Veröffentlicht am 22. Dezember 2013 In P. José María García - Im selbstlosen Dienst

Gott ist uns treu

P. José María García. Beim Lesen dieses Evangeliums (Joh. 2,13-22) und an dem Fest, das wir heute feiern (9. November, Weihe der Lateranbasilika), kommen mir spontan zwei Gedanken. Einer ist, dass der Herr treu ist, nicht nur treu seinem Plan, sondern dass er uns treu ist. Warum? Wir arbeiten am Thema unserer Berufung, unserer Berufung als Unternehmer und Führungskräfte. Und was wir in der Lesung von heute gehört haben, ist eben wie der Herr im Grunde uns hinweist auf seine Treue, auf diese Treue, die uns erlaubt, Führer zu sein.

Führung im Dienst am Leben

Also denken wir, dass wir unserer Berufung treu sein müssen, und so soll es auch sein. Doch authentische Führerschaft, christliche Führerschaft, diese Führerschaft, die immer im Dienst am Leben wirkt, ist eine Führerschaft, die von Gott kommt.  Und die sich verwirklicht in dem Maße und insoweit wie unsere Beziehung zu ihm real ist. Eine Beziehung nicht nur der Idee nach, sondern eine Bindung, ein Bündnis mit ihm. Der Herr ist uns treu. Der Herr kommt immer auf uns zu. Der Herr gibt uns das, was wir brauchen, um unsere Mission zu erfüllen.

Wie uns der Heilige Vater sagt, “die Barmherzigkeit Gottes steht immer zur Verfügung. Der Herr wird nicht müde.“ Wir werden schnell müde an unserem eigenen Elend und richten uns darin ein. Und wir vergessen, um Vergebung zu bitten und uns zu erneuern in dieser Gnade, die uns erlaubt, eben gerade, unsere Führerschaft zu erfüllen.

Heute an diesem Fest, das wir feiern, dem Fest der Lateranbasilika, gedenken wir der großen Basilika, der Mutter-Basilika, sagen wir, der Kirche, weil sie der Sitz des Heiligen Vaters ist (Der Vatikan kommt danach), die Kirche des Bischofs von Rom, und das erinnert uns gerade daran, dass diese Führerschaft im Dienst dieses Lebens steht, dieses Lebens, das unsere eigene Kirche ist.

Lebendige Tempel, lebendige Heiligtümer

Und wir stehen immer ein wenig in der Gefahr, ins Alte Testament zu fallen und auf die Tempel zu bauen. Und was uns der heilige Paulus in der Lesung, die wir gerade gehört haben, sagt, ist sehr deutlich. Der Tempel des Neuen Bundes ist nicht an erster Stelle ein physischer Tempel. Nicht einmal unser Heiligtum ist gerechtfertigt, wenn es darin nicht ein lebendiges Heiligtum gibt. Das heißt, Frauen und Männer, die ihren Glauben leben, die dieses Leben leben, das der Herr uns gibt; das heißt, die leben aus dieser Treue Gottes uns gegenüber.

So sind wir lebendige Tempel, Orte der Begegnung mit dem Herrn. Und natürlich ist es für uns viel leichter, uns auf die großen Monumente, die großartigen Orte zu beziehen. Und was tun wir dadurch? Wir vermeiden die Verantwortung, wir weichen ihr aus. Es ist leichter, die Sagrada Familia von Gaudí anzuschauen oder den Kölner Dom, als auf die Realität der Kirche zu blicken. Schaut nur, wie groß und mächtig wir sind! Seht nur, welche großartige Tradition wir haben!

Und es ist wahr, es sind Ausdrücke. Aber wenn man in ein Haus geht, dann ist das Wichtigste, das Heim zu entdecken, das darin ist. In ein Haus können die Architekten viel Mühe und viel Liebe stecken, aber was es wirklich zum Heim macht, zum Ort des Lebens, das ist die Familie, die darin wohnt.

Und mit uns als Kirche ist es genauso. Unsere Gebäude rechtfertigen sich in dem Maße, in dem Leben Gottes darin ist, und Gott ist uns treu. Gott schenkt uns immer dieses Leben, das uns ermöglicht, das zu erfüllen, was wir sind und was wir als Mission haben, als Mission, die er uns anvertraut hat. Das ist ein erster Gedanke, um gerade das Fest präsent zu haben, das wir begehen.

In welcher Autorität tust du das?

Aber es ist auch im Evangelium etwas, das sehr viel mit uns zu tun hat. Die Juden, die wir manchmal gern schnell als Pharisäer abstempeln, als Leute, die nichts verstanden oder sehr enge Leute, das waren viel verständnisvollere und sehr viel religiösere Leute als wir denken.

