Veröffentlicht am 12. Februar 2016 In Kirche - Franziskus - Bewegungen

Mexiko erwartet den Heiligen Vater

MEXIKO, Redaktion •

Auf der eigens für den heute beginnenden Besuch von Papst Franziskus in Mexiko erstellten offiziellen Webseite papafranciscoenmexico.org hat die Bischofskonferenz von Mexiko (CEM) das Gebet zur Vorbereitung und Begleitung dieses Besuches, der den Heiligen Vater bis zum 17. Februar in dieses Land führt, vorgestellt.

Unter dem Hashtag #OraciónxelPapa wurde darüber hinaus über die sozialen Netzwerke eine Gebets-Kampagne für den Papst verbreitet.

Eine Woche vor Beginn des Besuches hatte die mexikanische Agentur Notimex ein Video veröffentlicht, für das in vier Kurzvideos einige kurze Fragen und Botschaften der Hoffnung aus dem mexikanischen Volk zusammengestellt un dem Papst gezeigt wurden, der von Santa Marta aus darauf antwortete. Er komme nach Mexiko, so sagte er dabei, um mit dem Volk zu beten. „Ich komme, um im mexikanischen Volk etwas zu suchen, das es mir geben kann. Ich werde nicht mit dem Spendenkorb herumgehen, keine Angst. Sondern ich komme auf der Suche nach dem Reichtum des Glaubens, den ihr habt. Ich komme, um mich von diesem Reichtum des Glaubens anstecken zu lassen. Ich möchte nach Mexiko kommen, um diesen Glauben mit euch zu erleben. Das heißt, ich komme mit einem offenen Herzen, damit es sich mit all dem füllen kann, was ihr mir geben könnt.“

Das letzte Woche veröffentlichte Video ist eine Ko-Produktion von Notimex und CTV (Vatikanisches Fernsehzentrum nach seiner Abkürzung in Italienisch) von 37 Minuten Dauer, in dem Papst Franziskus vom Glauben des mexikanischen Volkes, der Bedeutung der Gottesmutter von Guadalupe für ihn und seine Erwartungen zum Besuch in Mexiko spricht.

Der Heilige Vater benutzt dabei eine klare, direkte und volksnahe Sprache; Nähe vermittelt auch seine Versicherung, er komme „nur als Pilger“ und wünsche sich vor allem, dass die Mexikaner außerhalb der Kirchen, auf den Straßen und wo es am meisten notwendig sein Zeugnis von ihrem Glauben geben.

Damit wir uns für das öffnen, was Gott uns durch ihn sagen will

Das Gebet lautet:

Mutter Gottes und unsere Mutter,

heilige Maria von Guadalupe!

Wir freuen uns und sind dankbar,

denn Papst Franziskus, der Stellvertreter deines Sohnes,

kommt uns besuchen.

Er kommt, um das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

in deine Hände zu legen

und uns eine Botschaft

der Hoffnung und Eintracht zu vermitteln.

Bitte für ihn und für uns,

dass wir uns öffnen für das,

was Gott uns durch ihn sagen will.

Und dass er uns, wenn er wieder zurückkehrt,

in seinem Herzen trägt

und in unserem Herzen

die Saaten der Umkehr

reiche Frucht tragen.

Amen.

Missionare der Barmherzigkeit und des Friedens

Unter dem Motto „Missionar der Barmherzigkeit und des Friedens“ besucht Franziskus von heute an bis zum 17. Februar Mexiko, um Zeugnis zu geben von Jesus Christus, dem Antlitz der Barmherzigkeit Gottes, die Katholiken im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung zu bestärken, und mit allen Menschen guten Willens die Werte zu teilen, die Leben, Familie und Gesellschaft so aufbauen können, dass ganzheitliche Entfaltung und ein Leben in Frieden möglich werden.

In den letzten Tagen und Wochen  wurden Menschen und Orte in ganz Mexiko, besonders natürlich die, an denen der Papst weilen wird – Ecatepec, San Cristóbal de Las Casas, Tuxtla, Morelia und  Ciudad Juárez mit großem Einsatz für die Begegnung vorbereitet. Dabei spielt die Mitarbeit der Jugend eine große Rolle – immerhin sind 50% der Bevölkerung der Mexikos unter 27 Jahre alt, und 83% der Jugendlichen zwischen 12 und 29 Jahren bekennen sich zum katholischen Glauben (Jugendumfrage 2000).

