Santa Cruz do Sul

Veröffentlicht am 2021-06-23 In Leben im Bündnis

Die betenden Kinder im Heiligtum von Santa Cruz do Sul

BRASILIEN, Ruy Kaercher/Maria Fischer •

„Ich habe gehört, dass Schwester Lilian Goerck, die Provinzoberin der Marienschwestern von Rio Grande do Sul, auf einer „Pilgerreise“ in Schönstatt ist. Vielleicht sucht jemand von schoenstatt.org sie auf, um die wahren Gründe für den „Abbau“ des Heiligtums hier in Santa Cruz do Sul zu erklären?“ Diese Empfehlung von Ruy Kaercher kam mir am 17. Juni in den Sinn, als ich auf dem Weg zum Besuch bei einem Kunden in Koblenz kurz am Urheiligtum vorbeikam. —

Diese verlassene Kapelle in Vallendar, in der Josef Kentenich und einige junge Leute den Mut fassten, die Mutter des Herrn einzuladen, hier ihre Wohnung zu nehmen, auch ohne Bild von ihr, nur mit der Figur des heiligen Michael und ihrer Liebe in den vier Wänden. In mehr als 100 Jahren haben andere Wagemutige an mehr als 200 Orten der Welt Nachbauten dieser Kapelle gebaut, sie mit den gleichen Elementen wie im Original ausgestattet und Maria angeboten, darin zu wohnen und Wunder der Gnade zu wirken – nicht in erster Linie für sich selbst, wie Pater José María García in der Bündnismesse am 18. Juni in Madrid so deutlich betonte, sondern für viele andere. Und an einigen wenigen Stellen haben sie sie aus ihrem Zuhause wieder herausgeworfen. Kürzlich erst in Santa Cruz do Sul, Brasilien. Die Eigentümer warfen sie aus ihrem Haus, das eine ganze große Gemeinschaft ihr viele Jahre zuvor auf Lebenszeit, nein, für immer, angeboten hatte. Es gibt so viele Fragen für das Interview, das ich nicht machen werde.

Und die andere große Frage: Warum haben die Pallottiner das nie mit dem Urheiligtum gemacht, wo sie doch so viele Jahre lang die rechtmäßigen Besitzer waren?

Und von welchem Heiligtum müssen wir uns noch verabschieden, wenn seine rechtmäßigen Besitzer beschließen, die Elemente im Inneren abzutransportieren und in ihr Privathaus zu bringen oder das Gebäude einfach abzureißen?

Was macht das Schönstatt-Heiligtum zu einem Schönstatt-Heiligtum?

„Bei der Anhörung heute, am 2. Juni, zwischen der Stadt Santa Cruz do Sul, dem Staatsanwalt und Ombudsmann und der Schönstatt-Kongregation (lies: Institut der Marienschwestern) gab es eine Teil-Einigung. Das Grundstück an der BR 471 bleibt dienstags, donnerstags und sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr mit Bewachung durch die Kommunalwache geöffnet. Innerhalb von 30 Tagen wird die Schönstatt-Kongregation (= Marienschwestern) die Möglichkeit prüfen, weitere religiöse Symbole der Gottesmutter an diesem Ort zu platzieren, während das „Heiligtum“ (sprich: die inneren Elemente) in der Calle Tomás Flores 759 bleiben wird, für die Öffentlichkeit geöffnet jeden Tag von 7.30 bis 17.30 Uhr, bis das neue Grundstück bestimmt ist. Die Messen am 18. werden in der Kathedrale von Santa Cruz de Sul gefeiert.“

Es ist verständlich, dass dies für die Gemeinde ein schwieriges Thema ist. Bevor man definiert, was ein Heiligtum ist, gibt es erstmal die Schwierigkeit, zu bestimmen, was Schönstatt ist. Es scheint, dass sie hier wie fast überall in Brasilien die Schwestern als „Offizielles Schönstatt“ verstehen und alle anderen als eine Art dritter Orden. Aber es gibt Schönstätter, die vehement gegen die Schließung des Heiligtums sind…Was oder wer ist Schönstatt und was ist ein Heiligtum?

Ruy Kaercher vom Institut der Schönstattfamilien kann sich einen gewissen Sarkasmus nicht verkneifen: „Jetzt haben wir also „zwei“ Heiligtümer in Santa Cruz, eines mit Altar und eines ohne … Da stellt sich die Frage: Was macht das Schönstatt-Heiligtum zu einem Schönstatt-Heiligtum, der Altar, die kleine Kapelle? Die Frage ist weiterhin: Können wir dann hier in Santa Cruz eine Wallfahrt von Heiligtum zu Heiligtum vorschlagen, ausgehend vom Wohnzimmer der Schwestern in der Thomas-Flores-Straße … hin zur „Kapelle“ an der BR 471 …“?

Der Glaube des Volkes, der Glaube der Kinder

„Können sie nicht das Heiligtum mit Bildern der Pilgernden Gottesmutter füllen oder die Auxiliar ins Heiligtum stellen?“, fragten Mitglieder des Teams von schoenstatt.org. „Können wir ihnen ein MTA-Bild schenken, das wenigstens so wie das Altarbild aussieht?“ Da die Schwestern weiterhin die rechtlichen Eigentümer des Ortes sind, den sie „entheiligtumt“ haben, hängt auch das wieder von ihnen und ihrer Erlaubnis ab…

Aber es kommen Fotos von dem Ort, der von den Schwestern verlassen wurde, aber nicht von den Gläubigen und wie es scheint, auch nicht von der Gottesmutter. Menschen, die zum Heiligtum pilgern, Tag für Tag. Eine Gruppe der Mütterbewegung betet dort jeden Dienstag. Paare, die es an einem anderen Tag tun.

Und auch Kinder. Zwei kleine Kinder mit ihrer Mutter knien vor dem Altar, wo jetzt nur noch ein Bild der Gottesmutter, einige Blumen und die Schmutzränder der weggeholten Symbole des Heiligtums an den Wänden sind…

Dieser einfache Glaube berührt und gibt Hoffnung.

Was macht das Schönstatt-Heiligtum zu einem Schönstatt-Heiligtum, der Altar, die kleine Kapelle? Nein, sagt Pater Kentenich. Nein, sagt die Schönstattgeschichte. Es sind die Beiträge zum Gnadenkapital, diese realen Beiträge, die nicht nur fromme Gefühle sind, sondern reale, konkrete Beiträge.

Mit Gnadenkapital, ernst genommen, gab es ein Heiligtum in Dachau. Mit realem Gnadenkapital kann es an den härtesten und „atheistischsten“ Arbeitsplätzen Heiligtümer geben. Mit Gnadenkapital kann es ein Heiligtum in Kuba, in Nordkorea, in den Gefängnissen von Hamburg und Itaugua geben.

Mit Gnadenkapital, mit unserem realen Gnadenkapital, kann es ein Heiligtum an der BR 471 in Santa Cruz do Sul geben, in diesem Heiligtum, von dem nur die Mauern und der einfache Glaube des Volkes Gottes übrig geblieben sind.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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