Veröffentlicht am 2012-10-14 In Themen - Meinungen

Hausheiligtums-Novene

USA, Milwaukee Home Shrine Jubilee Commission/Joseph Yank. Die Schönstattfamilie in Milwaukee, USA, dem Ort des Exils von Pater Kentenich, bereitet sich darauf vor, eine Novene zu beten zur Vertiefung und Verlebendigung der Hausheiligtumsströmung in der Schönstattfamilie und in der Kirche. Sie haben aus Worten von Pater Kentenich eine Neun-Wochen-Novene zusammengestellt mit Betrachtungen aus dem Heimatlied, der Werkzeugsmesse und Gebeten von Pater Kentenich bei der Einweihung verschiedener Hausheiligtümer in Milwaukee. Sie möchten diese Novene zweimal beten im Lauf des kommenden Jahres der missionarischen Strömung, das mit dem Goldenen Jubiläum der Proklamation des Hausheiligtums als dritter Kreis der Schönstatt-Heiligtümer durch Pater Kentenich zusammentrifft.

Die Milwaukee Home Shrine Jubilee Commission hat schoenstatt.org gebeten, diese Novene zu veröffentlichen: zunächst die Einführung und dann, Woche für Woche, die Wochenmeditation. So können sich auch außerhalb der USA alle, die es möchten, der Novene anschließen.

Die Einführung wie auch die folgenden Wochentexte werden hier unter „Was bewegt“ veröffentlicht; am Ende des Textes befindet sich das gesamte Material der Novene als pdf-Dateien zum Download, so dass auch das gesamte Material jetzt schon heruntergeladen, kopiert und verteilt werden kann. Bald ist das Material ebenfalls unter „Material“ erhältlich – dann einfach hier klicken.

Einführung

Schönstatt kann nicht existieren ohne die fundamentale Zelle der Familie. Pater Josef Kentenich war sich dessen klar bewusst, als er sagte: Alle Gliederungen werden von den Zweigen des Familienwerks gespeist. Und in seiner Milwaukee-Zeit arbeitete er unermüdlich daran, Familien aufzubauen, zu erziehen und zu stärken. Die Gottesmutter krönte seine Bemühungen mit dem Geschenk des Hausheiligtums.

Das Urheiligtum

Im Jahre 1912 galt Pater Kentenichs ganzes Interesse der Erziehung der Jungen im Seminar. Sein Programm lautete: „Wir wollen lernen, uns unter dem Schutze Mariens selbst zu erziehen zu festen, freien, priesterlichen Charakteren.“ Große Hilflosigkeit war mit dieser Aufgabe verbunden, und so suchte er nach einer Möglichkeit, der Gottesmutter einen Platz im Leben der Jungen einzuräumen, sie zur Erzieherin der Jungen zu machen.

Im Jahre 1914 geschah es dann, dass die kleine Kapelle in Schönstatt zum Heiligtum wurde: Die jungen Seminaristen machten sich Pater Kentenichs Plan zu eigen, die Gottesmutter zu bitten, ihren Gnadenthron in dieser Kapelle zu errichten. Die Jungen versprachen ihrerseits, mit ihren Taten zu beweisen, dass sie die Gottesmutter wirklich liebten und dass sie ihr Streben wirklich ernst nahmen. Die Gottesmutter belohnte dieses aufrichtige Angebot mit reichen Gnaden und erwartete nun von den Jungen deren fortgesetzte treue Mitwirkung.

Die Filialheiligtümer

Während Pater Kentenich als Gefangener in Dachau weilte, wurde im Jahre 1943 in Uruguay das erste Filialheiligtum gebaut. Die Marienschwestern erlebten dort dieselbe Hilflosigkeit bei der Erziehung der Menschen, und sie fanden folgende Lösung: Wenn wir eine Nachbildung des Kapellchens bauen, ganz so wie es im Schönstatt-Tal ist, dann könnten die Menschen vielleicht auch hier in Uruguay die Gnaden der Dreimal Wunderbaren Mutter erleben. Mit ihren Gebeten und Opfern zogen sie nun die Gottesmutter herab in dieses Filialheiligtum, damit sie – in Verbindung mit dem Urheiligtum – auch von diesem Ort ihre Gnaden austeile. Wieder belohnte sie die ernsthafte Einladung: Dieses Kapellchen wurde das erste von vielen Filialheiligtümern, von denen aus die Gottesmutter nun ihre Gnaden weltweit austeilen kann. Inzwischen gibt es in der ganzen Welt mehr als 200 Filialheiligtümer, die alle mit denselben Gnaden ausgestattet sind: mit den Gnaden der Beheimatung, der inneren Wandlung und der apostolischen Fruchtbarkeit.

