Veröffentlicht am 2020-09-19 In Leben im Bündnis

Du kannst nicht überall dabei sein… Oder doch?

ARGENTINIEN, Claudia Echenique •

Bis vor einem Jahr hat man am 15. September den Todestag von Pater Josef Kentenichs begangen, indem man zur Feier in ein nahe gelegenes Heiligtum ging, sich zum Gebet an einem Bildstock versammelte oder, einige Glücklichere, zum Urheiligtum pilgerte. In Zeiten einer Pandemie kann davon nur sehr wenig getan werden. Aber es ist möglich, per Streaming an mehreren Feiern teilzunehmen, sogar gleichzeitig. —

Das Coronavirus hat menschliche Kreativität entwickeln lassen, und es wurden viele Medien, Anwendungen, Programme, Plattformen und vieles mehr eingesetzt, um nicht nur kommunizieren, sondern auch Aufgaben erledigen zu können, die vorher nur von Angesicht zu Angesicht möglich waren.

Jetzt kann man zum Beispiel von einem Haus in Argentinien aus einen Bibelkurs machen, der von Israel aus gelehrt wird, die Vatikanischen Museen besuchen, an einem Vortrag in Mexiko, einer Messe in Spanien und der Anbetung des Allerheiligsten im Urheiligtum teilnehmen. Fast ein Menü „a la carte“.

Drei Ereignisse auf einem Bildschirm mitfeiern

Am 15. September hatten wir Schönstätter viele Gelegenheiten, Pater Josef Kentenich über das Internet zu gedenken. Man musste sich entscheiden, welche Ereignisse live verfolgt und welche verschoben werden sollten. In einigen Fällen war es sehr schwierig, sich zu entscheiden.

Und da kam es mir in den Sinn, drei Übertragungen gleichzeitig zu sehen. Ich habe einen 28-Zoll-Monitor und eine gute Glasfaser-Internetverbindung. Da wusste ich, dass die Übertragung nicht abbrechen würde, selbst wenn ich mehrere YouTube-Fenstergleichzeitig öffnen würde.

Mit diesem Vorteil suchte ich die erste Übertragung um 18.00 Uhr: die Bischofsweihe von Bischof Jorge Gonzalez in der Kathedrale von La Plata. Um 19.00 Uhr fügte ich die Übertragungen der Messe zum 25-jährigen Jubiläum des Confidentia-Heiligtums (das meinem Haus am nächsten liegt) und der Feier zum 45-jährigen Jubiläum des Krankenhauses Mater Dei der Marienschwestern in Buenos Aires hinzu.

Aber was ist mit dem Ton? Alles durcheinander? Nein. Je nach der Zeit der Messe an den einzelnen Orten habe ich den Ton von einer Übertragung eingeschaltet und die beiden anderenstummgeschaltet, so dass ich an den wichtigsten Teilen jeder Übertragung teilnehmen konnte.

Dilexit Ecclesiam, gelebt

Die Worte von Erzbischof Victor Manuel Fernandez waren hervorragend, ein ganzes Lebensprogramm für den neuen Hirten. Als er mit einem komplizenhaften Blick auf Bischof Jorge (als ob er sagen wollte: „Du verstehst besser, was ich sage…“) auf das „Dilexit Ecclesiam“ verwies, glaube ich, dass wir Schönstätter alle Gänsehaut hatten.

Als Bischof Jorge Gonzalez sich am Schluss seines Dankeswortes auf Joseph Kentenich als denjenigen bezog, der sein Priestertum motiviert hat, und wir ihn das Gebet „Lass uns gleichen deinem Bild…“ sprechen hörte, war das der krönende Abschluss einer unvergesslichen Feier. Der Satz „Im Schatten des Heiligtums werden sich die Geschicke der Kirche und der Welt mitentscheiden“, den der Gründer Schönstatts 1929 zum Ausdruck brachte, wurde lebendig.

Während der Messe in Confidentia beschrieb Pater Manuel López Naón, wie die Menschen nach so vielen Monaten wieder ins Heiligtum Confidentia kommen (im Moment noch nur für einige Stunden und nur zum persönlichen Beten geöffnet) und wie sie zu Tränen gerührt sind, wenn sie das Heiligtum wieder betreten. Pater Guillermo Carmona, der bei der Einweihung dieses Heiligtums 1995 die Feier geleitet hatte, erinnerte an Pater Esteban Uriburu, Raquel Saenz Valiente und Oscar Alvarado, die zu den ersten „lebendigen Steinen“ gehörten, die das Fundament des Heiligtums legten.

Zum Abschluss der Messe im Krankenhaus Mater Dei, die von Weihbischof Alejandro Giorgi zelebriert wurde, präsentierten die Marienschwestern eine schöne Überraschung: das Video mit der Hymne des Sanatoriums, interpretiert von Personal und Mitarbeitern von Mater Dei. Alle sind Musikliebhaber, und sie haben es sehr genossen, an diesem Video teilzunehmen.

Auf diesem einen Bildschirm wurden drei Fenster geöffnet, damit ich eine sehr faszinierende Erfahrung machen konnte, die es mir in gewisser Weise ermöglichte, präsent zu sein und dank der Technologie Menschen und Orte zu begleiten, die mir sehr am Herzen liegen. Ein lebendiges Dilexit Ecclesiam von meinem Hausheiligtum aus.

Zahlreiche Optionen vom Vorabend an

Auch vom Vortag, am Montag, dem 14. Februar, gab es sehr interessante Präsentationen zu sehen, die uns an unseren Gründer erinnerten und auch während der Woche noch zu sehen sind.

So boten das Pädagogische Zentrum José Kentenich und Schönstatt Argentinien ein Interview von Pater Guillermo Carmona mit Schwester Margarite Rodriguez an, die aus Milwaukee die Zeit des Exils des Schönstatt-Gründers erläuterte und mit zahlreichen Geschichten illustrierte.

Von Paraguay aus gab es gleich zwei Angebote im Abstand von 30 Minuten: Bischof Claudio Gimenez war vom Pater-Kentenich-Sekretariat eingeladen, um zu erzählen, „wie Pater Kentenichs Übergang in die Ewigkeit in Deutschland erlebt wurde“, und Magnificat Paraguay organisierte ein Gespräch zwischen Pater Santiago Ferrero und Schwester Elizabeth Parodi über „Warum ein Vater“, das auf Facebook zu sehen war.

Um 23.00 Uhr schließlich präsentierten die Marienschwestern von Nuevo Schoenstatt eine „Kantate mit Pater Kentenich“, ein wunderschönes audiovisuelles Erlebnis mit Schönstattliedern, die von Familien aus verschiedenen Orten Argentiniens interpretiert wurden.

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