Veröffentlicht am 9. Dezember 2019 In Leben im Bündnis

Guatemala und das Gnadenkapital

GUATEMALA, Cori Verdugo •

Letzte Woche hatte die Gruppe der Schönstatt-Mütter in Guatemala einen Vortrag des costaricanischen Ehepaares Antonio und Gaby über das Gnadenkapital.  —

Obwohl es in Guatemala noch kein Heiligtum gibt, ist die Realität des Heiligtums in dieser Schönstattfamilie sehr präsent. Maria, die Mutter des Herrn und unsere Mutter, will sich in Schönstatt in besonderer Weise als Erzieherin manifestieren, die in Christus einen „neuen Menschen“ und eine „neue Gemeinschaft“ bildet. Dieses hohe Ziel wird in erster Linie die Frucht der im Heiligtum empfangenen Gnaden sein. Aber gleichzeitig ist unsere entschlossene Zusammenarbeit gefragt. „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“, sagt der Apostel Paulus, „und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir“ (1 Kor 15,10).

Seit den Anfängen Schönstatts hat das Bemühen um die eigene Heiligung in den Beiträgen zum Gnadenkapital seinen konkreten Ausdruck gefunden: „Bringt mir fleißig Beiträge zum Gnadenkapital…. Erwerbt euch viele Verdienste und stellt sie mir zur Verfügung“, lesen wir in der Gründungsurkunde vom 18. Oktober 1914.

Das haben viele Schönstätter erlebt. So war es im Leben von Josef Engling, in dem von Pater Kentenich, in dem von vielen Helden unserer Familie. Im Laufe der Zeit wurde der Gnadenstrom größer, tiefer und kräftiger.

„Von dem Moment an, als ich anfing, zum Gnadenkapital beizutragen, habe ich wirklich verstanden, was Schönstatt ist.“

Deshalb tauchen wir, wenn wir mit dem Heiligtum in Kontakt treten, sozusagen in eine starke Gnadenbewegung ein, die uns erhebt, stützt und vorwärts und nach oben treibt: Wie reagieren wir auf all das? Wir tragen – auch wir! – zum Gnadenkapital bei.

Nicht nur, was uns kostet (Opfer), kann als Gnadenkapital angeboten werden, sondern einfach alles: auch das, was ich ertragen muss, was ich denke und was ich liebe, was mich leiden lässt und was mich glücklich macht.

Es gibt jedoch einen Aspekt, den wir nicht vergessen dürfen. Obwohl es eine Verpflichtung ist, zum Gnadenkapital beizutragen, kann und darf und muss ich auch darauf zurückgreifen, wenn ich mich aus irgendeinem Grund in Not befinde.

Es ist, als hätte eine Familie ein Gemeinschaftskonto bei einer Bank, über das ihre Mitglieder im Bedarfsfall alle verfügen können.

Im Lichte dieser Überlegungen ist die folgende Aussage leichter zu verstehen: „Von dem Moment an, als ich begann, zum Gnadenkapital beizutragen, habe ich wirklich verstanden, was Schönstatt ist“.

Das ist andererseits die Forderung und das Engagement der Gottesmutter vom Heiligtum aus: „Macht euch keine Sorgen um die Erfüllung eures Wunsches. Ich liebe die, die mich lieben. Zeigt mir zuerst, dass ihr mich wirklich liebt, dass es euch ernst ist… “ (Gründungsurkunde).

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

 

 

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