Veröffentlicht am 26. Juni 2015 In Misiones

Die Schönstatt-Mädchenjugend von Brasilien geht auf Mission in Tomazina, Paraná

BRASILIEN, Jaqueline Montoya Mariano, Schönstatt-Mädchenjugend von Brasilien •

Vom 4. – 7. Juni gingen während der Fronleichnamsferien vierzig Mädchen der Schönstatt-Mädchenjugend Brasiliens (Jufem) auf Mission in die Stadt Tomazina im Staat Paraná. Zum ersten Mal führte die Jufem ausschließlich ihre eigenen Missionen durch. Zuvor machten sie es zusammen mit anderen Gliederungen der Schönstattfamilie.

Die Jufem, die ihr 75jähriges Bestehen in Brasilien feiert, stellte fest, es fehlt unter ihren vielen Aktivitäten die ausschließlich von Mädchen durchgeführte Mission als eine Antwort für das neue Schönstatt-Jahrhundert, das in diesem Jahr beginnt; darüber hinaus war es ein Geschenk an die Kirche in Dankbarkeit für das Jubiläumsjahr.

„Wie bei jeder Mission ist das Hauptziel, Jesus und Maria zu den Menschen zu bringen, den Glauben in der Stadt wieder zu erwecken und das jugendliche Gesicht der Kirche zu zeigen. Diese Mission wurde von der Region Paraná organisiert: Aktivitäten wurden geplant für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, daneben die Hausbesuche“, erklärte Tatiana Adam, Leiterin der Mission.

Die Stadt Tomazina wurde ausgesucht, weil sie mit Gabriela Wolff schon eine Jufem-Leiterin hat, das machte die Organisation leichter. Daneben erhielten die Mädchen die volle Unterstützung des Pfarrers Luciano Enes: „Die Mission in Tomazina zu haben, war ein Anlass zu großer Freude. Zu wissen, dass es junge Frauen gibt, die gewillt sind zu evangelisieren, ermutigt unsere Gemeinde“, kommentierte er.

Mãe peregrina

Zu zweit oder zu dritt brachten die Mädchen die Pilgernde Gottesmutter, und sie erlebten die Freude, anderen das Wort Gottes zu bringen

Die Mädchen nutzten die kurze Zeit, die sie hatten, sehr gut aus. Am ersten Tag nahmen sie an der Fronleichnams-Prozession mit der Gemeinde teil, und dann gingen sie in eine ländliche Gegend, wo sie in fünf Gemeinden auf Mission gingen.

Esther Rockenbach aus Londrina nahm zu ersten Mal an den Missionen teil, und sie nannte ihre Eindrücke: „Es war eine wunderbare und sehr intensive Erfahrung; fast die ganze Zeit waren wir im Gebet, denn wenn wir nicht in den Häusern beteten, die wir besuchten, waren wir in der Heiligen Messe oder tauschten uns in unserer Unterkunft aus. Es war sehr beeindruckend, in Tomazina Häuser zu besuchen und etwas über das Leben der Bewohner zu lernen, denn in jedem Haus war es uns möglich, unseren Glauben zu bezeugen. Sie waren gespannt, die MTA kennenzulernen, und sie waren glücklich, die Missionare in ihren Häusern willkommen zu heißen.“

Selbst diejenigen, die schon Erfahrungen mit den Missionen hatten, zogen großen Nutzen aus dieser beispiellosen Gelegenheit, wie Bruna Vilas Boas aus Botucatu (Sao Paulo) sagte, die schon zum sechsten Mal an einer Mission teilgenommen hat. „Es gab einzigartige Erfahrungen für das ganze Leben. Die Gottesmutter zeigte wieder einmal die Kraft der Jugend; die Kraft, die wir als Frauen haben, Frauen, die Gegenwart und auch die Zukunft der Kirche sind.“

Am zweiten Tag besuchten sie die Stadtmitte und die umliegenden Bereiche, sie luden die Gemeinde ein, an den Aktivitäten teilzunehmen, die besonders für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vorbereitet waren. Nach jeder Aktivität nahmen die Mädchen mit der Gemeinde am Rosenkranzgebet und an der Heiligen Messe teil.

