Veröffentlicht am 2015-10-18 In Urheiligtum

Segne jetzt und von hier aus jeden aus unserer weltweiten Familie …

Von María Fischer •

Mittwoch, 14. Oktober, Urheiligtum, mitten in der Novene zum 18. Oktober, auch wenn es diese Tradition in Deutschland und am Urheiligtum nicht gibt: Für viele von denen, die sich an diesem Abend im Urheiligtum versammelt haben, ist es etwas, das sie aus ihren Ländern kennen, und so nehmen sie den Abendsegen als Novene zum 18. Oktober. Und das passt. „Wer von Ihnen versteht kein Deutsch?“, fragt Rektor Egon M. Zillekens zum Beginn des Abendsegens, einer Tradition, die nun schon seit einigen Jahren Abend für Abend um neun Uhr Jugendliche und Erwachsene aus verschiedenen Ländern, die gerade in Schönstatt sind – sei es als Pilger oder als Einwohner – im Urheiligtum versammelt.

An diesem Abend stellt Ana Lucía Ivaldi aus Villa Ballester ihre Peregrina auf die Kommunionbank. Eine Jugendliche lässt sich davon anregen, auch ihre Peregrina dorthin zu stellen.

2000 Briefe an die MTA im Krug

Schon vorher habe ich in aller Stille gut 150 beidseitig engbedruckte Blätter in den Krug gelegt. Sie enthalten die Briefe, die über schoenstatt.org direkt an die Mutter des Herrn und unser aller Mutter ins Urheiligtum geschickt wurden. Die virtuelle Variante eines Brauches, den Pater Kentenich schon ganz am Anfang Schönstatts eingeführt hat. 2000 Briefe aus den letzten vier Wochen. Sie kommen aus allen Ländern, in denen es Schönstatt gibt, und sie kommen auch aus Ländern, die man nicht spontan aufzählen würde, wenn es um die Verbreitung Schönstatts ginge: Singapur, Katar, El Salvador, Guatemala, Belize, Kanada, Niederlande, Schweden … Bitten, Dank, Gebete, Versprechen, Dank – all das füllt jetzt den Krug im Urheiligtum.

Argentinien, Costa Rica, Indien, Ecuador, Chile, Paraguay, Deutschland …

“Wer von Ihnen versteht kein Deutsch?“, fragt Rektor Zillekens auf Spanisch. Viele Hände gehen in die Höhe. „Von woher kommen Sie?“ – „Argentinien, Costa Rica, Paraguay, Chile…“ Es ist auch jemand aus Indien da, und auch Deutsche, und so wird beschlossen, die einfachen Texte des Abendsegens in zwei Sprachen zu beten, Spanisch und Deutsch. Eine Jugendliche aus Costa Rica liest die Texte in Spanisch, Rektor Zillekens in Deutsch und leitet zweisprachig die freien Momente.

Liebe dreimal wunderbare Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt. Wir wollen auch heute Abend und an diesem heiligen Ort

unser Liebesbündnis neu besiegeln.

Dabei überdenken wir den zu Ende gehenden Tag. ….

Wir denken an die Menschen, denen wir begegnet sind,

an das, was wir im Bündnis mit Dir und anderen tun durften,

was uns Freude gemacht hat, was uns gelungen ist,

an das, was uns schwer gefallen ist, was bleibt als Aufgabe oder Leid,

und an das, was nicht so gut war, was uns nicht gelungen ist,

wo wir gefehlt haben.

Ja, wir kommen auch heute Abend nicht mit leeren Händen

und legen in einem Augenblick der Stille alles in den Krug. ….

Übereignen, überlassen…

DSC_0079Das Liebesbündnis wird erneuert, dann folgt der Segen, der zentrale Moment und Grund für den Namen „Abendsegen“. Ein solidarischer, vernetzter Segen, ein Segen der Begegnung wird es, als Rektor Zillekens die Anwesenden einlädt, Personen zu nennen, die konkret in diesen Abendsegen eingeschlossen werden sollen. Und sie tun es: die Jugendlichen, die hier sind, um die Liebesbündnisnacht vorzubereiten, die Pilger, die zum 18. Oktober kommen werden, die Flüchtlinge, alle, die am 18. Oktober in irgendeinem Heiligtum ihr Liebesbündnis erneuern, Papst Franziskus, die Synodenväter, die Kinder und Mitarbeiter von Dequeni…

Segne jetzt und von hier aus jeden aus unserer weltweiten Familie,

der heute einen missionarischen Schritt getan hat.

Segne jetzt und von hier aus jeden,

der heute sein Leid in den Krug gelegt hat.

Segne jetzt und von hier aus jeden aus unserer Familie,

der schwer krank ist.

Segne jetzt und von hier aus den Menschen,

der unser aller Solidarität am meisten braucht.

Segne jetzt und von hier aus jeden aus unserer Familie,

den du in dieser Nacht heimrufen wirst.

Segne jetzt und von hier aus den Menschen,

den wir in dieser Nacht deinem Bündnis besonders anvertrauen.

Segne jetzt und von hier aus die Menschen,

die unter Gewalt, Terror und Naturkatastrophen leiden.

Segne jetzt und von hier aus

das Miteinander der Christen und den Dialog der Religionen.

Das Urheiligtum scheint sich zu weiten, zu füllen mit Hunderten von Menschen.

„Viele haben mich schon um die Texte gebeten“, erzählt Rektor Zillekens auf dem Weg zurück in die Marienau, im Regen an diesem kalten, ungemütlichen Abend wenige Tage vor dem 18. Oktober. Am Tag zuvor hatte es den ersten Schnee gegeben.

„Manchmal sind es ganz wenige, manchmal sind es fast alles Jugendliche, manchmal beten wir auch in Englisch, oder nur in Spanisch, es ist jedes Mal etwas anders. Aber es ist ein Segen…“

Ja, es ist ein Segen, dieser Abendsegen im Urheiligtum.

Original: Spanisch. Übersetzung: MF

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