Veröffentlicht am 2015-11-08 In Themen - Meinungen

Plötzlich verschlossen

Heiliges Jahr der Barmherzigkeit, von Rektor Egon M. Zillekens •

Im Oktober wurden am Kanaan-Patris-Heiligtum, dem Heiligtum im Garten der Marienau, Renovierungsarbeiten durchgeführt. Ein neuer Blick auf das Heiligtum – verschlossene Tür, freigelegtes Fundament. Im Brief an den Schönstatt-Priesterbund lädt Rektor Egon M. Zillekens ein, diesen Blick mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zu verbinden.

Liebe Mitbrüder,
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plötzlich ist der Zugang versperrt, die Tür verschlossen.
Erst wenn man etwas nicht mehr hat,
weiß man zu schätzen, was man hatte:
So einfach mal eben ins Heiligtum gehen,
einen Gruß sagen, eine Bitte, einen Dank,
einen kranken Mitbruder empfehlen,
schauen, welcher Kurs heute dran ist,
mal eben eine Pause einlegen
vor ihr, mit ihr, vor IHM, mit IHM.

Was wären wir ohne unser Heiligtum?!

Am 8. Dezember öffnet sich die Pforte der Barmherzigkeit.
Wir dürfen hindurchgehen, die wir von SEINEM Erbarmen leben.
Wir entdecken vielleicht neu für uns selber das Sakrament der Barmherzigkeit.
Wir sind offen und bereit für alle, die kommen,
um aus der Quelle der Barmherzigkeit zu trinken.
Dafür brauchen wir keinen Kurs der Barmherzigkeit,
erleben wir doch täglich, wie unsere Erbärmlichkeiten das Erbarmen des Vaters wecken.
Hier bin ich, Vater. Hier bin ich Vater.

Ein Maurer klopft die Wand unseres Heiligtums ab und lässt an die frühe Aussage unseres Vaters erinnern, dass Gott wie ein Maurermeister an jede Wand klopft und prüft, ob sie auch niet- und nagelfest ist, wobei er vor keinem Kloster und keinem Dorf im afrikanischen Busch Halt macht – auch nicht vor dem Priesterbund, vor unseren Gruppen, vor uns, vor mir.

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