Katharina

Veröffentlicht am 2021-02-26 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen

Katharinas Kleiderschrank, Fastenzeit und Kultur der Begegnung

ITALIEN, Vittoria Terenzi – Città Nuova

Katharinas Kleiderschrank, eine Initiative der Schönstatt-Bewegung, ist eine konkrete Antwort auf die Botschaft von Papst Franziskus zur Fastenzeit. Nächstenliebe ist ein Geschenk, das dem Leben einen Sinn gibt. —

„Um Hoffnung zu vermitteln reicht es manchmal schon, »ein freundlicher Mensch« zu sein, »der seine Ängste und Bedürfnisse beiseitelässt, um aufmerksam zu sein, ein Lächeln zu schenken, ein Wort der Ermutigung zu sagen, einen Raum des Zuhörens inmitten von so viel Gleichgültigkeit zu ermöglichen”, schreibt Papst Franziskus in seiner Botschaft zur Fastenzeit 2021.

Um Hoffnung zu vermitteln, reicht manchmal schon eine Initiative im Herzen der Stadt. So entstand in Rom, im Stadtteil Casalotti, mitten in der Pandemie, Katharinas Kleiderschrank, ein Secondhand-Laden für Mütter und Kinder, in dem jeder, ob reich oder nicht, gebrauchte Kleidung und Spielzeug in hervorragendem Zustand finden kann und auch neue, gespendet von Geschäften, die zur Zeit der Krise schließen mussten.

Die Idee ist, dass sich niemand ausgeschlossen fühlen soll

Es ist eine Idee, die in der Schönstatt-Bewegung entstanden ist, um einen Ort zu schaffen, an dem jeder, unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften, hingehen, seine Kleidung auswählen und mitnehmen kann. „Viele Mütter kommen, um Erstausstattungen für ihre Babys zu machen“, sagt eine lächelnde Pamela Fabiano, die das Projekt zusammen mit Schwester Julia de Almeida ins Leben gerufen hat. Alles ist mit Sorgfalt gemacht, von den Möbeln bis zur Art und Weise, wie die Leute empfangen werden: alles ist gut organisiert in den Regalen, es gibt einen Spiegel, die Kleidung ist sorgfältig verpackt.

„Die Idee ist, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt“ – fährt Pamela fort -. Jeder kann in den Laden kommen, sich nehmen, was er braucht, und wer will, kann sogar etwas bezahlen, aber niemand verlangt etwas.“ Im Jahr 2014 haben wir das 100-jährige Jubiläum Schönstatts gefeiert, und zu diesem Anlass hat der Papst zu uns über die Kultur der Begegnung gesprochen. In der Bewegung leben wir das Liebesbündnis mit Maria in besonderer Weise, und aus der Begegnung mit Maria entsteht eine Begegnung mit anderen, eine Bündniskultur, die eine Kultur der Begegnung ist und Solidarität schafft. Unsere Überlegung war, einen Weg zu suchen, um eine Bündniskultur in der Gesellschaft lebendig werden zu lassen, denn das Liebesbündnis sollte eine Bündniskultur in der Welt werden.“

Wie kann dies in der Stadt Rom geschehen? Der erste Schritt ist Zusammenarbeit. Zusammen mit Pamela begannen Schwester Maria Julia de Almeida, Josefina Campagna und Jennifer Stahl zu arbeiten und wurden, zusammen mit ihr, Leiter des Projekts. Am 18. Oktober 2020, einem bedeutenden Datum für die Schönstattfamilie, wurde Katharinas Kleiderschrank eingeweiht, an dem sich sofort junge Freiwillige beteiligten. In der Zeit, als die Region Latium wegen der Ausbreitung der Pandemie zur orangenen Zone wurde, blieb der Laden geschlossen und hat nun wieder geöffnet und empfängt jeden Samstagmorgen die Menschen.

„Wir versuchen, Beziehungen aufzubauen.“

Die erste Kundin, die hereinkam – Pamela Fabiano erinnert sich – hatte eine WhatsApp-Nachricht von einer Freundin erhalten, die ihr von der Initiative erzählte. Als sie uns erzählte, dass sie mit ihren Kindern zurückkommen würde, da Weihnachten nahte, sagten wir ihr: „Sagen Sie uns die Namen Ihrer Kinder, damit wir Geschenkpakete für sie machen, die sie unter den Baum legen können.“ Und das tat sie auch. Wir machen das auch, wir kümmern uns sehr. Wir versuchen, Beziehungen zu schaffen, ich erinnere mich an alle Namen der Leute, die uns besucht haben. Wenn Menschen sich willkommen fühlen, fühlen sie sich in ihrer Würde respektiert. So kann sich jeder wohlfühlen. Es ist für alles gesorgt: Es gibt einen Spiegel, die Leute können sich aussuchen, was sie wollen; es ist rührend zu sehen, wie die Mütter die Wäsche für ihre Babys aussuchen“.

Papst Franziskus schreibt in der Botschaft zur Fastenzeit 2021: «Die Liebe ist der Impuls des Herzens, der uns aus uns selbst herausgehen und ein Band der Teilhabe und Gemeinschaft entstehen lässt. »Ausgehend von der sozialen Liebe ist es möglich, zu einer Zivilisation der Liebe voranzuschreiten, zu der wir uns alle berufen fühlen können. Die Liebe kann mit ihrer universalen Dynamik eine neue Welt aufbauen, weil sie nicht ein unfruchtbares Gefühl ist, sondern vielmehr das beste Mittel, um wirksame Entwicklungsmöglichkeiten für alle zu finden« (Enzyklika Fratelli tutti, 183).

Anlässlich der Weihnachtszeit haben einige junge Freiwillige eine Initiative vorgeschlagen, die mit dem Projekt „Katharinas Kleiderschrank“ verbunden ist. Sie nahmen Kontakt zu einer Familie auf und brachten den Kindern und Jugendlichen Weihnachtsgeschenke mit: Kleidung, Spiele, Bücher, mit personalisierten Karten. Ein Miniprojekt, das in Zukunft die Möglichkeit der Vernetzung bieten wird.

Kleine tägliche Gesten, die sich mit der Zeit multiplizieren und zu einem Zeichen der Hoffnung in der Stadt werden. “Die Liebe ist ein Geschenk, das unserem Leben Sinn verleiht und dank dessen wir den Bedürftigen als Teil unserer eigenen Familie, als Freund, als Bruder oder Schwester betrachten. Das Wenige, das man in Liebe teilt, wird niemals aufgebraucht, sondern wird zu Vorräten des Lebens und des Glücks”, schreibt uns Papst Franziskus ins Stammbuch.

Katharina

Quelle: https://www.cittanuova.it/quaresima-cultura-dellincontro/?ms=003&se=025 Città Nuova hat die Veröffentlichung des italienischen Originalbeitrags sowie der Übersetzungen gestattet.

 

Original: Italienisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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