Die Hausheiligtümer

Zu Beginn der sechziger Jahre verbrachte Pater Kentenich in Milwaukee viel Zeit mit Ehepaaren. Einige der Mütter litten unter der Hilflosigkeit bei der Erziehung ihrer Kinder. Sie baten Pater Kentenich um Rat. Er wies sie auf die Gottesmutter hin, die ja ihre Partnerin im Liebesbündnis war: Sie nahmen das Gnadenbild der Dreimal Wunderbaren Mutter in ihren Häusern auf und gaben ihm einen Ehrenplatz. Die Frauen gewannen ihre Ehemänner für ihren Plan, und nun baten die Ehepaare die MTA, sich in ihren Häusern niederzulassen, um Mutter und Erzieherin ihrer Familien zu werden. Die Gottesmutter belohnte diese Ernsthaftigkeit mit ihrem Gnadenreichtum und übernahm auch die Verantwortung für jene erwachsenen Kinder, die sich dem geistigen Streben ihrer Eltern nicht angeschlossen hatten.

In jungen Familien wurden alle Familienmitglieder einbezogen: Jeder wählte sich ein Symbol des Heiligtums, z.B. das MTA-Bild, den Tabernakel, das Ewige Licht, das Kreuz, die Statue des heiligen Michael, den Schlüssel des heiligen Petrus, das Schwert des heiligen Paulus u.s.w. Das Symbol repräsentierte nun den jeweiligen Symbolträger im Heiligtum. Auf diese Weise fanden die jüngeren Kinder einen leichteren Zugang zum Gnadenort. Sie entdeckten die Bedeutung ihrer Symbole und begannen, sie im täglichen Leben zu verwirklichen. So konnte die Gottesmutter nun einige Kapellchen-Elemente als lebendige Elemente, als lebensvolle Gestalten dieses Hauses, vorfinden und sich inmitten der Familie wohlfühlen. Wiederum lohnte die Gottesmutter das aufrichtige Streben auch dieser Familien mit reichen Gnaden.

Später, im Jahre 1963, durfte Pater Kentenich dankbar zurückschauen auf zwei Jahre treuen Strebens dieser Familien, die der MTA – ihrer Bündnispartnerin – ihre Häuser angeboten und in einer Weihe der MTA alle Rechte über ihre Familien übergeben hatten. Daraufhin konnte Pater Kentenich eindeutig sagen, dass die Dreimal Wunderbare Mutter und Königin von Schönstatt in gnadenhafter Gegenwart wirklich ihren Thron in diesen Häusern errichtet hat, und er nannte nun diese neuen Lebensströme „Hausheiligtum“ und Lebendiges Heiligtum“. Sowohl „Hausheiligtum“ als auch „Lebendiges Heiligtum“ sind authentische Heiligtümer, in denen die MTA ihre besonderen Gnaden austeilt. Der Name „Lebendiges Heiligtum“ bleibt jenem Heiligtum vorbehalten, in dem die „gesamte“ Familie an dem Streben – in der oben genannten Weise – beteiligt ist.

Unter welchen Bedingungen wird die Gottesmutter jeweils ihren Gnadenthron aufschlagen und ihre Gnaden austeilen? Nach Pater Kentenich nimmt die MTA dann die Einladung einer Familie an und teilt ihre besonderen Gnaden aus, wenn die Beteiligten des „Hausheiligtums“ oder des „Lebendigen Heiligtums“ dieselben Bedingungen erfüllen, wie sie Gott und die Gottesmutter für das Werden des Urheiligtums vorgesehen hatten.

Mit dieser Novene wollen wir beten für den Fortbestand und die Ausweitung der Hausheiligtumsströmung in unserer heutigen Welt. Wie oben erklärt, ist jeder einzelne Strom mit jenem großen Gnadenstrom verbunden, der im Urheiligtum seinen Ursprung hat, am Thron unserer geliebten Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin.

Einladung, die Novene als Familie mitzubeten

Wir bieten diese Neun-Wochen-Novene allen an, die zusammen mit der Schönstattfamilie von USA für die große Sendung und die Vertiefung der Hausheiligtumsströmung beten möchten. Alle Gebete der Novene sind Gebete, die Pater Kentenich selbst verfasst hat. Sie sind verschiedenen Quellen entnommen, wie: dem „Heimatlied“ (Himmelwärts), dem „Ite missa est“ (Himmelwärts, Werkzeugsmesse), dem „Werkzeugskreuzweg“ (Himmelwärts) und Gebeten, die er bei Einweihungen von Hausheiligtümern in Milwaukee gesprochen hat.

Wie hat Pater Kentenich das Hausheiligtum erstmals definiert? Am Abend des 18. November 1963 sagte er zu einer Familiengruppe: „Ich will zunächst einmal drei Worte nebeneinanderstellen. Wir haben ein Urheiligtum, wir haben Filialheiligtümer (…). Jetzt kommt ein drittes Wort dazu, das ist vielleicht in dieser Form ungewohnt. Es heißt Hausheiligtümer. Was ist ein Hausheiligtum? Viele von uns haben ihr Haus der Gottesmutter nicht nur im Allgemeinen geweiht, sondern als ein lebendiges Heiligtum angeboten. Folgendes mag von besonderer Bedeutung sein für die Zukunft: Was für das Urheiligtum, für die Filialheiligtümer gilt, das gilt auch für die Hausheiligtümer.“ Aus: Unser Hausheiligtum, Band 1, Seite 17f

Am 18. November 2013 feiern wir das 50-jährige Jubiläum: Pater Josef Kentenich proklamierte das Hausheiligtum als eine Weiterentwicklung des Schönstattheiligtums. Die Schönstattfamilie von USA wird dieses große Geschenk ein ganzes Jahr lang feiern – bis hin zu diesem Jubiläumstag. Da es sich bei diesem Geschenk um ein Geschenk an die gesamte Schönstattfamilie handelt, sind alle willkommen, mit uns zusammen zu feiern.

