Veröffentlicht am 2010-03-04 In Kolumne - P. José María García Sepúlveda

Eine Erneuerung der Schönstattfamilie aus dem Liebesbündnis in ihrem Dienst an Kirche und Welt

hacia el 2014Francisco Grondona/Diego Asili/mkf. Im Gespräch mit Pater José María García, das vorletzte Woche im PressOffice Schönstatt ein Jahr nach der {cms_selflink page=“konferenz-2014″ text=“Konferenz 2014″} stattfand (und hier ungeschnitten in voller Länge als MP3 nachgehört werden kann), geht es in diesem zweiten Teil um die Aufgabe des Ende letzten Jahres ernannten Teams 2014, um die Bedeutung des Lebens, das aus den nationalen Schönstattfamilien kommt und wie ganz Schönstatt sich auf {cms_selflink page=“k2014″ text=“2014 „}vorbereitet wie eine große Familie auf einen runden Geburtstag. Der erste Teil des Interviews wurde am 26. Februar veröffentlicht, der dritte und letzte Teil folgt in einigen Tagen.


D: Sie sind zusammen mit Sr. Luciane Machens Leiter des Teams 2014, das jetzt schon immer wieder erwähnt wurde. Was bedeutet es für Sie, zu dieser wichtigen Kommission zu gehören?

El P. José María García en Jaraguá, con Cássio y Adriano de la JM de  BrasilP. José María García: Das ist zweifellos eine Ehre, ein Geschenk seitens der internationalen Schönstattfamilie, in dem Sinne, dass in uns, die wie diese Kommission bilden, das Vertrauen gesetzt wird, dass wir diesen Dienst an der weltweiten Schönstattfamilie leisten können. Das Team 2014 ist eine Arbeitsinstanz und darum eine Dienstinstanz. Es geht um einen Dienst an der Familie, mit der Familie, an der ganzen geistigen Welt der Familie und von der Familie aus an der Kirche. In diesem Sinne Dankbarkeit für das Vertrauen, das in uns gesetzt ist – ein sehr großes Vertrauen. Auf der anderen Seite ist es eine Herausforderung, im Bewusstsein der Schwierigkeit, die ein solches Projekt einschließt – da gilt es wirklich, selbst sehr im Vertrauen auf die Gegenwart und das Wirken der Gottesmutter zu wachsen, dass sie es ist, die uns die nötigen Mittel schenkt, damit wir weitermachen und dieses Projekt umsetzen können.

Und persönlich ist es die Herausforderung des radikalen Lebens des Liebesbündnisses. Denn wenn wir im Team und alle, die später mitarbeiten, nicht das leben, was wir feiern wollen, dann wird logischerweise nichts daraus. Das heißt eigentlich, da kann technisch etwas Gutes dastehen, aber ohne den Geist, der diese Feier prägen soll. Irgendwie heißt es, das leben, was wir feiern wollen. Das Team darf das Jubiläum des Liebesbündnis in und durch seine Arbeit feiern, das ist eigentlich wirklich eine Gnade.

D: Nun wird es aber bei allem Geist auch technisch gesehen eine große Sache – mit vielleicht 25.000 Personen oder mehr. Wie kann die Familie im Blick auf die Organisation helfen? Mit Mitarbeitern, Voluntären oder wie sonst?

EntrevistaP. José María García: Zuallererst muss die Familie ihr eigenes Leben pflegen, vor Ort, lokal und national. Denn das ist ja genau das, was wir feiern. Wir werden in der Feier bündeln und ausdrücken, was die lokalen Familien tun. Und aus diesem konkreten gewachsenen und wachsenden Leben werden wir hier etwas organisieren. Wenn dieses Leben nicht da ist, können wir ein nettes Fest machen, aber kein Jubiläum in Sinne einer Gnade, die Gott anbietet. Wie die Familie helfen kann? Indem sie ihr Jubiläum feiert. Und zwar als einen Moment der Erneuerung ihres Lebens.

