Dilexit Ecclesiam Jorge González

Veröffentlicht am 2020-09-18 In Dilexit ecclesiam, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Koste es, was es wolle: «Dilexit Ecclesiam». Bischofsweihe von Jorge E. González

ARGENTINIEN,  Tomás de la Riva, Schönstatt-Priesterbund •

Am Dienstag, dem 15. September, wurde in der beeindruckenden Kathedrale La Plata unser lieber Bischof Jorge E. González geweiht. Dieses Datum wurde nicht zufällig gewählt, denn einerseits ist es der Tag der Schmerzhaften Muttergottes, Schutzpatronin der Pfarrei der Kathedrale von La Plata, andererseits ist es der 52. Todestag Pater Kentenichs. —

Vom Heiligtum aus …

Bischof Jorge wollte den Weiheritus mit dem Glaubensbekenntnis und dem Treueeid im Heiligtum der Befreiung, im Schatten der Kathedrale, beginnen. Er tat es dort zusammen mit seinen Mitbrüdern aus der Gemeinschaft des Schönstattpriesterbundes und anderen Mitgliedern der Schönstattfamilie.

… zur Kathedrale. Ein Weg des Dilexit Ecclesiam

In der Kathedralkirche leitete Erzbischof Victor Manuel Fernandez von La Plata als Hauptkonsekrator die Feierlichkeiten. Ko-Konsekratoren waren Weihbischof Alberto Bochatey O.S.A. von La Plata, Erzbischof em. Guillermo Garlatti von Bahia Blanca und Bischof Gabriel Mestre von Mar del Plata. Andere Bischöfe und mehrere Priester waren ebenfalls anwesend, nicht nur aus dem örtlichen Klerus, sondern auch aus anderen Diözesen, Weggefährten auf dem Lebensweg von Jorge, sowohl im Seminar als auch in seinem priesterlichen Dienst. An dieser Feier nahmen auch Personen des geweihten Lebens und Laien aus verschiedenen Gemeinschaften, Familienmitglieder und Freunde teil.

Angesichts der gegenwärtigen Pandemie-Situation konnte nur ein Teil des Volkes Gottes diesen Augenblick persönlich begleiten, während Tausende, nicht nur aus Argentinien, dies vor den Bildschirmen taten, mit ihrem Gebet aus der Ferne ganz nah.

Pater Kentenich anwesend… anwesend in seinem geistlichen Sohn

Weihbischof Jorge war in das Messgewand gekleidet, das Pater Kentenich zu seinem Goldenen Priesterjubiläum trug und das er später Bischof Plaza schenkte, der es dem Heiligtum von La Plata vermachte. Ein weiteres nicht weniger wichtiges Detail war, dass der Kelch bei dieser Feier derjenige war, den Pater Kentenich selbst Papst Paul VI. an jenem 22. Dezember 1965 nach dem Exil in Milwaukee überreicht hatte.

Wie es im Weiheritus üblich ist, wurde der Ordinand von zwei Priestern unterstützt, Mgr. Alberto Meroni (Mitglied des ersten Kurses des Priesterbundes der Region der Padres de La Plata) und Prof. Dr. Lucio Florio.

Nach der Lesung des Evangeliums wurde unter Mitwirkung des Chores seiner alten Pfarrei „Inmaculado Corazón de María“in City Bell die göttliche Gegenwart des Heiligen Geistes im Lied angerufen.

Nach der Vorstellung des Kandidaten durch Mgr. Meroni wurden die apostolischen Briefe verlesen, das offizielle Dokument, mit dem Papst Franziskus Jorge zum Weihbischof ernannte.

Dilexit Ecclesiam

Damit das Schicksal der Kirche dein Schicksal sein wird

In seiner Predigt richtete Bischof Victor Fernandez sich direkt an Jorge, wobei er sagte, dass „die Bischofsweihe eine „Vermählung“ (ist), bei der du mehr denn je deine Bindung an die ganze Kirche festigst (nicht speziell an die La Plata), damit jedes Leid der Kirche deines ist, jede Erniedrigung der Kirche deine ist. Du kannst dich nicht trennen und sagen: „Ah, das geht mich nichts an.“ Dir wird nicht geweiht, um dich zu zeigen, dich zu retten, zu zeigen, dass du anders bist. Du wirst ordiniert, geweiht, damit das Schicksal der Kirche dein Schicksal sein wird. Denn Christus vertraut sie dir an, und er hat gesagt, dass die Kirche seine geliebte Braut ist. Wenn du akzeptiert hast, Bischof zu werden, wird es deine Aufgabe sein, dich um die Kirche Christi zu kümmern, koste es, was es wolle: ‚Dilexit Ecclesiam'“ – ein Satz, der sofort in allen anwesenden Schönstättern widerhallte.

