P. Bodo-Maria Ehrhard

Veröffentlicht am 2020-12-15 In Schönstätter

P. Bodo Erhard verstorben

DEUTSCHLAND, Maria Fischer •

Sie gehörte zu den Schönstatt-Geschichten meiner Kindheit, diese Geschichte vom Gespräch dieser beiden beiden jungen Männer mit den gleichen Studienfächerns (Physik und Mathematik) aus dem legendenumwobenen Jungmännerbund, einer von ihnen Gymnasiallehrer, der andere auf dem Sprung zur Karriere in der Industrie, beide immer noch auf der Suche nach der persönlichen Lebensberufung und überzeugt davon, die Pädagogik dieses Pater Kentenich, mit denen sie so oft rund um den Tisch gesessen und über Gott und die Welt und Schönstatt diskutiert hatten, immer noch besser studieren und verstehen zu müssen, um daraus die Welt zu gestalten, die Welt zu verändern. Nur wie? Als Wissenschaftler in der Industrie, als Lehrer, als Familienvater in Familienbund oder -verband, als Priester? Dieses Gespräch, bei dem dieser erfolgreiche Physiker davon sprach, wie er bei Siemens immer wieder die gleichen Messreihen machte und dann die Frage: Ob man aber damit die Welt verändert? „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann  reden sie noch heute?“ Nein. Dann misst er nicht mehr, sondern wird Priester, der eine der beiden, dieser Bodo Erhard. —

Die Wege der jungen Männer dieser und so vieler anderer Geschichten trennten sich hinein in ihre Berufungswege und kreuzten sich doch immer wieder in Schönstatt (und dann wusste man, dass es endlos lange Diskussionen über Gott und die Welt und Schönstatt geben würde und man als Kind vor dem nächsten angesagten Schönstattbesuch innig betete, dass bloß nicht mehr als einer von „denen“ aufkreuzen würde). Viel später erst wurde aus dieser Gestalt aus der so oft erzählten Schönstatt-Geschichte der Kindheit der Verfasser des deutschen Textes von „Wer nur ist diese Frau?“, der im Sehnsuchtsland Argentinien geweihte Schönstatt-Pater, der Generalobere der Patres, der Zeitzeuge (in dieser Reihenfolge).

Die Traube vor dem Urheiligtum

Zeitsprung, Januar 2006, Bericht auf schoenstatt.org:

P. Bodo-Maria Erhard, 2006„Er war 1965 in Rom dabei und begleitete Pater Kentenich von Rom aus nach Frankfurt. Er ließ die dramatischen letzten Tage vor dem Heiligen Abend aufleben, als es bis zur letzten Minute um die Frage ging: Kann Pater Kentenich zu Weihnachten nach Deutschland, und nach Schönstatt? Die „Kleinigkeiten, die ein bisschen aufregend waren, und das sind meistens etwas peinliche Sachen“, seien ihm besonders haften geblieben, so Pater Erhard humorvoll. So die Situation bei der Abreise in Rom, als der Pass von Pater Kentenich nicht auftauchte. Alles war ganz aufgeregt, so Pater Erhard, „und Herr Pater stand da, ganz ruhig, wie ein Feldherr, und schaute in die Ferne. Er schaute auch nicht, ob die Schwestern da etwas finden oder nicht, er schaute einfach geradeaus…. Und wir alle warteten weiter stillschweigend mit ihm“ – bis der Pass schließlich auftauchte. Eine weitere Begebenheit geschah in der später noch öfter erwähnten „Traube“ vor dem Urheiligtum, in der sich Pater Erhard „immer weiter nach hinten stellte“, weil er ja so viele Begegnungen mit Pater Kentenich hatte und anderen den Vortritt lassen wollte. Pater Kentenich, der ihn im Dämmerlicht beim Herausgehen aus dem Urheiligtum sehen, aber nicht erkennen konnte, arbeitete sich „begrüßend und händeschüttelnd“ zu ihm hin – und als er ihn erkannte, „machte er auf dem Absatz wieder kehrt und ging begrüßend wieder zurück, und dann ging alles wieder seinen normalen Gang.“

Heimruf am Sonntag Gaudete

Im Alter von 96 Jahren ist Pater Bodo-Maria Erhard am Abend des dritten Adventssonntags, des Sonntags Gaudete, heimgerufen worden zum Herrn.

Im Nachruf schreibt P. Theo Breitinger: „Nach 1956 war in den informierten Kreisen die Notwendigkeit der Gründung einer neuen Patresgemeinschaft an Stelle der Pallottiner bewusst klar. 1959 entschied er sich dafür, den Weg zum Diözesanpriester der Diözese München nicht weiter zu verfolgen, sondern sich aktiv den Vorbereitungen für eine Neugründung anzuschließen. 1961 beendete er sein Theologiestudium und trat aus dem Priesterseminar Münchens aus. Im Zuge der Vorbereitung auf die Neugründung führte ihn sein Weg 1963 mit anderen Kandidaten zusammen zu einer Schulungszeit nach Milwaukee, wo er Pater Kentenich persönlich intensiver kennenlernte und von diesem auch bald wegen seiner Lebenserfahrung für spätere Leitungsaufgaben im neuen Institut gewonnen werden konnte.

Die Priesterweihe erhielt P. Bodo-Maria Erhard am 8. September 1964 in Argentinien durch Handauflegung des Erzbischofs Antonio Plaza. Von da an war er praktisch jahrelang in Leitungsaufgaben der neuen Gemeinschaft der Schönstatt-Patres tätig, bis er nach dem Ausscheiden aus seinen Ämtern 1999 in eine Filiale nach Essen zog. Von 1965 bis 1974 bekleidete er das höchste Amt der Gemeinschaft als deren erster Generalsuperior.

In diese Zeit fiel vor allem auch die Entstehung und der Aufbau von „Berg Sion“, der Heimat der Schönstatt-Patres, bei dem Pater Erhard wesentlichen Anteil hatte, angefangen vom Landerwerb über die Namensgebung des Berges Sion bis zum Bau des Heiligtums und der verschiedenen Häuser der Patresgemeinschaft auf diesem Berg. Er setzte sich in seiner Amtszeit und darüber hinaus auch sehr für die Gründung einer Anbetungsgemeinschaft auf Berg Sion ein und förderte auf diese Weise die geistliche Grundlage und den nötigen Tiefgang für unsere stark apostolisch orientierte Priestergemeinschaft. Im Anschluss an seine Amtszeit als Generaloberer stand er für weitere zwölf Jahre von 1974 – 1986 als Provinzoberer der Sion-Provinz im Dienst der Gemeinschaft. In den letzten Jahren, seit 2004, gehörte Pater Erhard zur Filiale der Patres im Anbetungshaus auf Berg Sion und beteiligte sich sehr am Gebetsdienst unserer Mitbrüder im Sionsheiligtum.“

Requiem und Beisetzung sind am 18. Dezember 2020.

Anstelle von Kranz- und Blumenspenden können Sie die Priesterausbildung der Schönstatt-Patres unterstützen.  Herzlichen Dank dafür!

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Nachruf - P. Bodo ErhardtNachruf  von P. Theo Breitinger — P. Bodo-Maria Erhard

 

 

 

 

 

 

 

 

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