Veröffentlicht am 29. März 2018 In Kampagne, Urheiligtum

Ein europäisches Netzwerk für die Weitergabe des Glaubens

URHEILIGTUM, Mary Cole •

Meine Teilnahme an der Europa-Konferenz der Kampagne der Pilgernden  Gottesmutter vom 16. bis zum 18. März in Schönstatt war eine Entscheidung in letzter Minute. Ich war gefragt worden, ob ich die Grundsatzreden von P. Walter und Sr. Cacilda, die für das neue internationale Koordinierungsbüro der Bewegung ernannt worden sind, ins Englische übersetzen könnte. P. Walter ist hauptsächlich in Rom und Sr. Cacilda in Schönstatt ansässig. Sr. Marié Munz als Koordinatorin des Projektes der Pilgernden Gottesmutter in Deutschland hat gemeinsam mit ihrem Team die Konferenz organisiert. Sie lud mich ein, an der Konferenz teilzunehmen und P. Bryan (Bewegungsleiter in England) war einverstanden, also ging ich hin.

Siebzehn Länder waren vertreten: Österreich, Belgien, Kroatien, Tschechische Republik, England, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweiz. Jeder Teilnehmer bekam einen Ordner, der auch die Namen und Länder aller Anwesenden enthielt. Ich entdeckte, dass die Menschen aus Osteuropa gut Englisch sprechen können. Dass außer mir selbst noch jemand aus dem Team von schoenstatt.org dabei war, ist weder mir noch ihm, der diesen Artikel gerade ins Portugiesische übersetzt, aufgefallen.

Was mir bald klar wurde, es war für alle wichtig, dass England vertreten war. Ich habe nicht mehr gezählt, wie oft völlig Fremde auf mich zukamen und sagten, wie schön es sei, dass jemand aus England dabei sei. Ich war überrascht und demütig. Leider habe ich die Eröffnung am Freitagabend verpasst, einfach weil sie zu lang war und ich meine Kräfte für den folgenden Tag brauchte, und eine Anzahl von Teilnehmern sagte mir, es sei auch für sie viel zu lang gewesen. So verpasste ich die Einführungen.

Am Samstagmorgen begannen wir mit der Messe in der Hauskapelle von Marienland, eine sehr frohe Messe in vielen Sprachen. Danach folgte ein reichliches Frühstück, bevor wir uns um 9.30 Uhr in unserem Raum versammelten zum Vortrag von P. Walter mit dem Titel: „Europa und die Stimmen unserer Zeit“. Ich werde nicht versuchen, eine sehr dichte Rede zusammenzufassen, sondern aufzeigen, was mir besonders aufgefallen ist.

European Conference on the Pilgrim Mother Apostolate

Europa, zusammenbrechender Glaube und Rosenkranz

Pater Kentenich hat gesagt, so P. Walter, dass Schönstatt drei große Ziele verfolge: die Formung des neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft im Dienst eines universellen Apostolates; Bewahrung der ursprünglichen Sendung des Westens, den Glauben an die Welt weiterzugeben; Aufbau und Inspiration einer Vereinigung aller apostolischen Initiativen in der Kirche.

Die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter dient dem zweiten Ziel: Rettung und Weitergabe des Glaubens durch die Zeit des Zusammenbruchs hindurch, in der wir uns befinden. Pater Kentenich hat vorausgesehen, dass eine turbulente Zeit der Erschütterung und des Zusammenbruchs bevorsteht, und bestätigte (im Jahr 1968), dass unter anderen Lebensaufbrüchen in der Schönstattbewegung die Rosenkranz-Kampagne der Pilgernden Gottesmutter einen wesentlichen Beitrag zur pastoralen Praxis leisten könnte. Warum? Der Rosenkranz sei ein Kompendium von allem, was wir von Jesus wissen und fördere einen Zugang zu ihm durch seine Mutter. Gleichzeitig vermittelt das Bild durch seine Verbindung mit dem Heiligtum die Heiligtumsgnaden: die Gnade der Beheimatung, der Wandlung und der Sendung. Joao Pozzobon hat die Wandlung erfahren, die durch den Besuch der Gottesmutter geschehen ist, und das  hat ihn bewogen, bis zum Ende seines Lebens weiterzumachen. Wie er gesagt hat, wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen, müssen Mutter und Sohn zu den Menschen gehen. Da wiederholt sich, was im Haus von Elisabeth und Zacharias geschehen ist: die Mutter begann zu prophezeien, der Vater erlangte seine Sprache wieder, und das Kind wurde schon im Mutterschoß geheiligt, wie Pater Kentenich oft gesagt hat.