Darum ist auch die Begegnung des Papstes mit der Jugend Mexikos am 16. Februar um vier Uhr nachmittags im Stadion José María Morelos y Pavón in  Morelia, an der auch der Kirche fernstehende Jugendliche teilnehmen, besonders wichtig. “ Jugendliche, auch wenn ihr anders denkt, auch wenn ihr einen anderen Standpunkt einnehmt“, so hat Papst Franziskus sie ausdrücklich eingeladen, „ich freue mich, wenn ihr dabei seid, damit wir gemeinsam Hoffnung, Zukunft und Adel des Vaterlandes suchen.“

Visualisierung und Vertiefung

Mit 18 „Botschaften der Woche“ hat die mexikanische Kirche den Besuch des Papstes in der Sprache der Medien und der sozialen Netzwerke vorbereitet und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Visualisierung der Botschaft gelegt. Das Design dieses Botschaften, die sich alle kostenlos und einfach herunterladen lassen, ist für Whatsapp, Twitter und Facebook optimiert und besteht aus einem großen Foto des Papstes, einer kurzen Botschaft und Buttons zum sofortigen Weitergeben.

Darüber hinaus gibt es Plakate in einheitlichen Design für alle Veranstaltungsorte, eine Serie von gut gemachten Infografiken als PDF unter dem Titel „Franziskus und …“, auf denen die Botschaft des Papstes zu Barmherzigkeit, Ökologie, den Armen, den Migranten, den Familien … vertieft wird.

Jedes Thema wird dabei mit den folgenden Schritten entfaltet: Ziel – Nachdenken – Überlegen – Vornehmen – Feiern; Ausgangspunkt ist immer ein Text von Papst Franziskus, in der Regel aus Evangelii Gaudium. Wertvolles Material nicht nur für den Besuch und nicht nur für Mexiko.

Wir sind so weit, Papst Franziskus!

Freude und Erwartung auf den Besuch des Papstes im Land der Gottesmutter von Guadalupe war und ist überall zu spüren und lässt sich zusammenfassen in dem Willkommenslied von Morelia, in dem es heißt: „Wir haben dich gern, Papst Franziskus… Alles ist fertig, Franziskus kommt… Papst Franziskus, wir brauchen dein Wort… Wir haben dich gern, Papst Franziskus, denn deine Größe verbirgt sich in deiner Einfachheit. Wir sind so weit, Papst Franziskus!“

Begleiten wir Papst Franziskus in Mexiko, dem Land der Gottesmutter von Guadalupe, die er so gern besuchen will.

„Auch Guadalupano“

In dem Buch „Sie ist meine Mutter“ von Pater Alexandre Awi, auf der Grundlage eines langen, persönlichen Interviews mit Papst Franziskus verfasst, wird seine Verehrung Unserer Lieben Frau von Guadalupe deutlich. Pater Alexandre erzählt darin, wie Papst Franziskus sich gleich am ersten Tag seines Pontifikates einigen Mexikanern mit dem Wort „Ich bin auch Guadalupano“ vorstellte.

Mit diesem kleinen jovialen Kommentar, mit dem er sich nicht einfach bei den Mexikanern beliebt machen wollte, zeigte Franziskus seine Verehrung Mariens unter der Anrufung Unsere Liebe Frau von Guadalupe, Patronin nicht nur Mexikos –  des Ortes, an dem Maria im Jahr 1531 dem Indio Juan Diego in einem entscheidenden Augenblick der Evangelisierung der Neuen Welt erschien -,  sondern des gesamten Ursprungskontinentes des ersten lateinamerikanischen Papstes.

