Veröffentlicht am 2015-11-22 In Leben im Bündnis

Oktobertag im November

USA, TEXAS, von Carlos Cantú •

Die Schönstattfamilie von Texas begeht traditionell ihren jährlichen Oktobertag am letzten Sonntag im Oktober. In diesem Jahr allerdings musste der Oktobertag wegen der sintflutartigen Regenfälle, die Texas an diesem Wochenende erlebte, am Sonntag, dem 1. November, dem Fest Allerheiligen, begangen werden. Vielleicht war es eine entsprechende Fügung, oder war es Göttliche Vorsehung, die uns daran erinnert, dass wir alle zur Heiligkeit berufen sind? An diesem 1. November fand die Feier des Oktobertages also in Verbindung mit dem Tag der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter statt. In Texas stehen für die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter am Confidentia [Vertrauens]-Heiligtum zwei besondere Tage auf dem Kalender. Diese beiden Tage sind Wallfahrtstage für alle Teilnehmer, einschließlich der Personen und Familien, die die Pilgernde Gottesmutter in ihren Häusern aufnehmen. An diesen Tagen erneuern die Koordinatoren und Missionare ihre Verpflichtung für ein weiteres Jahr; neue Koordinatoren bzw. Missionare werden beauftragt, ihr Apostolat mit der Pilgernden MTA zu beginnen; und diejenigen, die sich darauf vorbereitet haben, schließen ihr Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt im Confidentia-Heiligtum. Am 1. November waren dies neununddreißig Personen.

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Unbegrenztes, kindliches, sieghaftes Vertrauen

Es ist wichtig anzumerken, dass an diesem Tag nicht nur die neue Jahreslosung verkündet wurde – WIR GEHEN MIT MARIA – EIN NEUES PFINGSTEN FÜR UNSERE ZEIT , sondern auch der Befreiung Pater Kentenichs aus dem Exil fünfzig Jahren gedacht wurde. Dabei gedachten die Teilnehmer der drei wichtigsten Daten, die mit diesem Ereignis verbunden sind: den 22. Oktober 1965, als Papst Paul VI. Pater Kentenich wieder als Vater und Gründer der Schönstattfamilie einsetzte; den 22. Dezember 1965, als Pater Kentenich seine Audienz bei Papst Paul dem VI. hatte und den 24. Dezember 1965, als Schönstatt das Wunder der Heiligen Nacht erlebte, als Pater Kentenich nach Schönstatt zurückkehrte und die Heilige Messe im Urheiligtum zelebrierte. Natürlich wurde auch das Confidentia-Heiligtum nicht vergessen, das 1959 eingeweiht wurde und als eine Dankesgabe im Voraus für die Befreiung Pater Kentenichs aus dem Exil dargebracht wurde. Die texanische Schönstattfamilie hat eine besondere Beziehung zu Pater Kentenich, denn das Confidentia-Heiligtum war geschenkt in unbegrenztem, kindlichem, sieghaftem Vertrauen. Im Jahr 1967 sandte Pater Kentenich selbst uns das Geschenk des Vatersymbols, jetzt Teil unseres Heiligtums und bestätigte seine Verbindung mit der texanischen Schönstattfamilie.

Praktischer Vorsehungsglaube

IMG_0976Der Tag begann vor dem Heiligtum. Nach dem Verlesen der Ersten Gründungsurkunde wurde die Jubiläumshymne 2014 gesungen: “DEIN BÜNDNIS, UNSERE MISSION“. Darauf folgte ein Gebet und zum Abschluss der Gesang von MARIA DE LA ALIANZA. Dann gingen alle zum Bildungszentrum zur Feier der Eucharistie. Pater Marcelo Aravena zelebrierte die Messe. Diakon Michael Myers assistierte (Diakon Myers und seine Frau waren unter den neununddreißig, die das Liebesbündnis geschlossen haben). In seiner Predigt betonte P. Marcelo, das Liebesbündnis sei ein Weg zur Heiligkeit, und es helfe uns, auf Gott zentriert zu sein. „Gestalten wir unseren Tag mit Christus als unserer Mitte?“, fragte er. Er sagte auch: „Wenn Sie das Liebesbündnis schließen, geht es in Ihrem Leben nicht um Sie, es geht nicht um meine Wünsche, was in meinem Leben geschehen soll. Es geht darum, was Gott will, um Praktischen Vorsehungsglauben, ausgerichtet auf Gott.“

Nach der Messe sprach P. Marcelo über das neue Motto und darüber, wie wir mit Maria gehen wollen, um ein neues Pfingsten in unsere Zeit zu bringen. Wir möchten voranschreiten, wir möchten unser Liebesbündnis mit anderen teilen, und wir müssen herausgehen aus unseren Kreisen und andere umarmen.

