Veröffentlicht am 2. März 2018 In Dilexit ecclesiam, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Medellin, 50 Jahre danach: Eine Kirche und eine Gesellschaft mit mehr Engagement für die Armen?

ARGENTINA, AICA, Patricia Piñeyro und María Fischer •

„Wir wollen, dass unsere Wohnung und unser Lebensstil bescheiden sind; unser Kleid, einfach; unsere Werke und Institutionen, funktional, ohne Apparat oder Prunk. Wir bitten Priester und Gläubige, uns eine Behandlung zu geben, die unserer Mission als Väter und Hirten entspricht, weil wir auf die Ehrentitel einer anderen Epoche verzichten wollen.“ Klingt nach einer Morgenpredigt von Papst Franziskus in dieser Fastenzeit 2018? Könnte stimmen.—

Doch tatsächlich ist dieser Text 50 Jahre alt und stammt aus dem Dokument von Medellín, verfasst im Jahr 1968, wenige Jahre nach dem Abschluss des II. Vatikanischen Konzils. Er spiegelt den Wunsch jener Bischöfe, die im Licht des soeben zu Ende gegangenen Konzils darin ihrem Wunsch für die Realität unserer Kirchen in Bezug auf die Armut Gestalt gaben, so P. Moisés Daniel Pérez, der dabei gewesen ist, in einem Beitrag auf der offiziellen Seite des CELAM.

Auch wenn das theologische Prinzip der vorrangigen Option für die Armen ausdrücklich zum ersten Mal erst im Schlussdokument der III. Vollversammlung des Lateinamerikanischen Episkopates in Puebla 1979 formuliert wurde,  ist dieses doch eine Fortsetzung, Ratifizierung und Vertiefung der Option für die Armen, die schon das Dokument von Medellín aufzeigt. In diesem Sinne hat Medellín den Weg freigemacht zur Anerkennung der tiefgreifenden Formen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, denen die Armen ausgesetzt sind, und diese Einstellung hat sich dann in den folgenden Vollversammlungen von Puebla und Santo Domingo erhalten und vertieft.

Im Rahmen der Veranstaltungen wegen des fünfzigjährigen Jubiläums der II. Vollversammlung des Lateinamerikanischen Episkopates in Medellín, beginnt das Lateinamerikanische Zentrum der Sozialen Evangelisierung (CLAdeES) sein Studienjahr 2018 mit dem Thema: „Medellín, 50 Jahre danach: Eine Kirche und Gesellschaft mit größerem Engagement für die Armen?“

Die Veranstaltung findet am Samstag, 3. März um 9.00 Uhr in der Aula des Sadop-Institutes in Buenos Aires statt.

Die Vorträge halten Pater Juan Carlos Scannone SJ, Philosoph, Theologe und Experte in Christlicher Gesellschaftslehre, Pfr. Jorge Techera vom Zentrum für Studium und Verbreitung der Christlichen Gesellschaftslehre (Cedidosc) und ehemaliger Caritas-Direktor von Uruguay, sowie Dr. Susana Nuin von der Sophia-Universität Lateinamerikas und der Karibik.

Die Vorträge sind ein Beitrag zum 50. Jahrestag des Dokumentes von Medellin, verfasst zum Abschluss der II. Vollversammlung des Episkopates von Lateinamerika, die im September 1968 in der kolumbianischen Stadt Medellín stattfand.

Informationen:  [email protected] oder im Internet www.cladees.com.

Das CLAdeES ist ein von Mitgliedern der Schönstatt-Bewegung in Argentinien, der Fokolar-Bewegung und der Bewegung des Wortes Gottes gemeinsam getragenes Studienzentrum.

„Bei dieser Veranstaltung möchten wir gedenken, feiern und uns vor allem fragen, was wir tun und was wir noch mehr tun können, um die Botschaft dieser Versammlung zu verlebendigen, und das im Licht des Pontifikates von Franziskus“, so Patricia Piñeyro aus dem Familienbund von Argentinien und Mitglied des CLAdeES.

 

 Foto: Arbeitssitzung in Medellín 1968

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