Veröffentlicht am 2016-07-29 In WJT2016

Besuch in Auschwitz-Birkenau

WJT2016, von Sebastián Denis •

„Heute haben wir an der Gedenkstätte gebetet, wo morgen Papst Franziskus ist“, berichten die Jugendlichen aus Paraguay, die wir auf schoenstatt.org bei ihren Erlebnissen des Weltjugendtages begleiten, am Abend des 28. Juli. „Heute morgen sind wir nach Auschwitz gefahren und haben deshalb die Begrüßung des Papstes nicht mitmachen können, denn die Besuche im Konzentrationslager werden vom Programm nach Nummern geplant, und wir waren ausgerechnet heute dran, und es ist nicht ganz so nah…“ Ein wenig Wehmut klingt da mit.

Etwa 45 km östlich von Krakau befindet sich die Gedenkstätte  Auschwitz; hier war ein nationalsozialistischer Lagerkomplex, der eine Doppelfunktion als Konzentrationslager und Vernichtungslager hatte. Er bestand aus dem Konzentrationslager Auschwitz (Stammlager, bzw. mit Nr. I bezeichnet), dem Vernichtungslager Birkenau – Konzentrationslager Auschwitz II, dem Konzentrationslager Monowitz (bzw. als Nebenlager geführt) und ca. 50 weiteren Außenlagern. Der Lagerkomplex befand sich im vom Deutschen Reich annektierten Teil von Polen. Die SS betrieb den Lagerkomplex von 1940 bis 1945 am Westrand der polnischen Stadt Oświęcim (dt.: Auschwitz). Allein im Vernichtungslager starben weit über eine Million Menschen, die meisten von ihnen Juden. Es ist der Ort des Martyriums von Maximilian Kolbe und Edith Stein und von unzähligen anderen Menschen. Ein Ort, der zum Himmel schreit. Ein Schrei, der vielleicht auch heute noch einmal Mauern des Hasses und unmenschlicher Wünsche und Forderungen nach dem „Abwehren“ und „Verschwinden“ derer, die wir nicht haben wollen, in Frage stellen kann.

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Regen und grauer Himmel – eine Ahnung des Horrors

Bevor sie das Lager Auschwitz I betraten, feierten die Jugendlichen eine heilige Messe unter dem Nieselregen, der in diesen Tagen zum Weltjugendtag zu gehören scheint wie die bunten Regencapes. Die Gruppen der Mannesjugend, die zusammen in einer Schule in Krakau untergebracht sind – aus Ecuador, Mexiko, Paraguay und Argentinien – waren dabei. Anschließend ging es nach Auschwitz II, nach Birkenau. „Der graue, regnerische Tag hat ein Klima geschaffen, das etwas von dem Horror ahnen ließ“, so die Jugendlichen.

Nach dem Erleben von Auschwitz tat es gut, auf der Rückfahrt noch einen Halt im Heiligtum von Rokinitka bei Gliwice zu machen.

„Und jetzt bereiten wir uns endlich mit ganz viel Vorfreude auf den Kreuzweg morgen vor“, so schließt der Bericht dieses Tages. „Und für die Vigil am Wochenende, bei der es hoffentlich nicht regnet!“

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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