Veröffentlicht am 8. Oktober 2017 In Kampagne

Eine Pferdeprozession zu Ehren der Pilgernden Gottesmutter

CHILE, Schw. M. Ivonne Latsague V. •

Es war der Termin, an dem das Pfarreibild der Pilgernden Gottesmutter von einer Kapelle auf dem Land zu einer anderen gebracht werden sollte, die beide zur Pfarrei “Niño Jesús” von Villa Alegre in der VII. Region Chiles gehören.

Doch das, was wie so oft vorher die einfache Übertragung des Bildes von einer Gemeinde in die andere zu sein schien, wurde zu einem wunderbaren Tag des Glaubens, gleichermaßen folkloristisch wie religiös geprägt.

Zum vereinbarten Zeitpunkt kamen die Huasos (so heißen in Chile die Männer, die im Süden und der Mitte des Landes die typischen Arbeiten auf den alten Bauernhöfen verrichten – also etwa die Gauchos oder Cowboys von Chile) auf dem Rücken ihrer Pferde, gekleidet mit den typischen bunten Ponchos und Decken, um die Gottesmutter Maria zu begleiten, deren Bild auf einem von einem Pony gezogenen geschmückten Karren über die Felder gefahren werden sollte. Es war wie ein „Quasimodo“, die in den ländlichen Gebieten Chiles übliche Prozession, mit der die Krankenkommunion gebracht wird; gut eine halbe Stunde bewegte sich der Zug durch die Felder. Zahlreiche Fahrzeuge folgten.

Ein leises, vielstimmiges Vespergebet

Die Gottesmutter erwies sich als Königin der Felder, es war ein schöner sonniger Nachmittag, und als es zu dämmern begann, erschien dieser Zug in den Strahlen der untergehenden Sonne wie ein leises, vielstimmiges Abendgebet. So war die Atmosphäre dieser Wallfahrt.

Bei der Ankunft am Ziel wartete der Pfarrer zusammen mit den Gläubigen dieses Bereiches an der Tür der Kapelle, um den berühmten Besuch zu begrüßen, für den ein Willkommensbogen vor dem Altar errichtet worden war.

Eine Überraschung

Nach der heiligen Messe hatte die gastgebende Gemeinde ein Fest vorbereitet, um die Mutter des Herrn zu feiern, die für einige Woche bei ihnen bleiben und Wunder der Gnade in den Herzen der Menschen wirken würde.

Die Huasos waren so begeistert mit dieser Ersterfahrung für sie, dass sie beschlossen, sich für das nächste Jahr noch besser vorzubereiten, mehr Reiter zu gewinnen und Lautsprecher mitzuführen, um die Prozession auf dem Weg zu motivieren. Diesmal waren sie spontan der Einladung der Vorbeterin der Gemeinde gefolgt, die der Gottesmutter eine Überraschung bereiten wollte!

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

 

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