Es sind vor allem zwei Strömungen, die sich im Zeichen des „Schattens des Heiligtums“ nennen lassen: die missionarische Strömung der internationalen Schönstattfamilie und das Jahr des Glaubens der Universalen Kirche. Darauf beruht unsere Intention, der Familie und der Kirche als Geschenk zu bereiten: die tiefe Liebe unseres Vaters zum Hausheiligtum, ein wesentliches Element des ,Schattens des Heiligtums“.

Erwähnt seien an dieser Stelle die Worte unseres Gründers aus dem Jahre 1950, als er während einer Reihe von Familientagungen bereits auf die große Sendung des Hausheiligtums zu sprechen kommt. Er knüpft an das Schriftwort an: ,Herr, es ist gut, dass wir hier sind!“ (Mt 17,4), und er führt aus, dass wir das Heiligtum – so wie es ist – in unsere Familien hineinnehmen wollen, und dass unsere Familien ein lebendiges MTA-Heiligtum sein sollen. Er stellt dann die Frage, wer wohl unsere Familie in eine Kirche im Kleinen umwandeln wird – in die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Seine Antwort lautet, dass die Gottesmutter vollkommen sorgen wird.

Alle sind eingeladen, sich als internationale Familie unserer Neun-Wochen-Novene anzuschließen. Wir wollen die Novene zunächst zu Beginn des Hausheiligtumsjahres beten (18. Oktober – 2. Dezember 2012) und dann nochmals am Ende des Jubiläumsjahres (15. September – 17. November 2013).

Zu Beginn jeder Woche erscheint die entsprechende Novenenseite auf Schoenstatt.org. Man kann die Seite ausdrucken, speichern oder einfach jeweils vom Bildschirm ablesen.

Einladung zur Erneuerung unserer Hausheiligtümer

Indem wir dieses 50-jährige Jubiläum feiern, wollen wir auch die Erneuerung unserer Hausheiligtümer vorbereiten. Wir möchten uns tiefer erfüllen lassen von der Schönheit dieses überreichen Gnadengeschenks. Das kommende Jubiläumsjahr kann die Vertiefung jenes Lebensstromes beginnen, den unser Vater und Gründer während seiner Exilszeit liebevoll betreute und zur Vollendung wachsen ließ. Könnten wir uns nicht alle dafür begeistern, unsere Hausheiligtümer in irgendeiner Weise zu erneuern; mag es sich dabei um Familien oder um Einzelne handeln; mag es das sein, was gerade jedem einzelnen in seiner spezifischen Situation als sinnvoll erscheinen könnte?

Oft sprach Pater Kentenich von der großen Bedeutung einer Erneuerung und betonte: Der Geist könnte ja mit der Zeit verflachen; dann stellt die Erneuerung einen wesentlichen ,neuen Gnadeneinbruch“ dar.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Auswahl, z.B.:

  • Man kann den Namen oder das Ideal des Hausheiligtums entdecken.
  • Man kann das lebendige Heiligtum erarbeiten, Symbole wählen, sie anwenden, falls es noch nicht geschehen ist.
  • Die Weihe des Hausheiligtums kann stattfinden – oder eben die Erneuerung.
  • Die Gottesmutter kann im Hausheiligtum gekrönt werden – oder die Krönung kann erneuert werden.
  • Die Gottesmutter kann ein Zepter erhalten.
  • Das Symbol des Heiligen Geistes kann seinen Platz im Hausheiligtum erhalten.
  • Das Vaterauge kann vorbereitet werden und kann seinen Platz im Hausheiligtum erhalten.

 

Das seien nur einige Anregungen, die zur Vertiefung unseres Lebens im Hausheiligtum während des Jubiläumsjahres dienen können. Dadurch werden wir bereit, dieses große Hausheiligtumsgeschenk auch an andere weiterzugeben. Alle diese einzelnen Geschenke, die wir vorbereiten, verbinden sich dann zu dem einen großen Geschenk, das wir später der Gottesmutter zum 100-jährigen Schönstattjubiläum, 2014, anbieten dürfen.

Übersetzung: Schönstätter Marienschwestern, Milwaukee, USA

Hausheiligtums-Novene – Einführung und neun Wochen-Meditationen (zip)


1 Responses

  1. Godehard Janus sagt:

    Wird die Novene zu Pater Kentenich noch aufgelegt?

    Dann schicken Sie mir bitte ein Heftchen zu.

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