Veröffentlicht am 2010-02-26 In Kolumne - P. José María García Sepúlveda

Wir feiern das Liebesbündnis, das hundert Jahre alt wird

Interview mit P. José María GarcíaFrancisco Grondona/Diego Asili/mkf. Ein Jahr nach der Konferenz 2014 sprachen Francisco Grondona und Diego Asili aus der Schönstatt-Mannesjugend Argentiniens, Mitarbeiter des PressOffice Schönstatt, mit Pater José María García, Erster Rat der Schönstatt-Patres und zusammen mit Sr. M. Luciane Machens an der Spitze des „Team 2014“, das die Vorbereitungen der weltweiten Schönstattfamilie im Sinne der Entscheidungen der Konferenz 2014 koordiniert. Was hat diese Konferenz vor einem Jahr für Schönstatt bedeutet, wie wirkt sie weiter? Was wir 2014 feiern, so verdeutlicht Pater José María im ersten Teil dieses Gesprächs, ist das Liebesbündnis, das hundert Jahre alt wird. Wir veröffentlichen das Interview in drei Teilen, die beiden weiteren Teile folgen in den kommenden Tagen. Das gesamte Interview kann auch als Audio (mp3) nachgehört werden (spanisch).


D: Es ist jetzt schon ein Jahr her seit der Konferenz 2014, die mit ihrer Botschaft die Startpunkte der Arbeit für die Hundertjahrfeier Schönstatts in die Familie hinein gesagt hat. Wie sieht diese Arbeit aus?

P. José María García P. JOSÉ MARÍA GARCÍA: So ist es; diese Punkte sind allerdings nicht am grünen Tisch überlegt worden, sondern erwachsen aus der Beobachtung des realen Lebens der Schönstattfamilie vor Ort. Das heißt, jede nationale Familie hat sich vorgestellt, und wir haben eine konkrete Übung im praktischen Vorsehungsglauben gemacht. Als wir gefragt haben, was wir feiern werden, haben wir im Grunde genommen einfach das Leben anschauen wollen, das die Gottesmutter uns in diesen Jahren geschenkt hat und wie dieses Leben heute Gestalt annimmt. Darum gab es in der Konferenz zunächst einen großen Moment der Beobachtung, des gegenseitigen Zuhörens; es ging nicht darum, dass jemand einen Vortrag hielt über Bedeutung und Sinn von 2014, sondern dass Bedeutung und Sinn in Herz und Sinn aller leben, denn was wir feiern, sind 100 Jahre unserer Familie.

Was ist nun das zentrale Element dieser Feier? Um uns darüber einig zu werden, mussten wir das Leben beobachten, das Gott geschenkt hat. Das war es, was dann anschließend in einem Meinungsbildungsprozess formuliert wurde: Was feiern wir? Nicht 100 Jahre Liebesbündnis, sondern wir feiern das Liebesbündnis, das 100 Jahre alt wird. Der Akzent liegt auf dem Bündnis, auf diesem Bund, der Pater Kentenich vor 100 Jahren mit den Jugendlichen geschlossen hat und der Geschichte gestiftet hat, eine Geschichte, die sich in Lebensströmungen ausdrückt, die das wirkliche Leben der Familie ausdrücken. Im Grunde können wir sagen: wir feiern die Geburt einer Familie, der Schönstattfamilie, aber wir erinnern uns nicht nur daran, wie das bei der Geburt war, sondern feiern das Leben dieser Familie in diesen 100 Jahren.

Darum die Entscheidung, mit Lebensströmungen zu arbeiten. Das heißt im Grunde, das Leben der weltweiten Familien sozusagen als Festgestaltung nehmen. Darum wurde klar gesagt: wo sind die gemeinsamen Züge dieser Familie auf weltweiter Ebene? Und wo einen wir uns? Die großen Strömungen, die das Leben bewegen, die in der Familie Einsatz und Hochherzigkeit wecken, die dazu drängen, die Sendung dieser Familie zu leben, manifestieren sich in diesen Strömungen: der Heiligtumsströmung, der Vaterströmung, der Strömung der Einheit um den Vater und der missionarischen Strömung.

Das sind im Grunde verschiedene Aspekte einer einzigen großen Lebensströmung, die die Familie selbst ist; das heißt, die werden berührt, wenn die Familie sich dieser Punkte bewusst wird, wie sie sich auch von innen her erneuert, wenn diese ihre Kreativität geweckt wird.

 

D: Und was ist konkret seit der Planungstagung in dieser Richtung getan worden?

P. JOSÉ MARÍA GARCÍA: Mit der Planungstagung 2014 haben wir einen Raum geschaffen, in den die internationale Schönstattfamilie sich ausdrücken konnte. Das Team 2014 wie zuvor die Vorbereitungskommission möchte ein Mittel sein, dass all diese Initiativen kanalisiert. Das heißt, das Lieben muss aus den lokalen Schönstattfamilien kommen, ebenso die konkreten Initiativen, und was wir tun, ist nur, dies zu unterstützen, zu begleiten, zu kanalisieren und ein Netz zu schaffen und zu stärken, in dem dieses Leben sich zeigt und in Austausch kommt. Unsere Aufgabe ist vor allem zu überlegen, was zu tun ist, um die Initiativen der Schönstattfamilien vor Ort zu unterstützen und in ein großes Strombett zu führen.