Dass Kardinal Bergoglio schon „Guadalupano“ war, lässt sich einer wunderschönen Predigt bei der Messe zur Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Länder am 12. Dezember 2011, dem Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe, entnehmen:

Als Mestizin wollte sie erscheinen. Als Mestizin wollte sie sich zeigen, wie unser Volk; sie wollte sich schwanger zeigen wie sich beim Besuch bei ihrer Base Elisabeth gezeigt hat; sie wollte sich fromm zeigen mit diesen Händen, gefaltet und zugleich offen wie eine Patene die das ganze Volk aufnimmt; sie wollte sich nicht einem Gelehrten zeigen, einem Bischof, einem Priester oder einer Nonne, sondern einem Indio, der zur Arbeit ging, um seiner Frau und seinen Kindern das tägliche Brot zu verdienen. Und mit aller Einfachheit wollte sie uns allen sagen, mit diesem Mestizengesicht und diesem Bauch, in dem Leben wächst, mit diesen betenden gefalteten und offenen Händen, dass sie mit unseren Völkern Amerikas ist. Und heute danken wir dir: Danke, Mutter, für diese Begegnung, danke, dass du eilends in diesen Amerika gekommen ist, das als Mestize geboren ist, danke, dass du uns Jesus genauso gebracht hast, wie du ihn zu deiner Base Elisabeth gebracht hast.

In Mexiko, so heißt es, ist unabhängig von allen religiösen Optionen „jeder Mexikaner Guadalupano“. Doch auch außerhalb dieses wunderbaren Landes gibt es viele „Guadalupanos“, und der jetzige Papst ist einer davon. Auf seinen ersten Seiten erinnert das Schlussdokument von Aparecida daran: „Die Erscheinung Unserer Lieben Frau von Guadalupe war ein entscheidendes Ereignis für die Verkündigung und Wertschätzung ihres Sohnes, Anleitung und Zeichen für die Inkulturation des Glaubens, Bekundung und neuer missionarischer Impuls für die Ausbreitung des Evangeliums“ (DA). In Aparecida und bei vielen anderen Gelegenheiten hat der Papst für die Wertschätzung des Ereignisses von Guadalupe im Leben der lateinamerikanischen Kirche gewirkt.

Auch wenn es kein Fest der Weltkirche ist, sandte Franziskus zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe eine Botschaft an die Christen in ganz Amerika, und zwar während der Generalaudienz am Tag zuvor (11.12.2013):

Als Unsere Liebe Frau dem heiligen Juan Diego erschien, trug ihr Gesicht die Züge einer Mestizin, und ihre Kleidung wies zahlreiche Symbole der indigenen Kultur auf“, so erinnert Franziskus. „Wie Jesus, so ist auch Maria all ihren Söhnen und Töchtern nahe; sie begleitet sie als besorgte Mutter auf ihrem ganzen Lebensweg. Sie teilt die Freuden und Hoffnungen, die Sorgen und Ängste des Volks Gottes, das aus Männern und Frauen jeder Rasse und Nation besteht.”

Bei dieser Gelegenheit betonte er:

Als das Bild der Jungfrau auf Juan Diegos Tilma (Mantel) erschien, war dies die Prophezeiung einer Umarmung: Marias Umarmung aller Völker des riesigen amerikanischen Kontinents der Völker, die bereits dort lebten, wie auch jener, die noch dorthin kommen sollten. Marias Umarmung zeigte, wozu Amerika der Norden wie der Süden berufen ist: ein Land, in dem verschiedene Völker zusammenleben können; ein Land, das bereit ist, das menschliche Leben in jeder seiner Phasen zu akzeptieren, vom Mutterleib bis ins hohe Alter; ein Land, das bereit ist, die Immigranten ebenso willkommen zu heißen wie die verschiedenen Völker und die Armen und Ausgegrenzten aller Zeiten. Amerika ist ein großherziges Land.

Der Papst identifiziert die Botschaft der Nähe, die die Jungfrau von Guadalupe hinterlassen hat, mit der eigenen Botschaft der Liebe und Zärtlichkeit der Kirche während seines Pontifikates: So lautet die Botschaft Unserer Lieben Frau von Guadalupe, und das ist auch meine Botschaft, die Botschaft der Kirche. Ich ermutige alle Bewohner des amerikanischen Kontinents, wie die Jungfrau ihre Arme voller Liebe und voller Zärtlichkeit weit zu öffnen.“

 

(Quelle: Ella es mi mamá, p. 46-48, Editorial Patris Argentina, ISBN 978-950-9579-93-4, deutsche Ausgabe in Vorbereitung)

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