Christian

Veröffentlicht am 2021-07-25 In Schönstätter

Cristián Pérez Fernández – der von der Fahrt zum Lago Calafquén

CHILE, Jorge Herranz Galilea •

Cristián Pérez Fernández hat uns vor kurzem verlassen, nach einem langen Leben tiefen Einsatzes für Schönstatt, besonders in der Männerbewegung. Ich lernte Cristián am 8. Mai 1954 kennen, bei meinem ersten Besuch im Schönstatt-Heiligtum in Bellavista, eingeladen von Víctor Alamos (einem Schulkameraden), zu einem Treffen der in diesem Jahr entstandenen Schönstatt-Mannesjugendgruppe. Die Gruppe wurde von Hernán Alessandri geleitet, der damals an der Universität von Chile Jura studierte, und bestand aus 17 jungen Universitätsstudenten verschiedener Fachrichtungen. —

Mat.CristiánPérez-PilarVial-Ab.20,1958

Casamiento, 20. 04. 1958

Es war eine Gruppe von bemerkenswerten Menschen, mit viel künstlerischem Feingefühl. Cristián fiel bald als außergewöhnlicher Mensch auf, sehr intelligent, kultiviert und vor allem ausgeglichen. Diese Bedingung erwies sich in dieser Gruppe als notwendig, besonders in den Hunderten von Stunden von Treffen, Tagen und Exerzitien, wenn theologische oder andere Diskussionen stattfanden. Christian war immer da, um seine Gelehrsamkeit und Ausgeglichenheit beizusteuern.

Der Name und das Ideal der Gruppe war “ Träger des Sieges“. Vier Priester sind daraus hervorgegangen: die Patres Pedro Guzmán, Ricardo Bravo, Jorge Zegers und Christian Christensen. Mehrere von uns sind noch in Schönstatt. Das enge Band zwischen uns bedeutet fast 70 Jahre geistige Brüderlichkeit und Treue der Gottesmutter mit uns.

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde in Bellavista in den Gruppen Ritter des Feuers, Sicut Ventus, Triarios, Ritter des Heiligen Grals und anderen viel diskutiert, ob diese (in der Jugend, vor der Entscheidung für eine Erwachsenengliederung, entstanden) Gruppen für immer oder auf Zeit sein sollten. Unsere Lebensgeschichten von fast 70 Jahren, von Cristián Pérez, Ricardo Peralta, Pablo Domeyko, Carlos Jouanne, Gonzalo Zegers, Jorge Herranz und anderen, ist ein positiver Beweis dafür, dass Lebensgruppen für das Leben sein können und sein sollten, besonders in solch instabilen und heidnischen Zeiten wie denen, in denen wir leben. Die Zugehörigkeit zu einer Lebensgemeinschaft, die sich auf das Liebesbündnis mit der Gottesmutter im Heiligtum gründet, ist unerlässlich, um im stürmischen Meer des heutigen Lebens keinen Schiffbruch zu erleiden.

Es war diese Erfahrung, die die Männergruppen in Bellavista Ende der 60er Jahre motivierte, sowohl diejenigen, die von Pater Ernesto wie auch diejenigen, die von Pater Benito ausgebildet worden waren und sich nicht für das Priestertum entschieden hatten, die also in der Laienwelt lebten und als verheiratete oder alleinstehende Männer arbeiteten, die Männerbewegung von Chile zu gründen. Viele von uns, die noch aktiv in der Gliederung mitarbeiten, waren an dieser Gründung beteiligt, und natürlich war Cristian Pérez einer der Gründer, zusammen mit einigen anderen Mitgliedern der Gruppe „Portadores de la Victoria“ (Träger des Sieges).

santuario HogarCristián Pérez‘ Beteiligung an der Gründung der Gliederung war grundlegend und entscheidend, wie diejenigen von uns, die mit ihm all die Jahre in der Abba-Gruppe, der letztlich ältesten Gruppe der Männerbewegung, waren, rückblickend bezeugen können. Cristián war wirklich „außerordentlich“ als Person, mit seiner Intelligenz, als Gruppenbruder und als Freund. Er war ein guter Zuhörer und ein genauer und fürsorglicher Berater. Er hatte eine große Leidenschaft für Wissen und für die Wahrheit, Eigenschaften, die in der heutigen Welt immer seltener werden. Mit ihm über egal welches Thema zu sprechen war immer ein Vergnügen und eine Lernerfahrung.

