Veröffentlicht am 10. Mai 2015 In Schönstätter, Schönstätter vernetzen

FREUE DICH, MARIA!

ARGENTINIEN – Claudia Echenique und Cecilia Mata •

¡Rallegrati, Maria! (Freue dich, Maria!) So beginnt der am 8. September 2004 auf schoenstatt.org veröffentlichte Artikel, in dem zum ersten Mal am Schluss der Satz auftaucht: „Ins Italienische übersetzt von Maria Tedeschi“. Seitdem und dank der unzähligen von Maria Tedeschi von La Plata aus, ist die italienische Fassung von schoenstatt.org ein Dienst für den Aufbau der Schönstattfamilie in Italien geworden. An diesem Montag, 11. Mai, wird María Tedeschi 90 und übersetzt weiter. Als Team von schoenstatt.org danken wir Gott und der Gottesmutter für ihr Leben und für ihre Aufgabe.

IMG_7845Cecilia Mata erzählt: „Letztes Jahr überprüfte ich vor dem Hochladen einige Abschnitte eines aus dem Spanischen ins Italienische übersetzten Artikels und stellte fest, dass ein Absatz fehlte. Ich schrieb das Maria Fischer und sie antwortete: ‚Sie können direkt an Maria Tedeschi schreiben und sie bitten, den fehlenden Satz noch zu übersetzen; so etwas kann passieren, Maria Tedeschi ist schon 89 Jahre alt…‘. Was sie danach schrieb, las ich nicht mehr. Ich war wie erstarrt. Das konnte doch nicht sein, ich musste etwas falsch gelesen haben. Ich las den Satz noch einmal. 89 Jahre. Und dann schrieb ich an Maria Tedeschi und wusste gar nicht, wie ich anfangen und noch weniger, wie ich jetzt den fehlenden Satz reklamieren sollte! Und schließlich nutzte ich die Gelegenheit und schrieb ihr: ‚Ich würde Sie gerne kennenlernen.‘ Nachdem Maria Tedeschi sich für den vergessenen Satz entschuldigt hatte (Als ob das nötig gewesen wäre!), meinte sie: ‚Warten wir aber noch, bis das Wetter etwas besser wird.‘ Es war Winter, und wer in dieser Gegend lebt, weiß, dass die Winter in La Plata ziemlich kalt sind. Ich sagte zu Claudia: ‚Wir müssen sie besuchen.‘ Und dann vergingen die Monate, der Sommer war vorbei und die ersehnte Begegnung wurde immer wieder verschoben.“

Voller Leidenschaft für das, was sie tut

Die Gottesmutter hatte eben etwas Besonderes vor: Wir nutzen den Besuch von Maria Fischer in Buenos Aires und fuhren zu dritt zum Mittagessen in die Wohnung von Maria Tedeschi in La Plata. Es war ein Mittag im April, als wir dort ankamen, es war bedeckt, nicht kalt, doch die Feuchtigkeit und der drohende Regen hatten die Hitze der vergangenen Tage vertrieben. Als sich die Wohnungstür öffnete, sahen wir eine attraktive, hübsche Frau (piccobello mit ihrer Perlenkette und ihrem getupften Kleid), die uns voller Freude und Ergriffenheit empfing und langsam mit diesem warmen italienischen Akzent sprach.

Maria F. konnte endlich diese Mitarbeiterin kennenlernen, mit der sie seit 11 Jahren per Mail und Skype kommuniziert – jetzt endlich standen sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber! Cecilia und ich waren so ergriffen, dass diese Begegnung Wirklichkeit geworden war, dass es uns heute noch schwer fällt, Einzelheiten aus dem Gespräch wiederzugeben. Wir waren voll und ganz davon erfüllt, diese große Frau aufzunehmen, eine Frau mit so viel Kraft, solcher Fähigkeit, so viel Leidenschaft für das, was sie tut, solcher Liebe zu ihrer Aufgabe, solcher Dankbarkeit für das Lieben, für so viele Lebensjahre…

 

visita

„Ja glauben Sie denn, ich könnte das nicht selbst auf der Seite raussuchen?“

Maria Tedeschi kam als junge Frau nach Argentinien, gründete eine Familie und schenkte der Gottesmutter das schönste Geschenk: einen Sohn als Schönstattpater, Pater Ludovico Tedeschi. „Ich habe nie gearbeitet“, sagt sie, als ob Ehefrau, Mutter und Hausfrau nicht eine riesige Arbeit wäre! Die Jahre vergingen, die Kinder wurden groß, es kamen Enkel und Urenkel, und immer war sie ganz für ihre große Familie da. Und eines Tages starb ihr Ehemann. Und sie blieb ohne den Gefährten so vieler Jahre und hatte das Gefühl, dass ihr Leben jetzt auch keinen Sinn mehr machte.

Es war der Moment, in dem Pater Ludovico Tedeschi die brillante Idee hatte, ihr die Möglichkeit zu geben, für schoenstatt.org „ein paar“ Übersetzungen ins Italienische zu machen. Sie erzählte uns, dass Maria Fischer ihr damals angeboten hatte, ihr die zu übersetzenden Artikel als Worddokument zu schicken, um ihr die Arbeit zu erleichtern. Worauf sie recht temperamentvoll geantwortet habe: „Ja glauben Sie denn, ich wäre nicht in der Lage, die Artikel selber auf der Seite zu suchen?“ Pionierfrau der Selbständigkeit und Selbsttätigkeit und mutig dazu! Und dann gab es kein Halten mehr. Jahr für Jahr erfreute sie uns mit ihren Beiträgen in der Sprache Dantes. Fünf, sechs, manchmal 10 Übersetzungen pro Woche. Und sie lernte mit jeder Änderung und Neuerung umzugehen. Manch einen Artikel traf ihr vernichtendes Urteil: „Der lohnt sich nicht zu übersetzen, da macht sich nur jemand wichtig.“ Sie hatte immer recht.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Maria!

Vor einigen Monaten musste sie aus gesundheitlichen Gründen ihre äußerst fruchtbare Arbeit unterbrechen. Bei unserem Besuch erzählte sie, es fiele ihr schwer, die dicken Wörterbücher zu heben, die sie für ihre Aufgabe brauche, und es sei ihr ganz arg, dass sie nicht in ihrem alten Rhythmus beitragen könne. Um wieder Kraft und Konzentration aufzubauen, übersetze sie gerade ein Buch, doch sie wolle so schnell wie möglich zurück zu schoenstatt.org. Bevor wir uns verabschiedeten, versprach sie, sofort wieder anzufangen und „wenigstens einen Artikel pro Woche“ zu schicken.

An diesem Montag, 11. Mai, wird Maria Tedeschi 90 Jahre alt. Von ganzem Herzen sagen wir ihr: „Danke für Ihr Beispiel, dafür, dass Sie uns anspornen, über uns selbst hinauszuwachsen und jeden Tag etwas mehr zu geben.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, MARIA!“

Maria Tedeschi

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

Schlagworte: , , , , , , ,