Veröffentlicht am 20. September 2015 In Leben im Bündnis, Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen… zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (42)

Heute antwortet Gonzalo (Chalo) Vega aus San José, Costa Rica, seit 41 Jahren mit seiner Frau Ileana verheiratet. Sie haben drei Kinder und sieben Enkel und gehören zum ersten Kurs des Familienbundes in Costa Rica. Sie sind aus der Gründungsgruppe von Costa Rica und waren Diözesanverantwortliche, Leiter der Familienbewegung, Koordinatoren der Escuela de Jefes y Monitores (EJE) [Schule für Führungskräfte], Koordinatoren und Moderatoren der Fortalecimientos Matrimoniales (Ehe stark machen-Wochenenden), Gruppenleiter und Referenten mehrerer Einführungsgruppen, Referenten der Schönstatt-Einführung, Referenten der Schule für Schönstatt-Führungskräfte und Mitglieder im Leitungsteam der Familienbewegung im Dienst der Schönstattfamilie •

Fast ein Jahr sind wir unterwegs im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses – Was ist Ihr Traum von diesem Schönstatt in seinem Sein, seiner Verortung in Kirche und Welt und seinem Tun?

Meine Träume habe ich vom Vater und Gründer geerbt …

Gott ließ das Ende des zweiten Vatikanischen Konzils mit der Rückkehr Pater Kentenichs aus der Verbannung im selben Augenblick der Geschichte zusammenfallen. Gott gab Schönstatt und unserem Vater genau in dem Moment die Freiheit, als die postkonziliare Ära begann. So sagte uns Herr Pater:

„Ich habe Ihnen in diesen Tagen sagen dürfen, was ich dem Heiligen Vater bei Ge­legenheit der unerwarteten Audienz216 habe versprechen dürfen: Wir als Gesamt­familie – will also heißen, als Gesamtfamilie, die vom Kreuze abgenommen ist – wollen uns in der Folge bemühen, mit allen Mitteln dem Papste mitzuhelfen an der Verwirklichung der postkonziliaren Sendung der Kirche. So soll das Wort „Dile­xit Ecclesiam” eine ausgeprägte, eine tiefgreifende Ausdeutung bekommen: „Di­lexit Ecclesiam”, Schönstatt dilexit ecclesiam – Schönstatt hat die Kirche geliebt. Die Liebe zur Kirche treibt uns an, die postkonziliare Sendung der Kirche mög­lichst vollkommen und nach allen Richtungen zu unterstützen.“

31.12.65

Der liebe Gott hat Schönstatt auserkoren aus tieferen Quellen der Kirche heraus, die große, große Zeitaufgabe zu antizipieren, die die Kirche nunmehr (…) übernommen hat.

18.10.66

Wir, seine Kinder, erben diese Sendung für das zweite Jahrhundert. Deshalb ist mein Traum der gleiche wie der unseres Vaters und Gründers … Denn es ist die Aufgabe, die zu übernehmen er uns, seine Kinder, gebeten hat, und was er Papst Paul VI am 22. Dezember 1965 am Ende des 2. Vatikanischen Konzils versprochen hat.

Die Richtung ist klar und definiert. Dazu Pater Kentenich am 18. Oktober 1966 von einem Geschenk der Vorsehung:

„Eine zweite große Gabe, ein großes Geschenk, das uns zum Danke verpflichtet, das besteht in der einsichtigen Wegweisung für die kommende Zeit. (…)Die Wegweisung, die wir erlebt haben seit 1939, soll an sich charakteristisch bleiben für die kommenden Jahrhunderte!

18.10.66

Gott hat uns nicht nur die Erfahrung eines lebendigen und totalen Glaubens an die Übernatur gegeben, sondern auch eine „Karte“, einen „Weg“, und das ist gerade die Schönstattgeschichte von 1939 bis 1965. Unsere Erfahrung als Familie in Dachau und Milwaukee ist nicht nur eine Lehre aus der Vergangenheit, sondern eine Orientierung für die Zukunft.

Diese Ereignisse waren für unseren Vater und Gründer so wichtig, dass er nach 1966 immer wieder zur Familie von den „vier Meilensteinen“ sprach. Heute sind sie uns fast schon zu sehr vertraut, aber hinter ihnen steht die Überzeugung unseres Vaters, dass die Meilensteine kennen heißt, eine „Karte“, einen „Weg“ zu haben für einen Glauben, eine Hoffnung, eine Liebe und heroische Sieghaftigkeit in der Kirche.

Alle die furchtbaren Auseinandersetzungen und Leiden, die wir etwa seit 1940 durchgemacht, erst vom Nationalsozialismus und dann von der Kirche ans Kreuz genagelt, und zwar in einer Weise ans Kreuz genagelt, daß es menschlich gesprochen absolut unmöglich schien, daß wir vom Kreuze wieder heruntergenommen würden -. (Wir) sind aber heruntergenommen (worden)! Welcher Sinn hat darin gesteckt? Wir sollten der Kirche vorleben die gesamte katholische Lebensfülle, wie der Herrgott sie vorgesehen hat am neuesten Zeitenufer.

26.08.1966, an Priester.

Wir glauben, berufen zu sein, das Herz dieser Kirche zu sein. Welcher Kirche? Der kommenden Kirche. Das Herz! Ja, was heißt das, das Herz? Das heißt: die alles überwindende, tiefgründige Liebesmacht zu sein. Eine Liebesmacht, die die Kirche erobert, die die Kirche anfüllt mit dem Heroismus der Liebe. Liebesmacht – das ist unsere Sendung!

Was das bedeutet? Was müssen wir selber innerlich entzündet sein und mehr und mehr entzündet werden von einem Feuerbrand der Liebe! Wie müssen wir uns bemühen, Glied um Glied, Gliederung und Gliederung miteinander zu verbinden durch das Band der Liebe! (Das) Liebesbündnis mit der lieben Gottesmutter will sich und muß sich in unsern Reihen letzten Endes mehr und mehr auswirken als Liebesbündnis mit dem dreifaltigen Gott, als Liebesbündnis untereinander, als Liebesbündnis mit allen Gliedern und Gliederungen der Kirche, aber auch als Liebesbündnis mit allen Menschen der ganzen Welt!

31.12.1965

Ich habe einen klaren und definierten Weg, und deshalb ist genau das mein Traum von Schönstatt!

Was müssen wir hinter uns lassen oder vermeiden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Man muss Ablenkung vermeiden, und natürlich, darf man die anderen nicht stören. Es ist unbedingt notwendig, zu lassen, was uns hindert, das gottgewollte eheliche oder persönliche Ideal zu realisieren. Das ist der Weg und die Sicherheit, denn so kann die Gnade Gottes handeln.

Welchen konkreten Schritt müssen wir jetzt tun, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Zuerst Gott und der Jungfrau Maria danken, dass wir ihre Werkzeuge sind. Zweitens unseren Vater und Gründer gründlich kennen, uns mit ihm identifizieren, mit seinem Wesen, seinem Denken und seiner Sendung, Sehnsucht haben, sein authentisches Kind zu sein: mit seiner DNA und seinem Siegel. Ich stelle immer fest, dass die Menschen, die sich vertieft mit Pater Kentenich identifiziert haben, ihr Leben verändert haben … denn durch ihn erhalten wir die Sendung, die die Mutter und Königin ihm anvertraut hat. Und Sie führt uns zum Herrn, und an seiner Hand zum Vatergott.

familia

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