Wenn Sie aufmerksam das Evangelium von heute hören und es damit vergleichen, wie wir vermutlich reagiert hätten, wenn es irgendwem im Heiligtum eingefallen wäre, uns all die Verkaufsstände darin und rundherum umzuwerfen – den hätten wir doch im hohen Bogen rausgeworfen! Was fällt denn dem da ein? Und was die Juden tun, ist fragen: „In welcher Autorität tust du das? Worauf gründest du das?“ Sie treten in Dialog mit IHM, nicht weil sie Angst vor ihm haben, sondern weil sie wirklich religiös sind. Und wenn jemand eine so starke, eine so prophetische Geste tut, anstatt ihn zu verdammen und auszuschließen, oder sagen wir, zu exkommunizieren  – diese natürliche Tendenz bei uns gegenüber denen, die uns stören -, passiert genau das Gegenteil: in Dialog treten, sich herausfordern lassen. Mit welcher Autorität tust du das? Es ist das Recht, das auch sie haben, das Recht, Fragen zu stellen.

Und der Herr gibt ihnen eine Antwort, die auch für uns gilt. Die Frage ist: Mit welcher Berechtigung tust du das? Worin gründest du deine Autorität, das zu tun? Und der bezieht sich nicht an erster Stelle auf sich selbst. „Ich bin mächtig, das sind meine Kräfte. So fähig bin ich. So stark bin ich. So begabt bin ich.“ Stattdessen bezieht er sich auf das Wirken des Vaters in ihm. Er ist vor allem der Sohn des Vaters. Und die Geste – denn es ist die Geste, die den Juden überzeugt, das Zeichen, das den Juden mehr überzeugte als alle noch so wertvollen Gründe, was war das? Genau das, was sie später erleben sollten. „Dieser Tempel wird zerstört werden, doch mein Vater wird ihn in drei Tagen wieder aufbauen.“

Sohn des Vaters

Darüber hinaus sagt ER: “und ich werde ihn wieder aufbauen.” Diese vollkommene Identifikation mit dem Vater legitimiert sein Handeln und seine Autorität. Nicht an erster Stelle durch sich selbst, sondern weil er sich als Sohn des Vaters weiß. Weil er sich durch den Vater legitimiert weiß, durch die Berufung des Vaters. Und der Vater stellt ihn in eine solche Situation, in der für ihn das, was kommt, die Erneuerung des Tempels ist, weil die Situation ein Skandal war. Die Juden hatten vermutlich viele Gründe für all die Verkaufsstände im Tempel und rundherum. Und vermutlich hatten sie viele Rechtfertigungen, konnten gewandt erklären, warum es angemessen sei, Verkaufsstände im Tempel zu haben – aus pastoraler Notwendigkeit, aus Zweckmäßigkeit, und so weiter und so weiter. Wir haben immer Gründe. Aber der Herr sagt ihnen: „Schafft das ganze Zeug hier weg, denn ihr habt das Haus meines Vaters zu einer Räuberhöhle gemacht!“

Heißt, Leute, die den Glauben zum eigenen Nutzen benutzen, für ihre eigenen Bedürfnisse. Mit welcher Autorität tust du das? Ich tue es mit der Autorität, Sohn des Vaters zu sein, den Willen des Vaters zu erfüllen und eben mich diesem Tun des Vaters in mir zu öffnen, das mir erlaubt, das zu tun was ich tue, das zu sagen, was ich sage. Es ist nicht aus mir an erster Stelle, sondern weil der Vater, der mir diese Berufung gegeben hat, mich darum bittet.

Die Botschaft von Franziskus

Mit welcher Legitimierung, mit welcher Autorität tust du, was du tust? Ein Frage, die auch die Gesellschaft an uns als Kirche heute stellt. Mit welcher Autorität reden die Christen, wie sie reden und erbitten sie, was sie erbitten? Mit welcher Autorität erdreisten wir uns, wenn wir die Zeichen der Zeit in dieser unserer Welt sehen, sie zu demontieren, sie abzuqualifizieren, wie wir sie abqualifizieren? Und wir müssen uns das fragen, denn unser Tempel, der Ort der Begegnung mit Gott, füllt sich schnell  mit vielen Tischen von Geldwechslern, mit vielen Geschäften, die nicht angemessen sind, mit schädlicher Führung, wie Pater Guillermo Carmona sagte. Weil es andere Anliegen gibt, weil es doppelte Rede gibt. Und das ist es, was die Kirche bis vor 10 Minuten erlitten hat, bis zum Kommen des Heiligen Vaters Franziskus, der den Mut gehabt hat,  „auf die Tische zu treten“ – entschuldigen Sie den Ausdruck -, die Tische der Geldwechsler, die sich in der Kirche selbst eingenistet hatten.

