Veröffentlicht am 2017-08-17 In Dilexit ecclesiam

Mitten im Volk Gottes: Maria Himmelfahrt in der Schönstatt-Kapelle von Zell-Weierbach

DEUTSCHLAND, Regina Heilig in Baden online –  Offenburger Tageblatt, Lokalredaktion Offenburg •

Am Montag, 14. August,  haben Dekan Matthias Bürkle und der Neupriester Kaplan Frederik Reith mit zahlreichen Gläubigen an der Schönstatt-Kapelle bei Zell-Weierbach das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert.

Es ist immer wieder etwas ganz Besonderes in der Pfarrei Weingarten, wenn das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel nicht in der Pfarrkirche, sondern mitten in den Reben an der Schönstatt-Kapelle gefeiert wird. Zum ersten Mal fand die Messe am 15. August des Jahres 2007 an dieser Stelle statt, und zwar anlässlich der Restauration des Kapellchens nach einem (nicht religiös motivierten) Brandanschlag an Weihnachten 2006, der die hölzerne Türe zerstört hatte. Die Idee, dass sich an die Messe auch noch ein zünftiges Vesper in den Reben anschließen könnte, kam aus den Reihen des Pfarrgemeinderats Weingarten – und dass in erster Linie Wurstsalat auf der Karte stand, war der weithin bekannten Vorliebe des damaligen Kaplans Christian Breunig für eben diese Speise zu verdanken.

Neupriester durfte ran
Auch am Montag stand ein Kaplan ganz im Mittelpunkt: Dekan und Stadtpfarrer Matthias Bürkle überließ den ersten Platz am Altar großzügig dem erst am 14. Mai im Freiburger Münster geweihten Neupriester Frederik Reith, der in der Seelsorgeeinheit St. Ursula Vikar ist. Frederik Reith beeindruckte mit einer inhaltlich anspruchsvollen und dichten, gleichwohl sehr kurzen Predigt.

Das »Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel« drücke in mehrfacher Hinsicht »gut katholische Tradition« aus, so Kaplan Reith. Zunächst seien sowohl die Verehrung der Gottesmutter als auch der Brauch des Segnens tief in der katholischen Kirche verankert, ferner sei der Glauben an die Aufnahme Mariens in den Himmel auch Ausdruck der hohen Bedeutung, die im Katholizismus neben dem reinen Bibelwort der Tradition zukommt. Da sich diese Glaubenswahrheit nämlich aus keinem biblischen Zitat herleiten lässt, wurde erstmals auch »das, was schon immer und überall geglaubt wurde« 1950 zum Dogma erhoben.

Aus eigener Kraft?
Kaplan Reith betonte auch, dass das Fest mit dem landläufigen Ausdruck »Mariä Himmelfahrt« ungenau bezeichnet sei, da nur Christus selbst aus eigener Kraft in den Himmel habe auffahren können – Maria aber durch Gottes Wille aufgenommen worden sei. »Christus ist Gott und Mensch, Maria nur Mensch.« Dies beinhalte aber auch eine Verheißung an alle Gläubigen: Tue man wie Maria »nach besten Kräften« Gottes Willen, so könne man sich auch »in bester Gesellschaft, nämlich der Mariens«, im Himmel wieder finden.

Wie die zu segnenden Kräuterbüschel, die im Zell-Weierbacher Dialekt »Wihenne« heißen, woanders genannt werden, verriet Frederik Reith auch: »Ich war ein Jahr im Odenwald – da heißt es Würzbärtel!« Bei herrlichem Wetter schloss sich das »Wurstsalatfest«, vom Gemeindeteam Weingarten liebevoll vorbereitet, an die Messe an – und es schmeckte wieder so gut, dass am Ende »alles alle« war.

Quelle: Offenburger Tageblatt. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers von Baden Online – wwww.bo.de.

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