Veröffentlicht am 2020-06-01 In Franziskus - Initiativen und Gesten, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Heiligtümer auf der ganzen Welt zusammen mit dem Papst für ein Ende der Pandemie

PAPST FRANZISKUS, Redaktion •

„Möge Gott uns mit seiner mächtigen Hand von dieser schrecklichen Epidemie befreien, und möge das Leben mit Gelassenheit wieder seinen normalen Lauf nehmen.“ Papst Franziskus hat im Namen der ganzen Menschheit die Fürsprache der Muttergottes angefleht, dem verheerenden Coronavirus ein Ende zu setzen, die Verletzten zu schützen, die Opfer zu trösten, der Arbeit von Fachleuten, Freiwilligen und Ordensleuten zu danken und die Verantwortlichen in der Welt aufzufordern, „weitreichende wirtschaftliche und solidarische Lösungen in einem starken Geist der Solidarität“ anzubieten. In der Nachbildung der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten – wo wir uns als Schönstattfamilie am 7. September 2004 zur Vigil der Einweihung des Heiligtums von Belmonte versammelt haben – und vor fünfzig Gläubigen nahm Papst Franziskus am Rosenkranzgebet teil, zusammen mit fünfzig anderen Heiligtümern aus der ganzen Welt, von Covadonga (Spanien) bis Guadalupe (Mexiko), über Tschenstochau, Fatima, Lourdes, Maipú, Luján, Salta, Loreto, La Almudena (Madrid) und Altötting. Von Hunderten von Hausheiligtümern aus waren wir Schönstätter zwar nicht offiziell, aber in freier Initiative mit dem Papst und der ganzen Menschheit zu Füßen der Mutter von uns allen vereint. —

Vor dem Gebet schenkte Franziskus der Muttergottes einen Blumenstrauß, dann betete er den ersten Teil des Mariengebetes, den er selbst geschrieben hatte, bevor er mit dem Rosenkranzgebet begann.

O Maria,
du erstrahlst immer auf unserem Weg
als Zeichen des Heils und der Hoffnung.
Wir vertrauen auf dich, Heil der Kranken,
der du unter dem Kreuz mit dem Schmerz Jesu vereint warst
und fest deinen Glauben bewahrt hast“,
so beginnt das Gebet, das Papst Franziskus eigens für diesen Mai 2020 verfasst hat.

Das Rosenkranzgebet begann mit dem Grund für diese erneute weltweite Gebetsinitiative: „Wir stellen uns unter den mütterlichen Mantel der Jungfrau Maria, um auf ihre Fürsprache dem Herrn die ganze Menschheit anzuvertrauen, die in dieser Zeit der Pandemie auf eine harte Probe gestellt wird.“

Jedes der Glorreichen Geheimnisse wurde für die Ärzte, Krankenschwestern und das gesamte Gesundheitspersonal dargebracht; für das Militär, die Sicherheitskräfte, die Feuerwehr und die Freiwilligen; für die Priester und Ordensleute, die den Kranken die Sakramente und den christlichen Trost gebracht haben; für die Sterbenden und die Verstorbenen und ihre Familien; und für Menschen, die des Glaubens und der Hoffnung bedürfen, besonders für die Arbeitslosen, die Einsamen und die Neugeborenen.

Während des ganzen Rosenkranzes leiteten vierzehn verschiedene Personen das Gebet: ein Pulmologe des St. Philip Neri Krankenhauses in Rom, eine Krankenschwester, ein Freiwilliger des Katastrophenschutzes zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter, ein Überlebender des Coronavirus, der Kaplan des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten Lazzaro Spallanzani, die Generalobere der Töchter von St. Camillus (ebenfalls eine Überlebende des Virus), ein Apotheker, die Tochter eines Opfers des Virus, ein Journalist des Vatikans, ein Ehepaar, das während der Pandemie ein Baby bekommen hatte, und ihre älteste Tochter.

Schließlich betete Franziskus den zweiten Teil des Mariengebetes, das er für den Monat Mai verfasst hatte, bevor er den Segen erteilte und der Rosenkranz mit dem Gesang des Ave Maria von Fatima schloss.