Ein Beispiel: Wenn wir einen Geburtstag feiern, was machen wir da? Weil die ganze Familie zum Feiern zusammenkommt, bringt man das Haus in Ordnung, holt das Beste aus sich heraus, das heißt, man erneuert sich für die Feier. Denn Geburtstagfeiern ist ja nicht bloß ein Erinnern oder ein Sich-bewusst-Werden, dass da jemand wieder ein Jahr älter ist und in Folge dessen einer ein paar Falten mehr hat oder ein Kind ein paar Zentimeter größer ist, sondern was wichtig ist, ist was eine richtig gute Geburtstagsfeier ausmacht, ist das Neue, die Erneuerung. Und das erwarten wir von den Schönstattfamilien vor Ort vor allem. Eine große Jubiläums-Erneuerung, wie Pater Kentenich immer gesagt hat: Jubiläumstage sind Erneuerungstage, sind Momente, in denen die Familie sich aus ihren eigenen Quellen erneuert.

Und von da werden all die Initiativen entstehen, die uns die Arbeit ermöglichen; das heißt, es werden Leute kommen, die den richtigen Geist mitbringen, und die sich als Voluntäre einbringen oder die sich in Bewegung setzen, um Geld aufzutreiben oder die Technologie, die man für so ein Ereignis braucht. Wir werden auch einen weiten Horizont haben müssen, denn die Familie möchte im Sinne „ihrer Liebe zu Schönstatt“ feiern, sei sie groß oder klein, mutig oder weniger mutig.

Dann die Mittel. Dass Leute zum Helfen kommen, dass Leute etwas beitragen hängt zunächst von den konkreten Mitteln ab, über die jede lokale Schönstattfamilie verfügt. Aber entscheidend ist, dass diese Mittel – personeller oder auch finanzieller Art – im entsprechenden Geist eingesetzt werden.

D: Und was bedeutet in diesem Zusammenhang der Besuch des Vatersymbols in den verschiedenen Ländern?

P. José María García: Das ist ein Geschenk der Vorsehung von der Konferenz 2014 her. Was der {cms_selflink page=“vatersymbol“ text=“Besuch des Vatersymbols“} sein sollte, ist eben die Erneuerung des Bündnisses in der Familie, die es empfängt. Also nicht nur ein Gedenken an den Besuch des Vatersymbols, an das Geschenk Pater Kentenichs, das uns an die Väterlichkeit Gottes erinnert, nicht nur der Affekt gegenüber dem Vater und Gründer oder als Familie des Vaters – das alles auch, aber von da aus den Schritt machen vom Affektiven zum Effektiven, sprich zur effektiven Erneuerung in den Punkten, in denen diese konkrete Familie des Vaters sich erneuern muss. Etwas mehr Ordnung schaffen, Klarheit schaffen, Verletzungen heilen – all das sind ganz normale Dinge in einer Familie. Der Besuch des Vaters in diesem Symbol hilft uns bei dieser Erneuerung, die uns für das Jubiläum vorbereitet und mit dem Jubiläum hin zu neuem Leben als Schönstattfamilie. Der Besuch des Vatersymbols darf darum nicht in einem frommen oder berührenden Erlebnis allein bestehen – das ist auch wichtig, denn ohne das würden wesentliche Momente der Familie nicht zum Ausdruck kommen. Doch dazu kommen muss ein bewusstes, klares, mutiges, tapferes Bewusstwerden einer Familie, die fähig ist, in die Zukunft zu schauen aus der Wahrheit heraus, der Wahrheit hier und jetzt. Pater Kentenich erneuert uns in Wahrheit und Liebe, darum muss der Besuch des Vatersymbols, so wie er in der Konferenz 2014 gesehen wurde eben aus der Erfahrung, die die Teilnehmer dort gemacht haben, eine Stunde des Heiligen Geistes sein, eine Coenaculumsstunde. Das heißt, die Familie, die das Vatersymbol empfängt, tritt ein in eine Coenaculumsklima, ein Klima des Gebets, des Getragenseins vom Geist, ein Klima, in dem man das Bündnis, und somit die Gottesmutter und den Herrn, in die Mitte stellt, den Vater in die Mitte stellt, und aus dieser Begegnung heraus sich erneuert für die Vorbereitung auf das Jubiläum 2014.