Wir haben kein Recht, uns auf das ewige Leben zurückzuziehen und den, der die Normen nicht erfüllt, zur ewigen Höllenstrafe zu verdammen. Im Grunde geht es darum: Auf welcher Grundlage rechtfertigen wir uns? Auf der Erfüllung des Willens des Vaters oder unseren eigenen Geschäften, die wir in der Kirche eingerichtet haben? „Mit welcher Autorität machst du diese Erneuerung der Kirche?“, fragen einige.

Mit welcher Autorität spricht und verkündet die Kirche? Und das einzige, das die Kirche sagen kann, ist dasselbe, was unser Herr Jesus Christus gesagt hat: Im Erfüllen des Willens des Vaters. Wenn ich das tue, ist es nicht für mich. Ist es nicht, weil ich ein neuer Führer bin, den die Kirche braucht, schlauer als der vorherige, sondern weil Gott dies erbittet. Und diese Kraft, diese Überzeugung in der Stunde des Handelns ist es, was glaubwürdig macht; was bewirkt, dass Menschen, die weit weg sind, berührt werden, dass Leute, die sich von der Kirche entfernt haben, weil sie enttäuscht sind von dieser Kirche, von dieser Manie, mit der wir diejenigen exkommunizieren, die anders denken als wir, auf einmal die Kirche anschauen als ihre Heimat. Es ist mein Haus, auch wenn ich anders denke, auch wenn ich mich irre, aber ich habe das Recht, in meinem Haus zu sein.

Weil er mich gern hat

Eine Mutter schließt ihr Kind nicht aus, weil es fällt, weil es sich irrt, selbst wenn es anders denkt oder wirklich im Irrtum ist. Es wird immer ihr Kind sein. Und das ist es, was die institutionelle Kirche erschüttert, erbeben lässt. Darauf sind wir nicht vorbereitet, wenn wir nur nach persönlichen, eigenen Kategorien regieren, nach unseren und nicht nach denen des Heiligen Vaters.

Der Heilige Vater Franziskus handelt mit solcher Entschiedenheit und zugleich mit solcher Sanftheit, dass es uns bewegt. Er hat diese Festigkeit des Evangeliums, aber er hat auch dieses mütterliche Gesicht, diese mütterlichen Hände, durch die wir alle uns angenommen und beheimatet fühlen.

Ich möchte eine Geschichte erzählen, die ich aus Deutschland gehört habe. Mir wurde erzählt, dass einer dieser Landstreicher oder dieser Leute, die sich in den typischen deutschen Bahnhöfen aufhalten, etwas alkoholisiert, etwas asozial, wie sie dort sagen, von der Polizei oder von den Leuten, die sich darum kümmern, aufgegriffen wurde. Und bei den Sachen, den Plastiktüten, in denen er seine Habseligkeiten hatte, erschien ein Foto von Papst Franziskus. Sie fragten ihn dann: „Warum hast du dieses Foto von Papst Franziskus dabei?“ Ein Deutscher auf einem deutschen Bahnhof… „Weil er mich gern hat.“ Was wusste er, wie hatte dieser Mann erfahren, dass Papst Franziskus ihn gern hat? Weil seine Sprache, seine Gesten immer persönlich sind.

Mit welcher Autorität spricht die Kirche? Sie spricht im Erfüllen des Willens des Vaters. Sie spricht, indem sie sich verabschiedet von den „Geldwechseltischen“, dieser Korruption, die zum Schämen ist und die wir unter den Tisch gekehrt hatten, die aber dank Internet und sozialen Netzwerken in aller Welt bekannt geworden sind. Priester, Bischöfe, Laien, die Schwächen fast wie Tugenden durchgehen ließen, um es einmal deutlich zu sagen.

Mit welcher Autorität spricht die Kirche? Welche Legitimierung hast du? Meine Legitimierung liegt in meinem Ursprung, darin, dass ich den Willen des Vaters erfülle. Und das gilt auch für uns als Schönstatt. Wir bereiten uns darauf vor, das Jubiläum Schönstatts zu feiern, 100 Jahre Liebesbündnis, 100 Jahre unserer Familie. Mit welcher Legitimierung können wir das feiern? Feiern wir das, indem wir ein Fest machen, bei dem wir ausgeben, was wir gar nicht haben, um uns zu sagen: „wir sind fantastisch, schaut mal, was für tolle Stände wir hier rund ums Heiligtum stehen haben?“, oder feiern wir es, um wirklich diese Botschaft des Liebesbündnisses zu den Menschen heute zu bringen?