Das ist in der Botschaft ausgedrückt. Das wollen wir feiern. Was feiern wir, wie feiern wir, wo wir feiern wir?

 

D: Ein Jahr nach dieser Botschaft, dieser Initialzündung: Gibt es schon Ergebnisse oder Antworten aus der weltweiten Schönstattfamilie, die bei der Kommission 2014 angekommen sind?

P. JOSÉ MARÍA GARCÍA: Nach der Planungstagung wurde die Botschaft 2014 auf dem Lebensweg weitergegeben, die Teilnehmer der Tagung als Träger der Botschaft haben sie in ihre Schönstattfamilien mitgenommen. Sie haben sie bekannt gemacht aus dem eigenen Erlebnis heraus, aus dem, was sie selbst erarbeitet, formuliert und sich im Laufe der Konferenz zu eigen gemacht hatten. Das ist in die lokalen Familien eingegangen, dazu hat man Stellung genommen. Manche haben das besser verstanden als andere, einige haben bestimmte Punkte stärker betont als andere, je nach der Situation der Familie vor Ort.

So geht die Botschaft zurück in die lokalen Schönstattfamilien, aber schon aus einer internationalen Lesart. Das heißt, man weiß: so denkt die weltweite Familie, so sieht sie sich. So ist jetzt etwa seit einem Jahr sozusagen auf zwei Ebenen gearbeitet worden, einmal auf nationaler Ebene im Sinne dessen, was die Teilnehmer der Konferenz als Träger der Botschaft vermitteln konnten, mit all den Initiativen und all dem Leben, das in den verschiedenen Ländern entstehen konnte in dem Wissen, dass jedes Land auch seine eigenen Akzente hat im Sinne der Strömungen, die bisher gepflegt wurden.

So ist ein langsamer, aber wirksamer Prozess des Dialoges zwischen dem, was aus der Konferenz 2014 gekommen ist und dem bestehenden Leben vor Ort in Gang gekommen. Es gibt einen Prozess, der darin besteht, sich mehr im Kontext einer internationalen Familie zu sehen. In diesem Prozess stehen wir. Parallel dazu geht es auf anderer Ebene um das, was uns mehr von der organisatorischen Seite her betrifft. Das heißt, wir als Konferenz 2014 haben unsere Arbeit beendet, und die Schönstattfamilie, das heißt das Generalpräsidium, hat sich etwas Zeit genommen um das Team 2014 zu bilden, das nun im Dezember 2009 ernannt worden ist. Unterdessen hatten einige der Teilnehmer der Konferenz 2014 ein organisatorisches Grundkonzept erarbeitet, das dem Generalpräsidium vorgelegt wurde. Da war zunächst die Frage, was man braucht, um dieses Projekt umzusetzen, danach die Suche nach Leuten, nach Ressourcen oder wenigstens die Überlegung, wie man an solche kommen kann, die Suche nach den notwendigen Mitteln und Schritten, damit ein Team und eine Vorbereitungsarbeit im Kontext deutschen Rechtes vorangehen kann. Das ist es, was bisher auf den beiden Ebenen getan worden ist.

 

F: Welche Mittel stehen dem Team 2014 zur Verfügung, um die Lebensströmungen der Familie zu greifen? Was soll in den kommenden vier Jahren bis 2014 geschehen?

P. JOSÉ MARÍA GARCÍA: Die große Herausforderung besteht jetzt darin, dem Arbeitsstil Pater Kentenichs treu zu bleiben und diese Lebensströmungen zu pflegen. Das heißt, alles zu zentrieren in diesen Strömungen echten Lebens. Lebensströmungen kann man nicht erfinden, nicht machen, sie sind da oder eben nicht da. Was man jetzt tun muss, ist lernen, mit Lebensströmungen zu arbeiten. Denn eine Lebensströmung ist auch ein Gnadenangebot, das heißt, Gott spricht durch die Strömungen, die es gibt. Es geht also nicht nur darum, die Schönstattfamilie zu motivieren und zu bewegen, sondern es geht um eine Gnade, die das Wesen der Schönstattfamilie berührt und uns dazu führt, ja, uns erst fähig macht, die Sendung zu erfüllen, die wir als Schönstattfamilie in dieser Zeit haben. Was machen wir mit den Spuren der Zeit? Und wenn wir das wirkliche Leben der Schönstattfamilie anschauen, dann sehen wir diese Strömungen.

Was ist also die Aufgabe, die wir vor uns haben? Diese Lebensströmungen pflegen, und was wir dazu an Mitteln in der Hand haben ist das, was Pater Kentenich auch benutzt hat dazu: viel Geistpflege, viel Kommunikation, viel Austausch, Initiativen wecken, die damit zu tun haben, bestehende Initiativen fördern. Alles hängt ab von der Kreativität der Schönstattfamilie und wie die einzelnen sich auf diesen Prozess einlassen, oder genauer gesagt, wie sie ihn sich zu eigen machen und aus sich heraus Initiative ergreifen; darum ist alles, was mit Kommunikation zu tun hat, in der nächsten Zeit so wichtig. Kommunikation, Austausch, Vernetzung. Das ist grundlegend.

Die Lebensströmungen sind einfach die Basis für alles. Wichtig sind dann die Projekte, in denen diese Strömungen sich ausdrücken, sichtbar werden, konkret werden. Natürlich ist auch die Organisation wichtig, aber im Hintergrund, praktisch unsichtbar…

Entrevista con el P. José María García

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