F: Und nach 2014? Kurz- bzw. mittelfristig haben wir 2014, aber was ist danach?

P. José María García: Das hoffe ich, dass der Heilige Geist uns noch sagt! Was wir von hier aus organisieren, ist genau das, was ich schon gesagt habe, ein Raum des Feiern mit einem Zeichen des Feierns – der Wallfahrt. Das Zeichen ist religiös und auch sozial: wir bewegen uns hin zur Ursprungsquelle und hinein in Kirche, nach Rom, um unser Liebesbündnis mit einer konkreten Verpflichtung zu erneuern. Was danach kommt, ist genau das, was wir als Familie erreicht haben, das der Heilige Geist in uns gewirkt hat. Wie diese erneuerte und erneuernde Familie sein wird, bleibt dem Heiligen Geist überlassen wie auch der Sehnsucht und den Erwartungen, der Hochherzigkeit und Kreativität der Schönstätter. Die Schönstatt-Mannesjugend von Lateinamerika hat das beim letzten Treffen sehr schön ausgedrückt: „Die Bündniskultur soll unsere Umgebung verändern, nicht dadurch, dass wir ihr etwas aufdrängen, sondern durch das Angebot, das wir ihr mit dem Werkzeug Liebesbündnis machen, das diese Umgebung positiv verändert und erneuert.“

F: Dazu eine Nachfrage: Diese Tagung der Leiter der Schönstatt-Mannesjugend Lateinamerikas ist eine Art Pionierunternehmen in Blick auf Projekte und Lebensströmungen?

P. José María García: Diese Tagung hat jetzt schon viermal stattgefunden. Es ist eine Initiative in Lateinamerika; dort haben die Jugendlichen, konkret die Leiter der Schönstatt-Mannesjugend, angefangen, sich mit ihren Standesleitern zu treffen unter der Frage: Wie bereiten wir 2014 vor? Und das unter einer vorsehungsgläubigen Betrachtung des Ist-Zustandes: Wo steht die Jugend? Was sind die stärksten Lebensäußerungen und Lebensaufbrüche? Was ist das, was sie am meisten bewegt und motiviert? In Blick auf das Leben aus dem Liebesbündnis, aus der Berufung, aus der Sendung als Mannesjugend Lateinamerikas: Wie drückt sich das aus in konkreten Projekten? Denn dort sieht man, was aus dem Liebesbündnis in den verschiedenen Zweigen entsteht. Was bietet die Jugend in Lateinamerika? Es geht darum, als Schönstatt-Mannesjugend Lateinamerikas dieses Jubiläumsbewusstsein zu pflegen in Blick auf 2014, und da liegt der Akzent ganz stark auf dem Missionarischen. Beim zweiten Treffen haben sie sich als „Missionarische Generation 2014“ definiert.

Das nächste Treffen der Leiter ist in Tuparendá, die Idee ist, dass es in Blick auf 2014 ein großes missionarisches Treffen geben soll als Geschennk der Lateinamerikanischen Schönstattjugend zum Jubiläum. Das wird in Buenos Aires stattfinden. Es soll eine Art „Expo Misiones“ geben, wo alle großen und kleinen Projekte, die in Lateinamerika oder anderswo entstanden sind, sich darstellen; dazu ein intensiver Austausch und Reflexion über das Thema Misiones, nicht nur im Bereich der Jugend, sondern auch in anderen Bereichen der Familie, und dieser Kongress soll als einen wesentlichen Bestandteil Misiones in Buenos Aires haben.

F: Und in den anderen Gliederungen, tut sich da schon etwas in der Richtung?

