Veröffentlicht am 2015-12-08 In Themen - Meinungen

Träumen Sie mit mir diesen Traum? – Botschaft des Generalpräsidiums zu Weihnachten 2015

BOTSCHAFT DES GENERALPRÄSIDIUMS SCHÖNSTATTS – P. JUAN PABLO CATOGGIO •

Das Generalpräsidium hat seine jährliche Klausurtagung gehalten. Ort und Zeit waren besonders: Sie waren in Rom, auf Belmonte, zusammengekommen, und zwar genau 50 Jahre nach der Rückkehr Pater Kentenichs und seinem Aufenthalt in Rom.

Während dieser Tagung hat das Generalpräsidium eine Botschaft an die Schönstattfamilie verfasst aus Anlass von 50 Jahren vierter Meilenstein und des Anfangs des Jahres der Barmherzigkeit.

Auf Bitte des Vorsitzenden des Generalpräsidiums, Pater Juan Pablo Catoggio, veröffentlichen und verbreiten wir gern diese Botschaft in Spanisch, Englisch, Portugiesisch und Deutsch.

gpde

Träumen Sie mit mir diesen Traum?

Das Generalpräsidium hält seine jährliche Klausurtagung. Ort und Zeit sind besonders: Wir sind in Rom, auf Belmonte zusammengekommen, und zwar genau 50 Jahre nach der Rückkehr Pater Kentenichs und seinem Aufenthalt in Rom. Was will Gott uns, der Schönstattfamilie sagen?

Vor 50 Jahren kam unser Vater und Gründer von der 14 Jahre langen Verbannung zurück. Ein Telegramm rief ihn nach Rom. Niemand wollte das Telegramm abgeschickt haben. Zunächst sollte er wieder nach Milwaukee zurück. Auf einmal aber wurden alle Dekrete gegen ihn aufgehoben. Am 22. Oktober war das Exil zu Ende. An seinem 80. Geburtstag machte ihm das Generalpräsidium ein Heiligtum in Rom zum Geschenk. Er besuchte das Gelände Belmonte, und am 8. Dezember legte er symbolisch den Grundstein des Heiligtums „Matri Ecclesiae“ – der Mutter Kirche und der Mutter der Kirche geweiht. Am 22. Dezember empfing ihn Papst Paul VI. Pater Kentenich kam nach Schönstatt zurück, gerade um die Christmette im Urheiligtum zu feiern. Ein neues Wunder der Heiligen Nacht.

Diese Ereignisse fielen mit dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils zusammen. Nicht von ungefähr. Ohne das Konzil wäre Pater Kentenich nie verstanden worden. Er versprach dem Papst, sich mit Schönstatt für die nachkonziliare Sendung der Kirche einzusetzen und wiederholte in jenen Tagen, auf seinem Grab solle das Wort stehen: „Dilexit Ecclesiam“ – Er liebte die Kirche!

Diese ereignisreiche Zeit war für Pater Kentenich ein starkes und spürbares Zeichen des göttlichen Einbruchs in unsere Geschichte. Als Prophet ist er Zeuge der Gegenwart und des Wirkens Gottes. Gott war am Werk, die Gottesmutter hat sich über alle menschlichen Bemühungen hinaus und jenseits aller diplomatischen Verhandlungen wunderbar und sieghaft erwiesen. Das war Pater Kentenichs fester Glaube. Gott hat dadurch Schönstatts Charisma und Sendung von neuem besiegelt. Als Zeugnis dessen hat er für diese Zeit, die als „Vierter Meilenstein“ in die Geschichte Schönstatts eingegangen ist, das Wort geprägt: „Stehen in göttlicher Sieghaftigkeit.“

Wir, als seine Erben, erfahren auch etwas von diesem Einbruch Gottes. Wir haben es im unerwarteten und wunderbaren Geschenk des Urheiligtums und im Gnadenereignis des Jubiläums 2014 erlebt. Trotz oder gerade wegen unserer Schwäche und in unserer Schwäche erfahren wir Gottes Macht und Barmherzigkeit.

Was sagt uns, was sagt der jüngeren Generation der Gott des Lebens? Wir wollen das Feuer des Propheten weitertragen. Pater Kentenich hat einst seine Familie herausgefordert: Träumen Sie mit mir diesen Traum?

  1. „Maria clarifica te!“ Maria wird sich verherrlichen! Sie wird sich wie damals auch heute inmitten dieser Umbruchszeit als Königin und Siegerin erweisen. Sie wird sich für die Würde aller Menschen, Frauen und Männer, für eine Kultur der Begegnung und des Bündnisses, für den dauernd gefährdeten und lang ersehnten Frieden in der Welt einsetzen. Maria wird die Kirche lehren, selbst Mutter aller Menschen zu sein. Ihr, der Mutter der Kirche, schenken wir uns erneut im Liebesbündnis und bemühen uns um eine immer mehr marianische Kirche.
  2. Wir träumen von einer Kirche und von einem Schönstatt im Aufbruch, von einem missionarischen Schönstatt, das hinausgeht zu allen Menschen und besonders zu den am Rande Lebenden. Wie Pater Kentenich es vor 50 Jahren versprochen hat, wollen wir unser Bestes geben, damit eine erneuerte, dienende, missionarische und geistbewegte Kirche Seele der Welt wird (vgl. Pater Kentenich am 8.12.1965 und Memorandum Pfingsten 2015).
  3. Die Botschaft der Barmherzigkeit: Vor 50 Jahren hat Pater Kentenich als Frucht des langen Exils und der Erfahrung göttlichen Einbruchs vom „neuen Kindes-, Vater- und Gemeinschaftsbild“ gesprochen, das von der Barmherzigkeit des Vaters durchtränkt ist (Weihnachtsbrief 13.12.1965). Wir sollen „uns als erbärmliche und erbarmungswürdige Königskinder erleben und dadurch in besonderer Weise als Lieblinge der unendlich barmherzigen Vaterliebe Gottes durch das Leben schreiten“. Wir teilen die Überzeugung des Heiligen Vaters Franziskus, dass die Barmherzigkeit Gottes die zentrale Botschaft der Kirche an die Welt ist. „Barmherzig wie der Vater“ ist darum das Motto des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus heute eröffnet. Wir dürfen im Urheiligtum und an anderen Heiligtümern eine „Pforte der Barmherzigkeit“ durchschreiten.

Drei Worte hat Pater Kentenich damals seiner Familie zugerufen, die uns auch heute vielleicht mehr denn je gelten: Kind, vergiss deine Mutter nicht! Vergiss deine Erbärmlichkeit nicht! Vergiss die barmherzige Vaterliebe Gottes nicht!

Vor 50 Jahren hat die Familie die Erfahrung einer tiefen Herzensgemeinschaft mit und im Vater und Gründer gemacht: Cor unum in Patre. Dieses innige Mit-, Für- und Ineinander war Frucht und zugleich Bedingung des göttlichen Ein- und Aufbruchs. Wir sind überzeugt, dass Gott dies auch heute von der Schönstattfamilie wünscht und erwartet, damit ein neues Wunder der Heiligen Nacht geschieht … und der Traum Wirklichkeit wird.

Im Namen des Generalpräsidiums, Ihr

 pjp

P. Juan Pablo Catoggio

Rom –Belmonte, 8. Dezember 2015

IMGP9411


botschaft1-Botschaft-8.12.2015 (deutsch)

2-Message-8.12.2015 (english)

3-Mensaje -8.12.2015 (español)

4-Mensagem-8.12.2015 (portugués)

 

 

 

 

 

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