Veröffentlicht am 2015-12-20 In Urheiligtum

Auf Wallfahrt durch Schönstatt

Von Federico Bicciconti, Bahía Blanca, Argentina •

12241373_780980575380939_5633592816635924938_nFederico ist ein 24jähriger Argentinier, und er war vor etwa fünfzig Tagen in Schönstatt. Die meisten regelmäßigen Leser von schoenstatt.org werden sich an ihn erinnern:

Der junge Argentinier, der den Jakobsweg gehen wollte, von Lourdes nach Santiago de Compostela, und der dazu von Schönstatt, vom Urheiligtum aus aufbrechen wollte.

„Vor einiger Zeit habe ich versprochen, Ihnen ein kurzes Zeugnis von meinem Besuch in Schönstatt zu schreiben, und wie Sie später sehen werden, ist dieser Brief schon vor einiger Zeit geschrieben worden. Ich hoffe, die Zeit ist gekommen, um Ihnen meine Geschichte mitzuteilen“, schrieb er an die Redaktion von schoenstatt.org und fügte hinzu: „ Lassen Sie mich sagen, dass ich das Ziel meiner Reise erfüllt habe. Ich kam in das Land von Santiago de Compostela und an die Küste am Ende der Welt nach einunddreißig Tagen und 1100 km Wallfahrt. Ich schicke Ihnen meinen Überblick mit einer Seele voller Jubel über alles, was ich kürzlich erlebt habe, und ich schließe eine feste Umarmung für Rektor Egon Zillekens ein.“

Meine Erfahrung durch Schönstatts unbeschreibliche Hügel und Täler

20151003_093039Paris, Frankreich, 5.10.2015

Ich sitze an der einzigen geöffneten Bar am Anfang des Weges durch die Straßen von Paris, und in der Morgendämmerung, die offenbar einen nassen Tag anzeigt, und fange an, meinen Erinnerungen und Empfindungen nachzugehen.

Ich hatte gerade vor ein paar Tagen Deutschland verlassen, und obwohl alles noch sehr frisch in mir ist, zeigt mir ein Hauch von Inspiration, dass es an der Zeit ist, zu erzählen, was sich ereignet hat.

Ich habe vorausgesehen, wie schwierig die Aufgabe ist, meine Erfahrungen vom Pilgern durch Schönstatts unbeschreibliche Hügel und Täler zu erzählen, und wenn ich auch versuchen will, überflüssige Details von meinem Besuch in den Schönstattheiligtümern wegzulassen, lesen Sie zwischen den Zeilen, dass ich jede Sekunde meiner Erlebnisse mit eingearbeitet habe, um eine Geschichte zu formen, die nur schwer zu vergessen ist. Die Freundlichkeit der Schwestern und Angestellten, Rektor Egon Zillekens großzügige Gastfreundschaft, und die freundlichen Grüße jeder Person, die mich meinen Rucksack tragen sah. Die Gottesmutter war meine treue Begleiterin bei meinen letzten Reisen und Geschichten.

Außerdem füge ich hinzu, dass, obwohl dies mein erster Besuch in Schönstatt war, ich schon Besuche gemacht und das Gefühl vom Schutz der Gottesmutter erlebt habe in Buenos Aires wie in Mar de la Plata, Paso Mayor (nahe bei Bahia Blanca, meinem Geburtsort) und Comodoro Rivadavia (Chubut, Argentinien). Deswegen hatte ich ein passendes Muster für die Zeit des spirituellen Kontaktes.

Jetzt, nachdem ich meine Gedanken geordnet hatte, war mein erster Eindruck, dass es sehr wenig Unterschied machte in Vallendar zu sein. Wer immer die Heiligtümer in der Welt gebaut hat, hat die Prämisse respektiert, die exakten Maße vom Urheiligtum beizubehalten.