P. José María García: Da bin ich jetzt überfragt, denn natürlich weiß ich da nicht genügend Bescheid. Es gibt Initiativen, es gibt Interesse, aber vielerorts wartet man noch darauf, dass auf nationaler oder internationaler Ebene Initiativen entstehen, um dann zu sehen, ob und wie man mitmacht. Das ist jetzt kein Widerspruch zu dem, was ich eben gesagt habe, das wir möchten, dass Leben entsteht. Wir warten auf das Leben, das in den Ländern entsteht, aber es gibt eben Länder, die sind stärker, und andere, die sind kleiner oder besser gesagt, nicht so stark als Schönstattfamilie; wichtig ist, dass ein Netz entsteht, wo man sich gegenseitig hilft, voranzukommen mit den Jubiläumsprojekten. Von uns aus erwarten und fördern wir die Eigeninitiative der Länder und Gemeinschaften für das Jubiläum.

Und es gibt da schon wirklich sehr schöne Projekte, etwa das, was die Schönstattfamilie in Argentinien jetzt im Zusammenhang mit der Zweihundertjahrfeier macht, {cms_selflink page=“pacto-bicentenario“ text=“der „Zweihundertjahrpakt“ für Argentinien“}. Das ist eine Initiative, die längst weit über die Schönstattfamilie hinaus Kreise zieht und wirklich ein offenes Projekt der Bündniskultur ist. Im Grunde geht es um ein Bündnis der Argentinier untereinander, und die Frucht dieses Bündnisses soll ein erneuertes Land sein, ein gerechtes Land, ein ehrlicheres Land. Darum geht es, in der Dynamik des Bündnisses: mit- und ineinander kämpfen für ein gemeinsames Ziel.

Diese beiden Projekte – das der Mannesjugend und das der Schönstattfamilie von Argentinien – sind aber nicht die einzigen. Es gibt eine Reihe anderer Initiativen, die schon bestehen und die man auch in diesem Zusammenhang sehen kann; ich glaube sogar, dass sie, wenn sie die Verbindung mit 2014 suchen, sogar an Kraft gewinnen. Ich denke etwa an das Zukunftsforum in Deutschland, wo es um die Zukunft der Schönstattfamilie in Deutschland geht; das wird Bedeutung haben für 2014, denn das Leben der Schönstattfamilie in Deutschland ist wichtig für die internationale Schönstattfamilie. Oder auch ein Projekt in Lateinamerika im Sinne einer Akademie für Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens im Blick auf eine neue Gesellschaftsordnung. Das sind Projekte, die im Umkreis von 2014 entstehen und eine Antwort sind auf das gleiche Anliegen: eine Erneuerung der Schönstattfamilie aus dem Liebesbündnis heraus im Dienst an Kirche und Gesellschaft, entsprechend dem großen Duktus der {cms_selflink page=“botschaft-2014″ text=“Botschaft 2014„} .

Wie jede Botschaft hat auch diese zwei Dimensionen, nach innen und nach außen. Die Botschaft nach innen ist die Erneuerung unseres Bündnisses; wir erneuern uns in unserem Grundglauben, in der Quelle, die unser Leben nährt und uns Identität gibt. Die Botschaft nach außen ist genau diese, nämlich dass diese Schönstattfamilie sich erneuert in ihrer Verpflichtung der Kirche und Gesellschaft gegenüber und ihr das Eigenste schenkt, das sie hat, ihre Bündnisspiritualität, aber eine effektive und effiziente Bündnisspiritualität, die sich in konrketen Projekten zeigt. Anders gesagt: wir erklären der Welt nicht die Theorie des Liebesbündnisses, sondern zeigen ihr in konkreten Projekten, dass das Liebesbündnis wirklich ein Werkzeug der Erneuerung von Gesellschaft und Kirche ist. So hat Pater Kentenich eigentlich die Bewegung definiert, als sittlich-religiöse Erneuerungsbewegung innerhalb der Kirche. In diesem Sinn stimmt unsere Botschaft überein mit dem, was wir sind, im Aufgreifen der Herausforderungen der konkreten Zeit, in der wir stehen.

Erster Teil des Interviews

Interview als MP3 (Spanisch)

{cms_selflink page=“k2014″ text=“Alles zum  Thema 2014„}

 

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