Veröffentlicht am 3. August 2015 In Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen… zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (31)

Heute antworten Alicia und Carlos Ferré. Sie sind Mitarbeiter in der Familienbewegung der Diözese San Miguel, Provinz Buenos Aires, Argentinien. Carlos Ferré ist Autor des Buches „Der soziale Heilige: Josef Kentenichs Denken und Handeln im Bereich der Christlichen Soziallehre“ und Mitautor von „Franziskus: Die Freude, die aus dem Volk kommt“ •

Ein halbes Jahr sind wir unterwegs im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses – Was ist Ihr Traum von diesem Schönstatt in seinem Sein, seiner Verortung in Kirche und Welt und seinem Tun?

Die Erneuerung der Treue in diesem ursprünglichen Charisma in diesem Moment der Gnade für die Kirche, den wir so ersehnt haben, und um die wir die Gottesmutter seit einem Jahrhundert gebeten haben, indem wir Jesus in die Mitte von allem stellen.

Wir sind dabei, anzukommen in der Kirche am neuen Ufer. Die Begegnung mit der Kirche, die Pater Kentenich erträumte und liebte, ist in Sicht. Papst Franziskus enthüllt sie Tag für Tag. Lasst uns nicht die Augen schließen. Lasst uns nicht wegsehen.

Mitten in der Freude des ganzen Volkes Gottes ist unser Jubiläum vor sich gegangen und die Prophezeiung unseres Gründers hat sich erfüllt. Die Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils bestätigt sich, und der Stellvertreter Christi lädt uns ein, es Wirklichkeit werden zu lassen durch die Verkündigung der Freude des Evangeliums.

Wir träumen von einer bescheidenen, sieghaften Familie, die herausgeht und mitarbeitet am Aufbau einer Kultur der Begegnung, die eine Frucht unserer Bündniskultur ist, als Förderer, mit Engagement für die Umformung der Realität im Sinne des Reiches Gottes, damit wir verdienen, dass man uns soziale Heilige nennt, wie unser Gründer es wünschte – Gestalter einer armen Kirche für die Armen.

Was müssen wir hinter uns lassen oder vermeiden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Wir müssen das „Tabor-Syndrom“ vermeiden. Wir sollten uns nicht vornehmen, drei Hütten zu bauen um auf dem Berg zu bleiben. Stattdessen sollten wir heruntersteigen vom Gipfel, von und mit Jesus verklärt, um unsere Mission aufzunehmen.

Aufhören mit dem „Sich-gut-Fühlen“ an unserem kleinen Zufluchtsort, antreten und wagemutig die Gefahren der Straße riskieren zusammen mit dem Volk Gottes, in einer Haltung, die wirklich Solidarität mit der Welt ist. Pater Kentenichs Erbe kann nicht eine Sammlung von Erinnerungen sein. Wir sind kein Museum. Er wollte von uns, dass wir eine Bewegung sind, immer in Bewegung, immer neu im Einklang mit der Geschichte, und das Neue aufnehmen, um die Erlösung zu verkünden.

Als Familie sollten wir die Versuchung aufgeben, „Schafe zu kämmen“ und uns entscheiden, Dienst zu tun in diesem Feldlazarett, uns um die Verletzten in unserer Gesellschaft zu kümmern, die krank wurden durch Individualismus, Relativismus, und den Götzendienst von Geld und Macht.

Welchen konkreten Schritt müssen wir jetzt tun, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Auf den Rat von Franziskus hören: Hirten zu sein mit dem Geruch der Schafe; alle Menschen lieben und wie ein Teil von ihnen sein. Wir sind nicht die Besten und nicht die Schlechtesten. Wir sind, was wir sind, unnütze Knechte, aber wenn wir uns bemühen, missionarische Jünger zu sein, aufmerksam nach dem Beispiel von Don João Pozzobon, vereinfacht sich alles.

All die Verhaltensweisen hinter uns lassen, die uns in Selbstbezogenheit und Selbstversunkenheit führen.

Wir sind eine apostolische Bewegung, deren Ziel ist, die Welt und die Kirche zu verändern. Unser Platz ist auf der Straße, in den Häusern, und überall, wo Not ist. Jedes Wegrand-Heiligtum und jedes Heiligtum müssten die ersten Sanitäts-Vorposten des Feldlazarettes sein.

Bei Maria und den Menschen sein, an der Seite des Christen im Herausgehen, der die Gnaden braucht, die die Gottesmutter verteilt und die wir in den Werken der Barmherzigkeit verkörpern müssen.

Uns auf ein lebenslanges Lernen im Tun als eigentliche pädagogische Methode einstellen, damit der Kontakt mit der Realität uns hilft, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

Darauf bestehen, eine große Familie zu sein, wo wir uns umeinander kümmern.

Foto: Carlos Ferré (links) bei einem Treffen von Vertretern von „Generación Francisco“ [Generation Franzikus] und schoenstatt.org in Buenos Aires
Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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