Veröffentlicht am 2. August 2015 In Projekte

Genau in diesem Augenblick… ist ein Kind auf der Straße

PARAGUAY, von  Carmen Cosp aus Anlass von 30 Jahren Dequeni •

 

Ergriffen berichtete mir Ricardo Franco, einer der jugendlichen Gründer von Dequeni, dass Marcial ihn wochenlang mühevoll gesucht habe. Eines Sonntags sei er deshalb zur Messe nach Caacupé gefahren. Er erinnerte sich daran, dass der Pa’i Claudio ihm die Erstkommunion gereicht hatte, und der würde doch sicher etwas wissen. Und so ging er am Schluss der Messe auf den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Pater Claudio, zu, und sagte ihm: „Seit 25 Jahren suche ich nach diesen Leuten … Wo finde ich Ricardo Franco, Carmen Ruiz, Cristina, Ida, Óscar …? Ihnen verdanke ich alles, was ich heute bin.“

Ich bin gekommen, um dir zu danken …

Und der Bischof hatte die Daten parat. Ein paar Stunden später erschienen Marcial und seine Frau im Haus der Salesianer in Ypacaraí, wo Ricardo Franco an einem Kongress teilnahm. „Ich bin nur gekommen, um dir zu danken, dir und Dequeni. Als ich sieben Jahre alt war, habt ihr mich in Calle Última gefunden, wo ich Zeitungen verkaufte, und ihr habt mich eingeladen. Ich bin zu Dequeni gekommen, habe dort Mechaniker gelernt, ihr habt mir eine Arbeit besorgt und ich habe dort Kameraden gefunden. Die Fußballspiele, die Picknicks, die Katechesen, die Kekse, die Schokolade – das alles hat mich geprägt und mir Kraft gegeben – und das ist der Schlüssel, um rauszukommen aus dem Elend.“ Marcial hat heute eine Familie, eine eigene Werkstatt, wo er Lastwagen repariert, seine Frau macht die Buchführung. Er war gekommen, um zu danken, weil diese jungen Leute damals sein Leben verändert haben.

Dieser Blick Jesu auf die Ärmsten und Schwächsten ist es, der vor dreißig Jahren eine Gruppe Jugendlicher bewegt hat, ein Werk der Solidarität zu schaffen. „Wir sind über die Straßen gelaufen, haben sie aus den Spielhallen und den Bordellen herausgeholt und nach Dequeni gebracht.“

Lasst die Kinder zu mir kommen

Das kleine Saatkorn von damals berührt heute das Leben von mehr als 10.000 Kindern, Jugendlichen und Familien, mit einem umfassenden Programm zum Schutz der frühen Kindheit und Schutz der Familien in Gemeindezentren. Unternehmen, Tausende von Freiwilligen und bei Kundgebungen manchmal das halbe Land  sind heute dabei, wenn Dequeni auf die Situation von gefährdeten Kindern aufmerksam macht. Lasst die Kinder zu mir kommen – Dequeni nach den ersten Silben in Spanisch -ist mehr als ein Ruf, es ist der Schrei des Herrn, der die Kinder in einem Leben in Fülle aufwachsen sehen will. Wir wissen, dass Ernährung, Anreiz und liebevolle Sorge in der frühen Kindheit wesentlich dafür sind, dass Neuronen und Hirn sich so entwickeln, dass die Kinder lernen können, doch noch immer fehlt das Engagement aller politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen, damit unsere Kinder und Jugendlichen geschützt, unterstützt und an Körper und Seele genährt werden.

Wir sind stolz und dankbar für dieses Werk, das jetzt 30 Jahre alt wird, und lassen uns weiter herausfordern vom Meister, bis kein einziges Kind mehr auf der Straße leben muss

Wir tun es für die Kinder

“Liebe Gottesmutter,

in der Sehnsucht, dass Dequeni immer weiter wächst, schenken wir dir diese schlichte Arbeit als Beitrag zu deinem Gnadenkapital. Wir tun es für die Kinder“, so beteten die Mitarbeiter von Dequeni am 3. Mai bei der heiligen Messe in Tuparenda mit Bischof Claudio, als sie die Gottesmutter krönten mit der allerschönsten Krone – dem Logo von Dequeni als Krone!

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“Dequeni”

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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