Nach einer Mittagspause wurden diejenigen ins Heiligtum eingeladen, die zum ersten Mal als Koordinatoren bzw. Missionare beauftragt werden sollten, die ihre Verpflichtung als Koordinatoren oder Missionare für ein weiteres Jahr erneuern wollten, und die neununddreißig, die ihr Liebesbündnis schließen wollten.

Pater Kentenich Worte an seine Familie und ein Familiengebet

IMG_0981Nach der eindrucksvollen Zeremonie kehrten alle ins Bildungszentrum zurück für eine audiovisuelle Präsentation, die den Blick auf Pater Kentenich und seine Befreiung aus dem Exil richtete. Die Präsentation kreiste um Pater Kentenichs Worte an die Familien in Milwaukee: „Kind, vergiss deine Mutter nicht; Kind, vergiss die Barmherzigkeit Gottes nicht; Kind, vergiss nicht deine Erbärmlichkeit.“ Pater Kentenich verließ Milwaukee am 16. September 1965 und erreichte Rom über New York. Und der Rest ist eine schöne, gnadenvolle Geschichte, die es immer neu zu vertiefen gilt.

Nach der Präsentation gingen alle zum Heiligtum, bildeten einen Treuering zu beiden Seiten des Heiligtums und schlossen die Statue Pater Kentenichs ein. Nach dem Gesang von „Ich und der Vater sind eins“ und einer kurzen Erklärung des „Gebetes der Verpflichtung gegenüber unserem Vater und Gründer, Pater Josef Kentenich“ wurde folgendes Gebet gesprochen:

Lieber Pater Kentenich, unser Vater und Gründer,

Die gegenwärtige Zeit ist ein höchst bedeutsame Zeit für unsere Schönstattfamilie. Vor fünfzig Jahren waren die Räder in Bewegung, dein Exil zu beenden. Du hattest das Telegramm mit der Information erhalten, deinen Oberen in Rom zu berichten, und als du da warst, entfaltete sich ein Drama und enthüllte den Kampf zwischen himmlischen und dämonischen Kräften. Du allerdings bliebst ruhig, vertrautest auf die Göttliche Vorsehung. Du hattest schon die Hölle von Dachau überlebt, das Unverständnis der Kirche, die du liebtest, und die vierzehn Jahre des Exils, die dich von deiner Schönstattfamilie trennten. St. Michael und unsere Dreimal Wunderbare Mutter besiegten deine Gegner, und Papst Paul VI. rehabilitierte dich und setzte dich wieder in deine Position als Vater und Gründer der Schönstattfamilie ein. Deine Schönstattfamilie erlebte das große Wunder der Heiligen Nacht am Heiligen Abend, und die Schönstattfamilie konnte sich daran erfreuen, dass ihr Vater und Gründer sicher zu Hause war.

Wenn wir jetzt unsere Reise in den zweitenhundert Jahren seit der Gründung fortsetzen, schauen wir zurück auf unser großes Exil-Erbe und wir besinnen uns auf unser Erbe, das wir von dir haben. Es gibt drei Hauptteile unseres Exil-Erbes:

  • Das neue Vater-, Kindes- und Gemeinschaftsbild
  • Dilexit Ecclesiam (Liebe zur Kirche) und
  • Das Haus- und Herzensheiligtum

Vater, das ist das Erbe, das du uns hinterlassen hast. Mit Hoffnung und Freude, Vertrauen auf den Sieg, gehen wir mit Maria in die neueste Zeit, in die Kirche, in alle Familien, erflehen ein neues Pfingsten, indem wir in die Welt gehen und Schönstatt anbieten als ein Heilmittel für alle Zeiten.

Lieber Vater, wir versprechen dir unser Engagement. Wir wollen deine Missionare des Liebesbündnisses sein und eine Bündniskultur bauen. Du kannst auf uns, deine texanische Schönstattfamilie, zählen. Amen!“

Mit dem Vater Hand in Hand in die neueste Zeit

Im Anschluss an das Verpflichtungs-Gebet legte jeder Teilnehmer seine Hand in Pater Kentenichs Hand als Zeichen dafür, mit Pater Kentenich in die neueste Zeit zu gehen. P. Marcelo gab dann jedem ein Bild von Pater Kentenich, das Bild, auf dem er am Heiligen Abend im Urheiligtum kniet, eine Erinnerung an das Wunder der Heiligen Nacht.

Der Tag endete mit der Erneuerung des Liebesbündnisses und damit, dass man die Stimme Pater Kentenichs hörte, als er den Segen erteilt. Dann bekam jeder ein leckeres Heiligtums-Gebäck!

Taken by Sr. M. Corelia

Original: Englisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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