Veröffentlicht am 2. Juni 2012 In Schönstatt im Herausgehen

Wir dürfen unser Kind immer besser kennen lernen

DEUTSCHLAND, Heike und Peter Späth/fma. Und wieder ein Regenbogen! „Irgendwie gehören die Regenbögen mittlerweile fast zu Memhölz“, so Tanja Loriz. Am Abend vor dem Fest am 20. Mai hatten gleich zwei große Regenbögen über Schönstatt auf`m Berg gestanden. Der Regenbogen, der Tanja und Stefan Loriz, Initiatoren des „Grundkurses Erziehung für Eltern“, begeistert hat, stand am Abend des Pfingstmontag über dem Treffen des Teams, das den Grundkurs Erziehung – Kurs 2 für Eltern von Schulkindern – vorbereitete, der vom 15.- 17. Juni im Schönstattzentrum Aulendorf stattfindet. Natürlich gab es dabei auch einen Rückblick auf den Kurs für Eltern von Kleinkindern, der mit 10 Familien aus Österreich, der Schweiz und Deutschland ganz international am ersten Maiwochenende stattgefunden hatte. Zehn Familien, die aus dem reichen Schatz der Pädagogik Pater Kentenichs und der geglückten Erfahrung von Eltern für die Erziehung ihrer Kleinkinder profitierten.

 

Im Fokus dieses Kurses war eine Hängematte, an der Pinnwand befestigt, weniger gedacht zum Ausruhen, sondern als ausdrucksstarkes Bild für die Wichtigkeit der Bindung im Kleinkindalter. Ehepaar Regina und Richard Schmucker begleitete die Familien durch ein intensives Arbeitswochenende, das durch eine offene und herzliche Atmosphäre geprägt war.

Vertrauen und Bindung: was unser Kind trägt und hält

Im Vortrag „Fünf Sterne für unser Kind“ erläuterte Ehepaar Schmucker die fünf Leitsterne Pater Kentenichs für die Erziehung: Vertrauenspädagogik, Bewegungspädagogik, Bindungspädagogik, Bündnispädagogik und Idealpädagogik, wobei im Umgang mit dem Kleinkind vor allem die Vertrauens- und Bindungspädagogik hervorgehoben und näher betrachtet wurde.

Eltern sind eingeladen, zu staunen. Sind eingeladen, ihre Kinder staunend zu beobachten, um der Entfaltung ihrer urpersönlichen Art und Anlage besser dienen können. Dabei kann es eine Hilfe sein, nach angeborenen Lebensanlagen, Lebenstempo, originellem Glücksstreben, Hauptleidenschaft zu schauen. Und auch wenn das Staunen hervorruft: All das ist schon in den allerersten Lebenstagen zu beobachten.

Was verknüpft und verbindet

Ingeborg und José Brandau Lopez stellten die Bindungshängematte vor. Diese Hängematte ist an zwei Punkten fest verankert: Gott als Ursprung und Ziel. Es sind die miteinander verknüpften Fäden, die die Hängematte zur Hängematte machen. Es sind die Bindungen mit Menschen, die das Leben halten und lebenswert machen. Eltern, Geschwister, Bräuche, Spielzeuge sind die verschiedenen Knoten und Verknüpfungen, die die Bindungshängematte zusammenhalten und Geborgenheit und Sicherheit geben.

Im Gespräch wurde aufgezeigt, wie das lebenslange Auswirkungen hat, wenn frühkindliche Bindung gestört war oder nicht gelungen ist. Im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um frühkindliche „professionelle“ Erziehung in Kitas von unter Dreijährigen haben die Familien sich sehr angesprochen gefühlt von der Aussage Pater  Kentenichs, dass Eltern ihre  Kinder von Gott geschenkt bekommen haben und von ihm damit auch die Fähigkeit und die Hilfe zur Erziehung erhalten. Das Ergebnis der Bindungsgeschichte des Kindes in den ersten Lebensjahren muss die Verwurzelung sein, das Kind muss Heimat erleben. Danach kann das Gesetz der organischen Weiterleitung dann von selbst funktionieren, so Pater Kentenich.

Es lohnt sich, dran zu bleiben

Andrea und Bernhard Jehle sprachen zum Thema Vertrauenspädagogik darüber, wie Eltern Kinder stark machen. Dabei wurde die zentrale Rolle der Paarbeziehung als Fundament für die Kindererziehung herausgehoben. Kinder brauchen vor allem Liebe, das bedeutet: tägliche, warme, fortwährende, tröstende, bedingungslose Zuneigung. Liebe bedeutet Vertrauen, Liebe bedeutet Zutrauen.

Als Kernpunkt der Erziehung galt es dann, die eigenen Haltungen als Eltern anzuschauen (es heißt ja nicht umsonst im Titel: Erziehung für Eltern!). Solche Grundhaltungen können z. B. formuliert sein in Merkworten wie: Du bist mir wichtig – Ich traue dir etwas zu – Ich nehme mir Zeit für dich – Ich bleibe in allen Situationen ruhig … Eltern sollen berechenbar und konsequent sein.

Nach diesem Wochenende haben alle gespürt, es lohnt sich, dranzubleiben.

Ein weiterer Grundkurs Erziehung für Kinder im Schulalter (6 – 12) wird vom 15. – 17. Juni 2012 im Schönstattzentrum Aulendorf angeboten.

Der „Grundkurs Erziehung für Eltern“ ist ein Projekt der Akademie für Familienpädagogik Schönstatt auf`m Berg, Memhölz, im Apostolatsfeld „Ehe und Familie“.

Mehr Informationen zum Grundkurs Erziehung und weitere Termine: www.grundkurs-erziehung.de

Grundkurs Erziehung jetzt auch im virtuellen Zelt der Bündniskultur