Dachau

Veröffentlicht am 2021-10-03 In Kentenich, Leben im Bündnis

Wenn die Besucher wiederkommen: Gedenkstätte Dachau

DEUTSCHLAND, Schw. M. Elinor Grimm / Maria Fischer •

„Dachau – die Bedeutung dieses Namens ist aus der deutschen Geschichte nicht auszulöschen. Er steht für alle Konzentrationslager, die Nationalsozialisten in ihrem Herrschaftsbereich errichtet haben“, so der selbst mehrere Jahre im KZ Buchenwald inhaftierte Publizist Eugen Kogon. Auch aus der Geschichte Schönstatts ist Dachau nicht auszulöschen, waren doch P. Josef Kentenich und mehrere Schönstattpriester dort inhaftiert. Besuche in der Gedenkstätte Dachau sind hart. Und notwendig, um die Schönstatt-Perspektive von „Dachau“ nicht zu idyllisieren oder zu isolieren, sondern in den realen historischen Kontext zu stellen. —

Die KZ-Gedenkstätte Dachau ist seit Ende August wieder für den Besucherbetrieb geöffnet, es gilt die 3G-Regelung – Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein und dies nachweisen. Der Bunker und die Baracken sind noch geschlossen, Zugang zur Karmelkirche ist nur über den Kloster-Parkplatz möglich.

Aktuelle Informationen zu den jeweils gültigen Einlassbedingungen gibt es auf der Website der KZ-Gedenkstätte.

Dachau

Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau/ZAUBAR

Das KZ Dachau in Zeichnungen

Auf das neue ARt Projekt wird im Bereich Lagerstraße, Appellplatz an den Infotafeln hingewiesen (siehe Foto Anhang); auf der Hinweistafel ist der Pallottinerpater Richard Henkes abgebildet.

ARt ist die Kurzbezeichnung des Projektes: „Art meets Augmented Reality. Das KZ Dachau in Zeichnungen.“ AR in ARt steht für Augmented Reality. Mithilfe dieser Technologie können die Zeichnungen an den historischen Ort rückgebunden werden, indem sie heute an den Stellen auf dem Gelände der Gedenkstätte erscheinen, an denen die künstlerisch tätigen Häftlinge sie damals verorteten.

Häftlingszeichnungen sind wichtige Quellen. Im Gegensatz zu den Fotos aus der Täterperspektive der SS geben sie Einblicke in die Verarbeitung von Erfahrungen durch die Inhaftierten. Außerdem enthält ARt Teile von Graphic Novels, die von Nachkommen der ehemaligen Gefangenen und weiteren Kunstschaffenden gestaltet wurden. „Durch die Nutzung innovativer Technologien und die Einbeziehung der heutigen bildnerischen Auseinandersetzungen mit dem Leben im KZ bildet ARt eine Brücke zwischen den Generationen und lädt insbesondere Jugendliche dazu ein, sich mit der Geschichte des KZ Dachau zu befassen“, zeigt sich Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, erfreut über das neue digitale Angebot. „Mithilfe von Augmented Reality bietet ARt einen virtuellen Zugang zur Gedenkstätte und zeigt die Zeichnungen der Häftlinge in einer neuartigen Weise. Daneben regt ARt zur vertieften Auseinandersetzung mit Häftlingsbiografien an und ermöglicht so einen individuellen Zugang zum aktiven Erinnern“, ergänzt Dr. Christoph Thonfeld, Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung der Gedenkstätte.

Zudem enthält die App Audiobeiträge. Sie erklären die bildlichen Erinnerungen – unter anderem mithilfe von weiteren Überlieferungen der ehemaligen Inhaftierten.

Die ARt-App leitet die Besucher/-innen auf dem Außengelände der Gedenkstätte zu 22 Bildern. Der Rundgang mit der App, die mit Smartphones und Tablets nutzbar ist, dauert etwa eine Stunde. Die deutsch- und englischsprachige Anwendung ist seit dem 10. September 2021 kostenlos für iOS und Android in den jeweiligen App Stores erhältlich.

In der Web-Tour werden die historischen Zeichnungen durch Fotos der KZ-Gedenkstätte mit dem aktuellen Ort verbunden. Sie stellt den Rundgang barrierefrei zur Verfügung und ist demnächst auf der Webseite der KZ-Gedenkstätte Dachau erreichbar.

Dachau

Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau/ZAUBAR

Schönstatt in der Gedenkstätte Dachau

„Nächstes Jahr im März sind es 80 Jahre, dass Pater Kentenich als Häftling ins KZ Dachau kam. Am Samstag, 12. März 2022 und am Sonntag, 13. März 2022 werden wir daran erinnern, wenn möglich eine Hl. Messe feiern, verschiedene Angebote machen“, so Schw. M. Elinor Grimm, Schönstätter Marienschwester und offizielle Referentin der KZ-Gedenkstätte.

In Verbindung mit einem tieferen Kennenlernen dessen, was Dachau war und für heute ist.

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Quelle: KZ-Gedenkstätte Dachau/ZAUBAR

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