Veröffentlicht am 25. September 2016 In WJT2016

Zurück in die Zukunft durch den Dienst an den Kleinsten – eine neue Kraft für die Evangelisation

ITALIEN, WJT 2016,  Gianfrancesco Romano •

Gianfrancesc Romano, der erste Leiter der Schönstattjugend Italiens der Geschichte, erzählt von seinen Erfahrungen beim Weltjugendtag in Krakau als Begleiter einer Gruppe der Pfarrgemeinde.

Eine persönliche Erfahrung von drei Weltjugendtagen

Von Köln nach Krakau über Madrid: nein, nicht wegen irgendeines Flugplans; auch nicht Ergebnis eines gewagten Ticketkaufes zum Einsparen von ein paar Euros an Flugkosten. Es ist vielmehr meine ganz persönliche Erfahrung von drei (!) verschiedenen Weltjugendtagen in drei Phasen meines Lebens.

Bei dem ersten, Köln 2005, war ich gerade ein Teenager entsprechend der aktuellen sozio-linguistischen Sprachregelung. Ich beschloss daran teilzunehmen aufgrund der Gefühle, die der Tod des einzigen Papstes, den ich jemals gekannt hatte, jetzt des heiligen Johannes Paul II., verursacht hatte. Während dieser Reise fuhr ich in einem Bus mit fünfzig Leuten, und mein Bruder war der einzige, den ich kannte. Jedoch kehrte ich zurück mit echten, festen Freundschaften, die ich immer noch halte, und mit der Gewissheit, dass es möglich ist, heute ein junger, glücklicher Christ zu sein.

In Madrid 2011 war meine Teilnahme anderer Art: Ich war als Reporter für eine Nachrichtenagentur dort. Von meinem Chef bekam ich die Möglichkeit, in Cuatro Vientos zu sein von der Vigil am Samstag bis zur Heiligen Messe am Sonntag – die einzigen Ereignisse dieses Weltjugendtages, die ich voll und ganz erlebt habe. Da ich einen Presseausweis hatte und kein Pilger war, hatte ich, als sich der sturzbachähnliche Regen entlud und die Jugend des Papstes durchnässte, nicht einmal einen armseligen Regenmantel, um meinen Schlafsack oder mich selbst zu bedecken. Ich erlebte die Vorsehung in der Freundlichkeit einiger Pilger aus Neukaledonien (heute weiß ich, dass das ein französisches Gebiet in Ozeanien ist, in dem Moment gab ich vor zu verstehen, nachdem ich ein zweites Mal gefragt hatte: „Ja, aber wo?“), die mich mit ihrer Plane bedeckten, und als sie bemerkten, dass ich keines der Lunchpakete erhalten hatte, die für die Pilger vorbereitet waren, ließen sie für mich etwas zu essen übrig. Und das war sogar etwas, das mit meinen Nahrungsmittelallergien kompatibel war.

Um auf den Aufruf des Papstes zu antworten, setzt die erhaltenen Gaben für den Dienst an anderen ein

Ich dachte viel darüber nach, bevor ich mich entschied, nach Krakau zu gehen, an der Schwelle zum Alter von 31 Jahren, elf Jahre seit meinem ersten Weltjugendtag. Bei den vielen Erfahrungen, Menschen, Lebenswegen und Erlebnissen zu einem Weltjugendtag zurückzukehren, schien wie rückwärts zu gehen, nostalgisch zurückzugehen zum Alter von zwanzig, anstatt auf die Herausforderungen zu schauen, die ich vor mir habe.

Dann motivierte ich mich selbst, dachte, dass ich dienen könnte, vor allem als Begleiter einer kleinen Gruppe von Teenagern, die am Oratorium der Pfarrei teilnahmen, etwas, das ich zu tun versucht hatte während der Woche beim Weltjugendtag und danach. Aber als ich dachte, ich wäre nur ihretwegen dort, täuschte ich mich. Als ob der Aufruf des Papstes, das „Sofa des Glücks“ zu verlassen und die Schuhe zu tragen um neue Wege zu gehen, zu neuen Horizonten, mir in dieser Hinsicht nichts sagte; als ob es nötig wäre, vor der Erfüllung der geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit das Geburtsdatum auf unseren Ausweisen zu überprüfen. Als ob die Botschaft des Barmherzigen Jesus, die St. Faustina Kowalska anvertraut wurde, der tief zu begegnen wir in diesen Tagen die Gnade hatten, keine universale Reichweite hätte.

Dann waren es sie: diese Jungen und Mädchen, die im Kindergarten waren, als ich nach Köln ging, die die Pfarrgemeinde konfrontieren mit den Herausforderungen der Jugend, mit ihrem Alter entsprechend verständlichen Wunsch,  angenommen zu sein, Sicherheit in ihrer kleinen Gruppe von Freunden zu finden … Sie, die jetzt keine Probleme haben mit Fremden zu reden, die mit wenig zu begeistern sind, die über ihre physischen und psychischen Grenzen gehen, die beten ohne Angst sich bloßzustellen!

Und wenn Sie ein 15jähriger Jugendlicher fragt, was die Anforderungen sind, um den vollkommenen Ablass im Jahr der Barmherzigkeit zu erhalten, und sein Freund bittet Sie zu bestätigen, ob es möglich ist, ihn für die Verstorbenen anzubieten, danke ich Gott lächelnd für die Erfindung des Weltjugendtages. Darüber hinaus bete ich, dass jeder Teilnehmer am Ende wenigstens etwas von der segensreichen Wirkung erhalten kann, die ich erhalten habe.

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Original: Italienisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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