Wie und mit welcher Legitimierung können wir das Jubiläum feiern?

Indem ich den Willen meines Vaters erfülle, weil Gott der Vater es so erbittet. Wir haben keine andere Legitimierung, wir haben keine andere Berechtigung unserer Autorität als die, dem Willen des Vaters gegenüber gehorsam zu sein, den Willen des Vaters zu suchen und ihn in die Praxis umzusetzen.

Darum war unsere Haltung, als wir uns fragten, wie wir feiern würden, die, in der wir uns daran erinnert haben, dass der Vater und Gründer gesagt hat: „Gründe neu, dem Ursprung treu.“ Pater Kentenich, unser Vater, war in diesem Sinne sehr mutig. Warum? Weil er auf Gott vertraute, auf die Treue Gottes, und weil er auch auf die Offenheit seiner Kinder für die Barmherzigkeit Gottes vertraute. Dass wir uns nicht vor den Vater hinstellen würden, wie er sagte, mit weißem Kragen, um ihm zu erklären: „Wir sind perfekt, du musst uns mögen, es bleibt dir gar nichts anderes übrig, als uns zu mögen.“ Nein, wir zeigen uns ihm in unserem Elend. Aber in dem Elend, durch das DU wirken kannst.

Es geht darum, zu den ursprünglichen Quellen zurückzugehen, eben zu sehen, was die ursprüngliche Kraft war, die Pater Kentenich zur Gründung drängte

Was wir so oft in diesem Kongress gesagt haben. Es geht nicht darum, die Gründungsurkunde so oft zu wiederholen, bis wir die Texte nicht mehr hören können. Es geht darum, an die ursprünglichen Quellen zu gehen, um zu sehen, was die ursprüngliche Kraft war, die Pater Kentenich zur Gründung antrieb. Pater Kentenich machte kein Studium der Zeitenstimmen und sagte dann: Aha! Das kam später. Das erste, was unser Vater suchte, um den Willen Gottes zu erfüllen, war eben genau, die Stimmen des Herzens ernst zu nehmen.

Erinnern Sie sich, oder besser, sind Sie sich bewusst, was die Stimme des Herzens unseres Vaters vor dem 18. Oktober 1914 war? Was war sein Anliegen, seine Motivation? Den neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft zu schaffen, so haben wir es formuliert, so hat er es gesagt. Einverstanden. Aber die treibende Kraft, die Frage, die ihn bewegte, das, was sein Handeln legitimierte, was war das? Etwas, das wir alle sicher verstehen: die Sorge um seine Kinder. Die gehen in den Krieg und das überleben die nicht. Nur mit einer ethischen Vision des neuen Menschen in der neuen Gemeinschaft, mit viel Selbsterziehung, da überleben sie das nicht. Die Schlachtfelder fressen sie auf, das Ambiente frisst sie auf. Und was tut der Vater? Er greift zurück auf sein Erlebnis, auf das Erlebnis seines Herzens. Und von da aus beginnt er zu suchen, ob es das wirklich ist; beginnt, davon angeregt, den Willen Gottes zu suchen. Und dabei sieht er auch die Zeichen der Zeit, aber er geht aus von dem, was Gott in sein Herz gelegt hat, von dieser Erfahrung, die er als persönliche Beauftragung liest, von seiner Vaterschaft. In diesem Moment hat er das vielleicht noch nicht einmal so formuliert, aber es hat ihn motiviert, wozu? Zum Wagnis. Dazu, diesen großen Glaubenssprung zu machen, der, wie er es uns wiederholt gesagt hat, der schwierigste seines Lebens war. Was danach kam, ist, wie wir in Spanien sagen, „gegessenes Brot“. Denn er hatte die Sicherheit, dass Gott ihm treu war, dass die Gottesmutter ihn in seinem Wort ernst genommen hatte und dass sie miteinander den Willen Gottes erfüllten.

Aus der Stimme des Herzens

In dieser Kraft, aus der Stimme des Herzens, versteht unser Vater die Stimmen der Zeit, die, wie wir heute oft sagen, unmerklich waren. Aber er hat sie nicht vom einem soziologischen Kriterium her gelesen, wie uns unsere Bischöfe in Aparecida deutlich machten, sondern aus der Perspektive des Glaubens, des Bewusstseins, Kind zu sein und Werkzeug Gottes für die Seinen. Die Analysen, die wir von den Zeitenstimmen machen, sind weder marxistisch noch soziologisch oder was weiß ich, sondern immer aus der Haltung des Kindes, das den Willen des Vaters sucht.