 

European Conference on the Pilgrim Mother Apostolate

Lichterrosenkranz, „importiert“ von der Rosenkranz-Kampagne der Pilgernden Gottesmutter in Argentinien

Erfahrungen aus Brasilien

In ihrem Vortrag sprach Sr. Cacilda unter anderem über das, was in ihrem Heimatland Brasilien geschehen ist. Viele Jahre lang erlebte die Kirche einen Zusammenbruch, wobei viele der Gläubigen zu evangelikalen oder pfingstlichen Kirchen und Sekten hingezogen wurden. Jetzt wird Gemeinde um Gemeinde durch die Pilgernde  Gottesmutter wiederbelebt und die Menschen kommen zurück. Es gibt auch viele Konvertiten. Warum? Die Gottesmutter baut ein Netzwerk auf, in dem Menschen sich wieder zu Hause fühlen. Sie können auch ihren Glauben auf ihre eigene Weise ausdrücken, spontan, begeistert, informell. Durch den Rosenkranz entdecken sie größere Glaubenstiefen als anderswo und werden nach und nach zur Fülle des Glaubens hingezogen.

Den Vortrag von Sr. Cacilda haben wir für die Mittagspause unterbrochen, dann beteten wir um 14.30 Uhr in der Hauskapelle den Lichterrosenkranz (original von der Rosenkranz-Kampagne der Pilgernden Gottesmutter in Argentinien, angeregt durch den Vortrag von Pater Kentenich 1949 in Villa Ballester: „den Rosenkranz beten, darstellen und leben“) in der Hauskapelle – das habe ich zum ersten Mal erlebt. Dann kehrten wir in unseren Raum zurück für den restlichen Vortrag von Sr. Cacilda und die Diskussion:  Was fanden wir wichtig? Es war interessant zu sehen, wie sich die Akzente abhängig vom Land veränderten, aber alle brannten darauf, mehr zu tun, es besser zu machen. Der missionarische Eifer ist herzerwärmend.

Kosakentanz und  God save the Queen

Nachdem wir so hart gearbeitet hatten,  machten wir eine Pause für ein europäisches Abend-Büfett. Meiner Güte, woher kamen all diese guten Sachen? Vor dem Speisesaal standen lange Tische, beladen mit einer Fülle von süßen und herzhaften Köstlichkeiten, und im Speisesaal gab es alle Arten von nationalen Spezialitäten. Es war schwierig, unter all den Brotsorten, Fleisch und Käse eine Auswahl zu treffen. Danach war noch eine Menge übrig, aber ich hörte, dass nach unserer abendlichen Sitzung das meiste davon auch verschwunden war. Natürlich, aus dem Vereinigten Königreich war nichts dabei!

Der Abend wurde als “Kulturabend” begangen. Die Gruppe aus Kroatien hatte die Organisation, und jedes Land war aufgerufen, einen Beitrag zu leisten. Die Russen schienen Jahre  mit dem Üben für ihren Kosakentanz verbracht zu haben, sie hatten die Mitarbeit einer der polnischen Frauen gewonnen. Sie hatten auch eine dieser russischen Puppen, die ineinander gesteckt werden. Einige der Aktionen ernteten stürmischen Beifall, und es war schön zu sehen, wie die Menschen aus verschiedenen Ländern dabei mitmachten. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich aufgerufen wurde, aber England musste auftreten, und auf  Anhieb fiel mir nichts anderes ein als zu singen „God save the Queen“ (Gott schütze die  Königin). Alle haben mitgemacht, so war die Stimmung. Am Ende machten wir eine Lichterkette, die vor die Bilder unserer MTA und Pater Kentenichs gestellt wurden.

Aussendung im Urheiligtum

Meine Freunde hatten den ganzen Tag gefilmt und filmten auch am Abend, so gingen wir alle zusammen nach Hause. Es hat gefroren (minus 5 Grad Celsius) und war fast 23 Uhr. Zum Glück wollten viele der Teilnehmer am Sonntagmorgen zur Einkleidungsfeier von fünf Novizinnen der Schwestern, so hatten wir anderen frei bis zum Mittag. Nach dem Essen machten wir in kleinen Gruppen eine Ausblick in die Zukunft. Die Beiträge waren gut, aber so unterschiedlich, dass die Organisatoren sie später zusammenfassen und uns das Feedback geben müssen.

Um 15 Uhr wurden drängten wir uns im Urheiligtum zusammen für die Aussendung und den Segen. Jedes Land erhielt eine kleine Krone mit den Worten: Nichts ohne dich, MTA, was jeder Vertreter beantwortete mit: Nichts ohne uns! Jeder in seiner eigenen Sprache. Wir erneuerten unser Liebesbündnis und dann sagte jedes Land: Sie ist der Große Missionar, sie wird Wunder wirken! Ein Wort von Vinzenz Pallotti, das von Pater Kentenich und Joao Pozzobon aufgegriffen wurde. Die Pilgernde Gottesmutter WIRD Wunder wirken, wenn wir uns von ihr als ihre Werkzeuge gebrauchen lassen.

Wir versammelten uns alle an den Heldengräbern neben dem Urheiligtum für das Gruppenfoto, dann mussten wir uns verabschieden. Meine Freunde kommentierten, dass man nie vermutet hätte, dass eine große Gruppe Fremder aus sehr verschiedenen Ländern sich an diesem Wochenende zum ersten Mal getroffen hatte. Ein europäisches Erlebnis. Sie haben sich sicherlich als Freunde getrennt.

Original: Englisch, 27. März 2018. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

Die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter: Sie ist der große Missionar, sie wird Wunder wirken

 

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