Weiter sagte der Erzbischof von La Plata, die Liebe zur Kirche müsse „auch Liebe zur Erde, zur Gesellschaft, zu den Menschen sein, um der Kirche zu helfen, mit der Welt zu sprechen, um sich auf das Gemeinsame einstimmen zu können, denn der Heilige Geist sät mit göttlicher Freiheit überall Gutes aus.“

In Blick auf Jorge fügte er an: „Maria, die du so sehr liebst, kann dich jenes aufnahmefähige und glückliche Vertrauen lehren, das so weit gehen kann, dass du inmitten all der schwarzen Wolken sagst: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“

Er hob Jorges Tugenden hervor, bot sie aber Gott an und bekräftigte: „Wir kennen deine Arbeitsfähigkeit, deine Freundlichkeit, deine gute Behandlung der Menschen und so viele Dinge, die Gott dir gegeben hat, und wir bieten sie Gott in dieser Feier an, damit sie zum Segen für sein Volk werden“.

Am Ende seiner Predigt fragte sich Bischof Victor Manuel: „Warum hat Gott Sie zum Bischof gemacht? Eine Frage, die uns jeden Tag daran erinnert, dass wir hier sind, um zu dienen, um das Wohl anderer zu suchen, um die Kirche zu pflegen.“ Mit großer Freude wissen diejenigen von uns, die den neuen Weihbischof kennen, dass er den Dienst an den Menschen und der Kirche schon lange als Lebenshaltung praktiziert.

 

Im Beisein seiner Eltern

Nach der Predigt machte Jorge im Dialog mit dem Erzbischof sein Versprechen, den Glauben zu bewahren und das pastorale Amt auszuüben. Dann wurden die Litaneien gesungen, wobei die Fürsprache aller Heiligen angerufen wurde.

Der zentrale Teil des Weiheritus war die Geste der Handauflegung und das Weihegebet, das von allen anwesenden Bischöfen, den Nachfolgern der Apostel, vollzogen wurde.

Dann, bereits in den ausdeutenden Riten, wurde Bischof Jorge mit dem heiligen Chrisam auf dem Haupt gesalbt und nahm das Evangelium entgegen, als Zeichen des Rufs, das Wort allen Menschen zu verkünden. Dann erhielt er aus den Händen des Erzbischofs den Ring (der von seinen Eltern nach vorn getragen wurde) und die Mitra, und dann nahm er den Bischofsstab entgegen.

Zum Abschluss dieses Teils des Ritus nahm er auf dem Lehrstuhl Platz und wurde von den übrigen Bischöfen im bischöflichen Kollegium empfangen.

Dilexit Ecclesiam Jorge Gonzalez

„Er kam hinzu und ging mit ihnen“

Bevor die Feier zu Ende ging, ging der neugeweihte Bischof durch die Kathedrale und segnete die Gemeinde, wobei er einige Freunde und Weggefährten sehr herzlich und persönlich grüßte; dann sprach er einige Worte. Er begann mit der Erläuterung seines bischöflichen Mottos Er kam hinzu und ging mit ihnen: „Die Szene der Pilger nach Emmaus, die Lukas in seinem Evangelium erzählt und aus der ich das bischöfliche Motto entnahm: „Er kam hinzu und ging mit ihnen“, hat mein Leben immer stark geprägt. Jesu Begleitung seiner Jünger, dieser Weg Jesu mit uns, lässt das Bild einer pilgernden Kirche entstehen, die in Bewegung ist, immer dazu aufgerufen, das Antlitz Christi im zentralen Geheimnis seines Lebens zu entdecken: der Eucharistie. Ein Weg, unternommen mit den Männern und Frauen unserer Zeit, um zu lernen, mit den guten und herausfordernden Aspekten ihrer Suchen, Fragen und warum nicht auch Provokationen, in Dialog zu treten.“

An die Priester gewandt, sagte er: “Die Bischöfe sind nichts ohne die Priester. Deshalb bitte ich euch, mir weiterhin nahe zu sein, meine Freuden zu teilen, mich zu lehren, mich in meinen Leiden zu begleiten, mich innerhalb meiner Grenzen anzunehmen, mir aufrichtige Zuneigung zu schenken. Ich brauche euch, habt Geduld mit mir!“

“Ich bitte den Heiligen Geist um das Licht, um unterscheiden zu können, und um die Fügsamkeit und den Mut, die notwendig sind, um diese neue pastorale Sendung zu leben: wo ich manchmal, wie Papst Franziskus gerne wiederholt, vorausgehen muss, um den Weg zu zeigen und für die Hoffnung der Menschen zu sorgen; zu anderen Zeiten, mitten unter allen mit einfacher und barmherziger Nähe; und manchmal hinter den Menschen, um denen zu helfen, die zurückbleiben, ohne zu vergessen, dass diese Herde ein untrügliches Gespür hat, neue Wege zu finden.”