Darum war unser Vater berechtigt, legitimiert, diese Entscheidung zu treffen, zur Unterscheidung im Suchen der Zeichen Gottes, zur Suche nach dem Willen Gottes. Wenn wir als Schönstätter dieser Zeit wirklich unser Jubiläum feiern wollen und treu zu unserem Vater, dann müssen wir eben genauso beginnen wie unser Vater, in dieser Haltung des Praktischen Vorsehungsglaubens, der immer an erster Stelle die Stimmen des eigenen Herzens sehr, sehr ernst nimmt.

Wofür brennt die Schönstattfamilie? Von oben nach unten. Von den Köpfen, die die Verantwortlichkeit der Führung haben bis herunter zum Schönstätter, der gerade sein Liebesbündnis geschlossen hat und anfängt, an das Schönstattgeheimnis zu glauben. Denn durch sie wird Gott für uns gegenwärtig. Das ist der neue Tempel. Das ist der Tempel des Neuen Bundes. Das ist nicht der Tempel, von dem das Alte Testament spricht, sondern der neue, der uns geschenkt wird.

Kultur der Begegnung – Bündniskultur

Was tun wir hier? Die Frage ist berechtigt. Sind Sie legitimiert, die Frage der Führerschaft zu stellen? Sie sind fähig, Sie sind intelligent, Sie haben die Mittel, aber sind Sie legitimiert, um zu sagen, dass Sie schönstättische, christliche, katholische Führungspersönlichkeiten sind? Dasselbe, was der Herr sagt, dieselbe Antwort des Herrn. In einer Haltung des Praktischen Vorsehungsglaubens suchen, aus dem Herzen der Meinen und dem eigenen Herzen fragen: Was ist der Wille Gottes? Denn hier ist es, wo sich dieser neue Tempel aufbaut, hier ist es, wo sich das neue Schönstatt aufbaut, das der Vater der Kirche schenken wollte.

Der Heilige Vater spricht von einer “Kultur der Begegnung”, redet von einer erneuerten Kirche. Wo ist Schönstatt darin? Ist es das Werkzeug der Gottesmutter in der Hand des Heiligen Vaters? Wir sprechen von einer Bündniskultur – das ist das Thema, das mir gegeben wurde. Und genau darum geht es.

Bündniskultur bedeutet nicht einfach, eine Methodologie zu entwickeln, die angewendet wird, sagen wir, formal standardisiert, und woraus dann „die Produkte“ entstehen. Das ist nicht in erster Linie ein Unternehmen.

Bündniskultur ist genau diese Pädagogik, die eine Kultur der Begegnung ermöglicht. Wo Respekt, Wertschätzung des anderen real sind, weil wir glauben, dass im anderen Gott gegenwärtig ist, Gott handelt. Das ist es, was uns erlaubt, was uns legitimiert, Autorität zu haben als Unternehmer, als Schönstätter, als Christen, als Katholiken in dieser Zeit und vor einer Gesellschaft, in der wir präsent sind und die, wie ich gesagt habe, unsere Verantwortung ist.

Wir feiern den Weihetag der Lateranbasilika. Wir feiern die Kirche und wir feiern sie vom Willen des Vaters her. Ein Wille, der sich ausdrückt in etwas so schrecklich schwierig zu handhabenden wie von Gott gewollten und geliebten, wie es der Praktische Vorsehungsglaube ist, der eben an jenem Ort beginnt, den niemand betreten kann außer wir selbst und Gott, unserem eigenem Herzen. In diesem Herzensheiligtum, das Gott uns geschenkt hat. Darum stellen wir uns solidarisch mit-, in- und füreinander, in einem solidarischen Liebesbündnis (hier hört das Video auf) der Kirche und der Gesellschaft zur Verfügung, aus unserer Berufung, in dem, was unser Heiliger Vater Franziskus von uns erbittet.

Transkript vom Video:  Claudia Echenique, Buenos Aires, Argentinien; Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

Video


 


Texte des Kongresses und ergänzendes Material:  http://congresoempresarioscr.com

Weitere Artikel und Zeugnisse

Videos der Predigten beim Kongress:

08.11. Bischof Angel Sancasimiro von Alajuela
09.11. P. José María García, Madrid, Spanien

Fotos

8. November
9. November