Veröffentlicht am 24. Juli 2016 In Urheiligtum

Wer mich sucht …

WJT 2016/URHEILIGTUM, von Maria Fischer •

In dem dicken Umschlag in meiner Hand sind über 1000 Briefe an die Gottesmutter von Schönstatt im Urheiligtum, in den letzten Wochen über schoenstatt.org geschickt; jetzt gehe ich an diesem 21. Juli mit dieser kostbaren Last zum Urheiligtum, diesem allen Schönstättern so wichtigen und heiligen Ort. Es ist ein sonniger, ruhiger Tag, und auch wenn schon eine ganze Reihe Jugendlicher auf dem Weg zum Weltjugendtag in Krakau hier sein müssten, sieht man weit und breit niemanden.

Begegnung

Wieviel Liebe, wieviel Vertrauen, wie viele Bitten habe ich meinen Händen! Wie viele Menschen schreiben, teils Tag für Tag, einen Brief an die Gottesmutter im Urheiligtum. Ein leiser Dienst den wir seit Jahren auf unserer schoenstatt.org anbieten.  Jetzt also bringe ich diese ausgedruckten Briefe, die die MTA längst gelesen hat, in den Krug im Urheiligtum – Briefe aus El Salvador, Spanien, Argentinien, Brasilien, Deutschland, Österreich, Kolumbien, Mexiko, Koratien, USA, Puerto Rico, Ecuador, der Schweiz … Ich bete für alle, die ihr ganzes Vertrauen auf das Liebesbündnis setzen, für die Mitarbeiter und Besucher von schoenstatt.org, und bete/denke, dass Sebastián Denis aus Paraguay, Kandidat der Marienbrüder, heute mit der Schönstattjugend seines Landes in Schönstatt sein müsste, auf dem Weg zum Weltjugendtag… Er scheint kein Internet zu haben, denn in Whatsapp taucht er seit Tagen nicht mehr auf und es war nicht möglich, irgendwie ein Treffen zu vereinbaren. Gottesmutter, ich hätte gerne… Jemand klopft mir von hinten auf die Schulter. Ich drehe mich um und befinde mich schon in der festen, freudigen Umarmung von Sebastian Denis –  „Das glaub ich jetzt nicht!“ –  und die heilige Stille ist erst mal hin. Sebas erklärt mir und der ganzen Welt laut und begeistert: „Ich habe es doch gewusst, wer mich sucht, findet mich im Heiligtum!“

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Urheiligtum am Nachmittag des 21. Juli

Gnadenträger

Statt in den Krug wandert mein Umschlag in die Hände von Sebas und Roberto Gonzales, Novize der Marienbrüder, der seit einigen Monaten zum Deutschlernen in Deutschland ist.  Zuvor hatte er in Paraguay in der Gefängnispastoral von P. Pedro Kühlcke mitgearbeitet. „Maria ist auch eine Mitarbeiterin von Pater Pedro bei der Pastoral“, stellt Sebas mich vor.  „Ich würde euch beiden gerne diesen Umschlag überlassen“, sage ich, „der ist kostbar…“ – „Ja“, sagt Roberto. „Das spürt man. Ich habe richtig Gänsehaut. Tausend Briefe…“ Sie wollen den Umschlag aber nicht jetzt in den Krug legen, sondern ihn mitnehmen in die Gruppe der Schönstattjugend. Heute Abend haben sie Messe im Urheiligtum, erklären sie mir, mit Liebesbündnis und Blankovollmacht … Da kommt dann den Briefumschlag in den Krug.

Vom Urheiligtum aus nach Krakau

Die Gruppe hatte das Flugzeug verpasst und war darum statt drei Tage nur einen Tag in Schönstatt, den aber nutzen sie intensiv. Wenig Tourismus und Besichtigung, viel Gebet, Liebesbündnis, am Abend zuvor eine Vigil im Urheiligtum bis drei Uhr morgens… Das riecht nach dem Jugendfestival vor dem Weltjugendtag 2005 in Köln mit diesen Nächten im Urheiligtum voller Liebe, Einsatz, Freude, Versprechen und Musik…

Sebastian verspricht, Fotos und Zeugnisse vom Weltjugendtag zu schicken, aus dem Erleben der Paraguayer. Wir sind also dabei!

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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