„Seine Liebe zu Maria prägt meine Spiritualität“

Mit dem Magnificats erinnerte er an und dankte für verschiedene Umstände: für den Weg, der sich in der Kirche La Plata öffnet, dafür, dass er Zeuge so vieler Zeichen der Freude und der Nähe ist, als Zeichen der Begleitung Gottes, für die Begleitung, die der Herr auf den Weg legt (hier erinnerte er an Papst Franziskus, die Bischöfe, Priester und Seminaristen), für das Gebet und den Dienst des geweihten Lebens und des Laienlebens, für seine Familie und Freunde, für die Autoritäten, für das Nationale Marianische Jahr und schließlich für Pater Kentenich. Mit den Worten von Jorge: „Sein Leben hat mein Priestertum ermutigt und motiviert. Seine Liebe zu Maria prägt meine Spiritualität.“

„Das hat Hoffnung geschenkt“

Nach der Bischofsweihe berichtete Pfr. Maximiliano Bartel, Präsident der Region „Padres del El Plata“ des Schönstatt-Priesterbundes, der persönlich teilnehmen konnte, darüber:

„Inmitten der Pandemie und der andauernden Quarantäne war die Bischofsweihe von Jorge vor allem Wasser in der Wüste.

Erstens, weil wir inmitten der Eintönigkeit der Routine an einem historischen Ereignis teilgenommen haben, ist es ein weiterer Schritt in Richtung der Kirche am Neuen Ufer, nicht nur weil Jorge ein Mitglied der Region ist, sondern weil La Plata in anderen Zeiten ein Zeichen der Erneuerung war und jetzt wieder ist. Die Worte des Erzbischofs waren mehr als beredt.

Zweitens, weil es die Zusammenstellung einer Lebensströmung ist, die wir seit Jahren im Priesterbund entwickeln. In einer Zeit des Todes ist sie die Konkretion des Lebens, eines freien und prophetischen Lebens. Im Schatten des Heiligtums der Befreiung werden die Geschicke der Kirche bestimmt werden …

Schließlich, weil Jorge das Charisma hat, ein guter Bischof zu sein, der fähig ist, dieses Amt zu übernehmen und ihm eine neue Art des Seins einzuprägen, in Übereinstimmung mit dem Charisma Pater Kentenichs und in Spannung mit der kirchlichen Erneuerung, und mit guter Ausstrahlung auf andere, die die Dinge anders sehen können.

Die Feier war Ausdruck all dessen: friedlich, heiter, tiefgründig und befriedigend. Diejenigen von uns, die dort waren, besuchten mehr als nur eine Liturgie; es war eine Manifestation des Geistes Gottes mit seiner Braut, der Gottesmutter. Es gab uns Hoffnung.

Auf der anderen Seite kommentierte Pfr. Adrián Martínez, ebenfalls Mitglied des Priesterbundes, der aus der Ferne aus Bahía Blanca teilnahm:

„Die Feier aus der Ferne mit anderen zu teilen, war eine starke Erfahrung. Es ging genau darum, eine reale und nahe Präsenz zu erleben, online, aber niemals „virtuell“. Sie war da, auf eine andere Art und Weise, aber authentisch, in enger Gemeinschaft. Gleichzeitig bedeutet diese Weihe zu feiern, zu wissen, dass unsere brennendsten Sehnsüchte inkarniert sind, die Stimmen Gottes in der Seele und in unserer Geschichte. P. Jorge ist aus unserem Fleisch und Blut. Es ist auch eine klare und tiefe Schicksalsverwobenheit zu spüren, was in ihm vibriert und wirkt, nehmen wir lebendig auf  … Wir gehen mit dir, Jorge.“

 

Ansprache Erzbischof Fernández (pdf)

Worte Weihbischof Jorge E. González (pdf)

Wir danken Gustavo López (Fotograf der Kathedralkirche) für die Fotos.

Original: Spanisch, 17.09.2020. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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