Bevor er sich verabschiedete, sprach Papst Franziskus zu den Heiligtümern Lateinamerikas auf Spanisch: „Man sagt mir, dass viele Heiligtümer in Lateinamerika dabei sind und ich möchte einen Gruß auf Spanisch sagen: An euch alle, die Heiligtümer Lateinamerikas, ich sehe Guadalupe und so viele andere, die im Gebet verbunden sind. In meiner Muttersprache grüße ich euch und danke euch, dass ihr dabei gewesen seid. Möge unsere Mutter von Guadalupe uns begleiten.

Sein Gebet zu Maria in Zeiten von Coronavirus

»Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter.«

In dieser dramatischen Situation voll von Leiden und Ängsten, welche die ganze Welt bedrücken, wenden wir uns an dich, o Mutter Gottes und unsere Mutter, und suchen Zuflucht unter deinem Schutz und Schirm.

O Jungfrau Maria, in dieser Pandemie des Coronavirus wende deine barmherzigen Augen uns zu und tröste alle, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern und weinen, die zuweilen in einer die Seele verletzenden Weise beerdigt wurden. Stütze alle, die sich um die Kranken ängstigen, denen sie wegen der Ansteckungsgefahr nicht nahe sein können. Schenke Zuversicht denen, die wegen der ungewissen Zukunft und der Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit in Sorge sind.

Mutter Gottes und unsere Mutter, erflehe für uns bei Gott, dem barmherzigen Vater, dass diese harte Prüfung ein Ende habe und am Horizont wieder Hoffnung und Friede erscheine. Wie zu Kana trete bei deinem göttlichen Sohn für uns ein, dass die Familien der Kranken und der Verstorbenen getröstet werden und sie im Herzen wieder Vertrauen fassen können.

Beschütze die Ärzte, die Krankenschwestern und –pfleger, die im Gesundheitswesen Tätigen und die Freiwilligen, die in dieser Notsituation an vorderster Front kämpfen und ihr Leben riskieren, um das anderer zu retten. Begleite ihr heroisches Bemühen und gib ihnen Kraft, Güte und Gesundheit.

Sei du bei denen, die Tag und Nacht die Kranken pflegen, und hilf den Priestern, die mit seelsorgerischem Eifer und einem dem Evangelium entsprechenden Einsatz versuchen, allen zu helfen und eine Stütze zu sein.

Heilige Jungfrau Maria, erleuchte den Verstand der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, auf dass sie geeignete Lösungen zur Bekämpfung des Virus finden.

Stehe den Verantwortlichen der Nationen bei, dass sie Weisheit, Fürsorge und Großmut walten lassen und mit Weitblick und im Geist der Solidarität durch soziale und wirtschaftliche Programme all denen zur Hilfe kommen, denen das Nötige zum Leben fehlt.

Heilige Maria, rühre die Gewissen an, damit die Unsummen für die Vermehrung immer ausgeklügelterer Waffensysteme vielmehr einer angemessenen Forschung zur künftigen Vermeidung ähnlicher Katastrophen zugutekommen.

O geliebte Mutter, lass in der Welt das Zugehörigkeitsgefühl zu der einen großen Familie wachsen im Bewusstsein des Bandes, das uns alle eint, damit wir in geschwisterlichem und solidarischem Geiste der vielfachen Armut und den Situationen des Elends Abhilfe leisten. Stärke uns, damit wir feststehen im Glauben, Ausdauer haben im Dienen und beharrlich sind im Beten.

O Maria, Trösterin der Betrübten, nimm deine geplagten Kinder in den Arm und erwirke bei Gott, dass er in seiner Allmacht eingreife, um uns von dieser schrecklichen Epidemie zu befreien, damit das Leben unbeschwert wieder seinen normalen Gang aufnehmen kann.

Dir vertrauen wir uns an, die du auf unserem Weg als Zeichen des Heils und der Hoffnung erstrahlst. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen.

 

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