Audiencia

Veröffentlicht am 2022-09-01 In Franziskus - Botschaft, Leben im Bündnis

Das Blut Jesu, das am Kreuz vergossen wurde, bildete ein Liebesbündnis, ein Heilsbündnis

PAPST FRANZISKUS – BEGEGNUNG MIT DEM GENERALKAPITEL DER SCHÖNSTATT-PATRES •

Am Donnerstag, den 1. September, empfing Papst Franziskus die Teilnehmer des Generalkapitels der Schönstatt-Patres. Der Papst betonte, dass das Geheimnis der Erlösung, die unser Herr Jesus Christus für die ganze Menschheit und die ganze Welt vollbracht hat, die charakteristische Note des hebräischen Wortes berith, Bund, Bündnis, hat. Das Blut Jesu, das am Kreuz vergossen und als Liebesopfer für uns alle dargebracht wurde (vgl. Mk 14,24; 1 Kor 11,25), begründete eine unwiderrufliche Beziehung zwischen Gott und der Menschheit: ein Liebesbündnis, ein Heilsbündnis. —

Am Abend feierten die Schönstatt-Patres die Messe in der Pfarrei der Schönstatt-Patres in Rom, Santi Patroni in Trastevere

Wir veröffentlichen hier den Text der Rede von Papst Franziskus, 01.09.2022, in einer Arbeitsübersetzung von schoenstatt.org

Liebe Schönstatt-Patres:

Ich danke dem neuen Generaloberen, Pater Alexandre Awi Mello, für seine freundlichen Worte sowie für seinen Dienst als Sekretär im Dikasterium für Laien, Familie und Leben. Und andere frühere Dienste, denn wir kennen ihn „von klein auf“ („de potrillo“ – als Fohlen), er war mein Sekretär in Aparecida, dann mein Führer in Rio de Janeiro, dann mein Sekretär hier. Ich danke dir für deine Mitarbeit in den letzten Jahren in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri zugunsten der ganzen Kirche. Ich wünsche dir einen fruchtbaren Dienst in dieser neuen Verantwortung, die dir anvertraut wurde. Ich möchte auch Catoggio danken, du gehst nach Afrika zurück. Danke, danke.

Liebe Patres der Schönstatt-Gemeinschaft, ich bete zum Heiligen Geist, dass alle Bemühungen, die ihr während des Generalkapitels unternommen habt, fruchtbar werden.

Das Geheimnis der Erlösung, die unser Herr Jesus Christus für die ganze Menschheit und die ganze Welt vollbracht hat, hat die charakteristische Note des hebräischen Wortes berith, Bund, Bündnis. Das Blut Jesu, das am Kreuz vergossen und als Liebesopfer für uns alle dargebracht wurde (vgl. Mk 14,24; 1 Kor 11,25), begründete eine unwiderrufliche Beziehung zwischen Gott und der Menschheit: ein Liebesbündnis, ein Heilsbündnis.

Und ihr, liebe Brüder, leistet der Kirche und der Welt einen wunderbaren Dienst, vor allem indem ihr Familien in den verschiedenen Ereignissen und Wechselfällen, die sie durchmachen, begleitet und allen Mitgliedern die Schönheit des „Liebesbündnisses“ verkündet, das der Herr mit seinem Volk geschlossen hat. Heute gibt es viele Ehen in der Krise, verführte junge Menschen, vergessene ältere Menschen, leidende Kinder. Und ihr seid die Überbringer einer Botschaft der Hoffnung in diesen dunklen Situationen, die jede Lebensphase durchläuft. Und das schreitet ein wenig voran zusammen mit der Aushöhlung menschlicher Werte, die durch ideologische Kolonisationen aller Art auf grausame Weise vollzogen wird.

Die Welt verlangt zunehmend, dass wir Antworten auf die Fragen und Sorgen der Männer und Frauen unserer Zeit geben. Wir sehen oft, wie das Wesen der Familie von verschiedenen Ideologien angegriffen wird, die an den Fundamenten rütteln, die die Persönlichkeit des Menschen und im Allgemeinen die gesamte Gesellschaft tragen. Außerdem gibt es in den Familien oft eine Kluft im Verständnis zwischen Alt und Jung. Kürzlich habe ich in der Mittwochskatechese bekräftigt, dass das Bündnis zwischen den Generationen, also zwischen den Älteren und den Jüngeren, das ist, was die Menschheit retten kann (vgl. Katechese der Generalaudienz, 17. August 2022), denn auf diese Weise wird die persönliche und familiäre Identität bewahrt; es wird nicht nur ein genetisches Erbe oder ein Nachname vererbt, sondern vor allem die Weisheit darüber, was es bedeutet, nach Gottes Plan Mensch zu sein. Das Geheimnis unserer Erlösung ist daher auch eng mit der Erfahrung von Liebe in Familien verbunden. Und lasst uns nicht vergessen, dass der Glaube letztlich immer „mundartlich“ durch die Familien, durch die Älteren, durch die Großeltern weitergegeben wird.

Ich denke dabei an das Vorbild der Heiligen Familie und vor allem an die Jungfrau Maria, die sich mit zärtlicher und engagierter Liebe um alle ihre Söhne und Töchter kümmert, vor allem um die Ärmsten an Leib und Seele. Im wunderschönen Hymnus des Magnificat bekennt sie die Taten des Herrn, der „die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht, die Hungrigen mit Gutem sättigt und die Reichen leer ausgehen lässt“ (Lk 1,52-53), und verweist damit auf die Verheißung, auf den Bund, der mit „unseren Vätern“ im Glauben geschlossen wurde (vgl. Lk 1,55). Die Heilige Jungfrau Maria, die von jedem Mitglied der Schönstatt-Gemeinschaft unter dem Titel „Dreimal Wunderbare Mutter“ mit großer Liebe verehrt wird, ist ein Vorbild für alle, das uns dazu auffordert, Brücken zu bauen, die auf brüderlicher Liebe und Gütergemeinschaft mit den Bedürftigsten gegründet sind, während sie uns gleichzeitig Weisheit und Mut gibt, denen entgegenzugehen, die von der Freundschaft mit dem Herrn abgefallen sind, um sie mit dem Zeugnis des neuen Lebens in Christus, das von Barmherzigkeit geprägt ist, zurückzugewinnen.

Auf meinem Nachttisch habe ich das Bild der Muttergottes; Alexandre hat es gebracht, und nach vierzehn Tagen brachte er eine Krone, um sie zu krönen. Mit anderen Worten, ich habe eure ganze Zeremonie erledigt [von eurer ‚Sekte‘ habe ich sie (lacht)]. Jedes Mal, wenn ich in mein Schlafzimmer gehe, ist das das erste, was ich sehe, und ich muss mich an euch erinnern.

Ich ermutige euch, liebe Brüder, in eurem Apostolat voranzugehen, euch immer wieder mit der Gnade des Heiligen Geistes zu erneuern und mutig neue Wege im Dienst der Familien zu gehen, um die Schönheit des zwischen Gott und den Menschen geschlossenen Bundes durch Spiritualität und das Leben christlicher Werte zum Leuchten zu bringen. Möge unser Herr Jesus Christus durch die Vermittlung der Mater Admirabilis allen Mitgliedern der Schönstattgemeinschaft stets reiche Früchte der Heiligkeit schenken. Möge Gott euch segnen. Vielen Dank!

Misa en Santi Patroni

Hl. Messe in Santi Patroni – Foto: Pamela Fabiano

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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