Die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft

Am Samstag gab es zusätzlich zu den Hausbesuchen eine besondere Aktivität, die das Weibliche in diesen Missionen betonte: Sie führten den „Nachmittag für die Frau“ aus. Ana Claudia Rabelo aus Ibiporã (Paraná) kommentierte die Bedeutung dieses Momentes: „Die am meisten herausragende Sache dieser Missionen war der Akzent auf die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft, der entwickelt wurde in dem „Nachmittag für die Frau“. Dies ist ein ‚Klischee‘-Thema, aber es ist jetzt in einer richtigen Art und Weise behandelt, indem Beispiele von echten Frauen gegeben werden, die Vorurteile und Ungerechtigkeiten überwunden haben, dank ihres Glaubens an Gott und ihrer Verehrung der Gottesmutter Maria“, fasste sie zusammen.

Am Sonntag nahmen die Mädchen an der letzten Heiligen Messe in der Gemeinde teil, darauf folgte ein großes Mittagessen, das von Freiwilligen vorbereitet war. „Unsere Gemeinde war mit Begeisterung auf diese Missionen vorbereitet, denn wir waren begierig zu wissen, was Jufem ist. Ich bewundere die Verantwortung, die Disziplin und den Gemeinschaftsgeist. Es schien, als hättet ihr euch schon jahrelang gekannt, aber nein: für einige war es das erste Mal, dass sie sich getroffen haben“, kommentierte Pfarrer Luciano.

Menschen, die unmotiviert waren, nahmen wieder teil

Für die Gemeinde wie auch für die Missionare hinterließen die vergangenen zwei Tage deutliche Spuren in Tomazina. Gabriela Wolff, die in Tomazina lebt, und die eine der Organisatorinnen der Missionen ist, berichtet über diese Erfahrung: „Mich umzusehen und jedes T-Shirt, jede Jacke, jede Schönstatt-Geste zu sehen macht, dass ich mich besser fühle: ich bin zu Hause! Ich war positiv überrascht über das Willkommen der Leute; der Empfang war wunderbar. Überall höre ich nur Komplimente über die Mädchen: ‚Sie waren einfach, freundlich und liebevoll.‘ Ich strahlte vor Stolz.“

Pfarrer Luciano erinnert an die Früchte, die aus diesen Tagen empfangen wurden: „Vor allem glaube ich, dass der Besuch der jungen Mädchen für die Gemeinde positiv war, weil in der Stadt die Mehrzahl der Jugendlichen abwandern, um in den großen Zentren zu arbeiten. Andere Früchte waren das Zeugnis der Mädchen und ihre Evangelisierung. Es gab Leute, die unmotiviert waren, und doch haben sie wieder einmal teilgenommen.“

Diejenigen, die teilgenommen haben, werden etwas wehmütig, wenn sie davon berichten, aber mit einem Gefühl, ihre Verpflichtung erfüllt zu haben. „Ich habe die Liebe der Gottesmutter mit einer großen Einfachheit angenommen. Die Leute haben mich gelehrt, am höchsten zu schätzen, was wir haben, materiell wie auch personell. Tomazina hat mein Herz unvergesslich geprägt. Es gab Augenblicke von großer Dankbarkeit und Liebe.“ bestätigte Bruna.

Der missionarische Geist ist nicht ausgelöscht, wie sich Esther erinnert: „Schönstatt macht nicht Mission, Schönstatt ist Mission, und ich habe es in diesen Tagen, die ich in Tomazina war, konkret gesehen, denn ich ging auf Mission, aber ich kehrte ‚missioniert‘ zurück. So ist das mit dieser Idee, dass wir alle nach den Missionen zu unserer täglichen Arbeit zurückkehren sollten, um Schönstatt zu allen Menschen zu bringen, denen wir in der Schule, bei der Arbeit oder zu Hause begegnen, auf den Punkt gebracht: eine kleine Maria sein im täglichen Leben.“

Missa de Corpus Christi

Kontakte: www.jufem.com.br

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Original: Portugiesisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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