Veröffentlicht am 2. September 2015 In Schönstatt im Herausgehen

Der neue Bildstock der Gottesmutter am Hospital Àngel C. Padilla in Tucumán

ARGENTINIEN, Tucumán, von Silvia Sibay •

Vor fast 10 Jahren, am 8. September 2005, setzten drei Novizen der Schönstattpatres ein Erinnerungszeichen an ihren Aufenthalt in Tucumán: die Errichtung und Einweihung eines Bildstocks unserer lieben Gottesmutter am Padilla-Hospital, dem Ort, wo sie ihr Sozialpraktikum geleistet haben.

Die Pioniere: Joaquín, Claudio und Manu machten die Aussaat. Heute sind zwei von ihnen Schönstattpatres: Pater Claudio Martínez Felmer (Chile) und Pater Manuel López Naón (Argentinien).

Als sie von dort weggingen, hinterließen sie zudem eine Pilgernde MTA auf einer der Stationen, wo sie gearbeitet hatten.

Die Kranken und ihre Angehörigen beteten und hinterließen ihre Dankesbezeigungen für die Gnaden, die sie am Bildstock empfangen hatten, doch wegen verschiedener Veränderungen im Krankenhaus wurde der Zugang dazu immer schwieriger.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt …

Im November letzten Jahres wurde eine Missionarin der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt auf die Intensivstation des Krankenhauses eingewiesen.

Mitglieder ihrer Gruppe organisierten, dass die „Tausend Ave Maria“ mit der Pilgernden MTA in der Halle neben der Tür zur Intensivstation gebetet wurden; sie beteten immer wieder dort, bis sie schließlich verstarb.

Eine Missionarin fragte, warum sie dort gebetet hatten und nicht an dem Bildstock; sie antworteten, dass sie in ihrer Nähe beten wollten.

Einmal mussten sie nach draußen gehen und auf dem Bürgersteig beten, weil der Warteraum gereinigt wurde, so fuhren sie fort, die „Tausend Ave Maria“ mit der gleichen Andacht zu beten.

Bald darauf mussten sie zu ihrem großen Leid feststellen, dass es den Bildstock gar nicht mehr gab! Er war bei Renovierungsarbeiten abgerissen worden…

Es begannen die ganzen Verhandlungen, um das Bild zurückzuerhalten und die Erlaubnis für die Neuerrichtung des Bildstocks. Endlose Telefongespräche, Besuche im Krankenhaus, Gebete und Beiträge zum Gnadenkapital schienen keinen Erfolg zu bringen.

Es brach einem fast das Herz, das Bild zu sehen, schmutzig, an einer Ecke abgebrochen, lieblos gegen eine Wand gelehnt.

Der Krankenhaus-Seelsorger versprach es zu hüten, bis eine Entscheidung getroffen war.

Manchmal fragen wir uns, warum diese Dinge passieren, und die Antwort war, ihr die Entscheidung zu überlassen.

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Im Bündnis herausgehen zur Begegnung

An einem bestimmten Tag kam eine Missionarin aus der Gruppe, die die Tausend Ave Maria gebetet hatte, am Krankenhaus vorbei, und sie fühlte sich gedrängt, hineinzugehen und zu versuchen, mit dem Krankenhaus-Direktor zu sprechen. Sie traf ihn unerwartet, und sie erzählte ihm von ihren Sorgen und von dem Projekt für den neuen Bildstock.

Der Arzt hörte respektvoll auf den Vorschlag: den Bildstock dort neu zu bauen, wo sie die Tausend Ave Maria gebetet hatten, weil das ein Bereich für Notfälle und für schwerkranke Patienten ist.

Der Geist wehte über dem Krankenhausrat, denn dieser genehmigte den Bau auf der Grünfläche in Richtung der Straße. Was für eine Überraschung! Das war genau der Ort, wo sie gebetet hatten, als sie es auf dem Bürgersteig tun mussten.

Rund 850 Menschen gehen täglich durch die Türen der Notaufnahme. Es ist ein Weg, der ständig benutzt wird.

Nicht nur hat sich dieser Traum erfüllt, sondern durch die Initiative einiger Missionare wurde auch mit sechs Frauen das ‚Voluntariado de Maria‘ [ehrenamtlicher Dienst an den Kranken] im Krankenhaus eingeführt.

Am 4. August 2015, fast zehn Jahre seit der ersten Einweihung, segnete der Krankenhausseelsorger den neuen Bildstock der Gottesmutter. Es gibt ein Foto vom früheren Bildstock mit seinen Trägern zu ihren Füßen. Er segnete auch die Frauen vom Voluntariado, die so großzügig die Stationen besuchen und die Herzen so vieler kranker, leidender Menschen trösten und erleichtern.

Unser aufrichtiger Dank und unsere Gebete gelten allen Autoritäten im Krankenhaus, die ihre Herzen geöffnet haben und die Teil dieser Initiative waren.

In ihrem neuen Garten grüßt und schützt Maria sie alle und auch jene, die täglich an ihrem Bildstock vorbeikommen.

Sie ist der große Missionar; sie wirkt Wunder!

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Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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