Obwohl es einen großen Unterschied in mir gab …

Im Inneren des Heiligtums bin ich zu Hause

20151003_100603Vielleicht wegen meines gegenwärtigen Augenblicks der Pilgerfahrt durch Europa, vielleicht weil ich so weit weg bin von zu Hause, das erste, was ich wahrnahm, war die angenehme Empfindung, mich zu Hause zu fühlen. Für eine Minute, und dann, nach einiger Zeit, war ich kein Besucher mehr. Ich war zu Hause, in meinem Heiligtum.

Darüber hinaus möchte ich diesen Punkt betonen, und es ist kein Zufall, dass ich es als erstes sage, denn für mich war das ein wohlbekanntes Gefühl innerhalb der Bewegung.

Das sind Gefühle, beladen mit Melancholie für einen Reisenden, der für lange Zeit von zu Hause fort ist, und zu meinem Glück verschwanden sie in Schönstatt.

Im Inneren des Heiligtums bin ich zu Hause.

Wahrnehmen in der Stille

Sehr früh am zweiten Tag begann ich mit der Aufgabe, die verschiedenen Heiligtümer zu besuchen, die man rund um das Tal finden kann.

Im Lauf des Nachmittags erhöhten sich die Kilometerzahlen auf meinem Schrittzähler.

Manchmal ging ich langsamer oder stoppte, und dann wieder nahm ich Tempo auf, um getreu auf all die Emotionen zu reagieren, die aufkommen zwischen Stempel und Stempel, zwischen Konversation und Stille.

Später würde dieser Effekt häufig auftreten, und stärker während meines Pilgerweges über 1.100 km auf meinem Weg nach Santiago de Compostela; es war ein Zustand, den ich von Anfang an zu respektieren versuchte, weil Natur und Stille die großen emotionalen Katalysatoren sind. Ich versuchte offen zu sein, um wahrzunehmen und entsprechend, ohne Einmischung durch Argumentation, auf den ursprünglichen Eindruck zu reagieren.

Es ist wichtig klarzustellen, dass ich mir vorbehalte zu beschreiben, was mit mir während der Zeit geschah; es sind sehr persönliche Gefühle, die in meinem Inneren bleiben, und sie sind Nahrung für meine Seele. Es hat keinen Wert, sie ausdrücklich mitzuteilen.

Was eindeutig relevant ist, dass ich jede Person, die durstig ist nach einer Begegnung mit der Gottesmutter und mit sich selbst, leidenschaftlich ermutige, Schönstatt zu besuchen. Ich lade die Unruhigen und die Neugierigen ein, ich lade die Selbstbewussten ein und die Verlorenen.

Im Einfachen ist Tiefe

20151003_103845Noch in derselben Nacht in Hillscheid, nachdem ich meinen letzten Stempel hatte und bevor ich auf der Couch einer Familie schlief (sie hatten mich freundlich eingeladen bei ihnen zu bleiben), dachte ich über alle die Erfahrungen nach.

Dann seufzte ich, weihte mich der Gottesmutter und sagte Dank für dieses neue Abenteuer.

Es ist das Abenteuer, den Reichtum der Gottesmutter in den kleinen Taten und bescheidenen Gesten der Freundlichkeit zu entdecken von Menschen, die ich jeden Tag sehe.

Aus irgendeinem Grund haben große Kathedralen, Klöster und monumentale Exerzitienhäuser nie meine Aufmerksamkeit erregt.

Ich glaube, die Tiefe liegt in den einfachen Dingen genauso wie im täglichen Leben.

Ich glaube, im Einfachen ist das Heilige; im Einfachen finde ich meinen Glauben, und vielleicht ist das deshalb so, weil ich im Einfachen als größten Exponenten das Heiligtum der Gottesmutter finde.

Die Geschichten werden immer wieder kommen, und ich zweifle nicht, dass meine Reise weiterhin gesegnet wird, wie sie es bis jetzt war. Dieser Besuch in Schönstatt wird nicht unbemerkt sein; seine Gnaden werden mich begleiten auf der mühsamen Reise, die mich in wenigen Tagen erwartet.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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