hat, ganz besonders Schönstatt und unserem argentinischen Schönstatt vielleicht noch einmal in besonderer Weise.

Ich glaube, dass es in diesem Jahr der Barmherzigkeit, des Vaters der Barmherzigkeit, darum geht, dass wir selbst uns fragen und ihn im Gebet fragen, im Gespräch mit ihm: „Herr, wie heißt du?“

Eines der neuesten Bücher, die über Papst Franziskus veröffentlicht wurde, ein ausgezeichnetes Buch im Kontext dieses Heiligen Jahres, trägt einen sehr schönen Titel, eigentlich ein Wort von Papst Benedikt XVI.: „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit.“ Dieser Gott, der Vater ist, dieser Gott, der Vorsehung ist, dieser Gott, der Barmherzigkeit ist.

Zwei Dimensionen für das Jahr der Barmherzigkeit

Und das ist der Schlüssel, um dieses Gnadenjahr zu leben und uns für das zu öffnen, was die Gottesmutter uns im Heiligtum schenken möchte. Diese Barmherzigkeit, die zuerst Erfahrung der Begegnung mit ihm ist, als verlorener Sohn, aber auch einer Barmherzigkeit, die von uns den anderen vermittelt werden soll. Darum die beiden Dimensionen. Das Motto lautet: „Barmherzig wie der Vater“. Heißt: die Barmherzigkeit des Vaters erfahren, aber um selbst barmherzig zu sein wie der Vater. Das sind die beiden Dimensionen: in unserer persönlichen Begegnung mit Gott, in der Vergebung, in der Barmherzigkeit, in dieser Erfahrung, von Gott bevorzugt beliebt zu sein und darüber hinaus diese Barmherzigkeit all unseren Brüdern und Schwestern zu vermitteln. In den leiblichen und geistigen Werken der Barmherzigkeit, in denen wir den Menschen in ihren körperlichen und seelischen Nöten dienen. Erfahrungen auch in den geistlichen Werken der Begegnung, des Dialogs, der Akzeptanz; des Verzeihens, des Lehrens, des Korrigieren-Lassens, des Akzeptierens dessen, der anders denkt; verzeihen können, unnötige Spaltungen, Zusammenstöße, Spannungen und Rachegelüste überwinden, alles Dinge, die wir in unserem Land hoffentlich lernen – als Geschenk in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.

Vielleicht sind es die zwei Gleichnisse, die uns in diesem ganzen Jahr begleiten sollten, die des Verlorenen Sohnes (Lk 15, 11-32) – die Barmherzigkeit, die wir von Gott erfahren als Kind, das vom Vater in seiner Barmherzigkeit umarmt wird; und das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lk  10, 25-37), der barmherzig ist wie er, mit dem, der gefallen ist, mit dem, der verletzt wurde.

Barmherzig sein wie der Vater, weil wir auch als Kinder seine Barmherzigkeit tief erfahren haben. Bitten wir die Gottesmutter, dass sie uns diese tiefe Erfahrung schenkt. Amen.

FiestaSion2016 022

Für diesen Artikel leicht bearbeiteter Text der Predigt beim Sionsfest, Florencio Varela, 28. 02. 2016. Textfassung: Claudia Echenique. Übersetzung: Maria Fischer

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