Die Sache mit P. Esteban Uriburu

Bei einer Gelegenheit, ich glaube, es war im Sommer 1956, reiste Cristián mit Hernán Krause mit dem Zug in den Süden, zum Sommerlager am Lago Calafquén.

Sie waren allein unterwegs, denn sie hatten nicht mit der großen Gruppe reisen können, die schon zuvor aufgebrochen war.

Sie fuhren ruhig daher, unterhielten sich und betrachteten die südliche Landschaft, als Hernán, die anderen Passagiere beobachtend, bemerkte, dass im selben Wagen zwei junge Argentinier saßen, wohl in ihrem Alter.

Hernán, der vor nichts Angst hatte, schlug Cristián vor, zu ihnen zu gehen und mit ihnen zu sprechen, um sie ins Lager einzuladen.

Für Hernán, der ein „apostolischer Panzer“ war, war das die normalste Sache der Welt, weil er es schon oft gemacht hatte. Für Cristián war das etwas ganz Neues, aber er nahm trotzdem den Mut zusammen und ging zu den beiden Argentiniern, um mit ihnen zu sprechen. Sie können sich vorstellen, wie es für die beiden „Chés“ gewesen sein muss, die wahrscheinlich auf einem Sightseeing-Trip im Süden Chiles waren, als sie von diesen beiden Chilenen angesprochen und gebeten wurden, an der nächsten Station auszusteigen und mit ihnen in ein „Marianisches Lager“ zu gehen.

Es muss ein sehr nettes Gespräch gewesen sein, in dem sowohl Hernán als auch Cristián ihren apostolischen Elan zur Schau stellten, denn am Ende erklärten sich die beiden Argentinier bereit, auszusteigen, um sie zum Lager zu begleiten.

Ich war im Lager, also wurde ich Zeuge, als die beiden Gäste mit einem „Ich verstehe nur Bahnhof“-Blick auf ihren Gesichtern ankamen. Jeder im Lager empfing sie mit großer Zuneigung und Freude.

Die Hand der Gottesmutter war deutlich in dieser Episode, denn einer der beiden Argentinier war Esteban Uriburu, der nicht nur in Schönstatt eintrat, sondern zum Priester geweiht wurde. So war Cristián ein treues Werkzeug, um Pater Esteban nach Schönstatt zu bringen.

1956: Bellavista, detrás del Santuario. Delante: Frater Ricardo Bravo,Christian Christensen, Frater Vicente Serró, Hernan Krausse, Cristián Pérez, Jorge Herranz. Atrás: Vittorio Cintolesi, Martín Dominguez,Frater Francisco Mena, Luciano Tomassini, Frater Pedro Guzmán

1956: Bellavista, hinter dem Heiligtum. Vorne: Frater Ricardo Bravo, Christian Christensen, Frater Vicente Serró, Hernan Krausse, Cristián Pérez, Jorge Herranz. Hinten: Vittorio Cintolesi, Martín Dominguez, Frater Francisco Mena, Luciano Tomassini, Frater Pedro Guzmán.


Titelfoto:

1957: Calafquén. Fußballmannschaft aus angehenden Priestern spielt gegen die Mannschaft des angehenden Familienwerks. Stehend, zweiter, von links nach rechts, Hernán Alessandri, auf derselben Linie, ganz rechts, Luis Ramírez.

Quelle: Vínculo. Juli 2021. Mit Genehmigung des Herausgebers.

Original: Spanisch, 23.07.2021. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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