Veröffentlicht am 24. April 2019 In Schönstätter

„Träne der Seele“: Gedichtband von Maria Lucrezia Rallo

ITALIEN, Pamela Fabiano •

Vor einigen Tagen ist der der Gedichtband „La lacrima dell’anima“ (Hrsg. La Zisa, Palermo 2019) von Maria Lucrezia Rallo, einer gerade einmal siebzehnjährigen jungen Frau aus Sizilien erschienen, die dort die Schönstatt-Mädchenjugend und die Marienapostel gegründet hat.—

  Wir haben uns mit ihr unterhalten, um uns von diesem Abenteuer erzählen zu lassen und unseren Lesern eine Botschaft der Hoffnung zu vermitteln: Unsere italienischen Jugendlichen sind wirklich, wie der Heilige Vater sagt, nicht nur die Zukunft, sondern auch das „Heute“ unseres Landes. Durch Literatur, Kunst und Kultur können junge Menschen den Lauf der italienischen Geschichte verändern. Maria Lucrezia lebt diese schöne Verantwortung als Schönstätterin und setzt die Bündniskultur um, die Leben schafft und Gesellschaft verändert.

Hier das Interview:

Maria Lucrezia, du bist die Gründerin der Schönstatt-Mädchenjugend und der Marienapostel in Sizilien. Wie hat das angefangen mit deiner Beziehung zur Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt und dem Werk Pater Kentenichs? Wie läuft das Abenteuer?

Meine große Geschichte der Liebe zu Maria hat begonnen, als ich noch sehr jung war, und es hatte zu tun mit einer großen Prüfung, die meine Familie getroffen hat. Wir alle haben in ihr jene warme Umarmung wiederentdeckt, die dich im Moment des Unglücks hält und die feste Schulter, auf der du deinen gesamten Lebensweg gründen kannst.

Von diesem Moment an war es ein Wachsen, eine kontinuierliche Entdeckung von sich selbst als Geschöpf Gottes und die Entdeckung eines funkelnden und lebendigen geistigen Lebens.

Wie ist die Idee für das Buch „Die Träne der Seele“ entstanden? Zusätzlich zu den Gedichten gibt es auch schöne Fotos, die du gemacht hast. Erzähl uns von der Entstehung des Projekts und vor allem von dem Geist, der dich beim Schreiben von Gedichten anregt.

Ich schreibe, weil ich das Bedürfnis verspüre, meine Gefühle und Gedanken auszudrücken. Ich denke, dass gerade die Poesie alles Negative und auch Positive in meinem Leben sublimiert. „La Lacrima dell’anima“ ist die Frucht eines Traums, den ich bis vor kurzem als „unmöglich“ bezeichnet habe und der jetzt  dank des Verlages Wirklichkeit geworden ist. Es ist eine Freude für mich, die Möglichkeit zu haben, zu erzählen und erzählt zu bekommen. Auch die Fotos sind nichts anderes als die Vollendung der kompletten Präsentation meines Selbst.

Gibt es ein bestimmtes Gedicht, das du uns vorstellen möchtest? Und warum?

Jedes Gedicht ist etwas Besonderes und anders. Ich bin an jedes Wort gebunden, das sie zusammensetzt, denn manchmal war es wirklich schwer, all die Gefühle auszudrücken, die sich um sie drehten. Aber vielleicht ist ein ganz besonderes das Gedicht „Mama“ (S. 36 des Buches „La lacrima dell’anima“).

Es ist der Brief eines Kindes, das sehr leidet, an seine Mutter, die auch leidet.

Das ist nicht meine Geschichte, sondern die Geschichte von so vielen Kindern, die heute wegen der Migration nicht in Frieden leben können. Ich wähle dieses Gedicht, weil es ein Thema ist, das mich sehr berührt, und ich verdanke es so vielen wunderbaren Menschen, die ich getroffen habe.

Wie viel hat Schönstatt mit deinem Leben zu tun? In der Schule, mit Freunden, bei deinem sozialen Engagement, beim Schreiben von Gedichten und Fotografieren?

Schönstätter zu sein ist nicht so sehr ein Zustand, sondern eine Art zu sein. Und das betrifft zwangsläufig alles, was ich tue und lebe.

Es ist nicht immer einfach, aber die lebendige Gegenwart von Jesus und Maria in meinem Leben hilft mir, Probleme mit einem anderen Bewusstsein anzugehen. Eine Freude in meinem Herzen, die ich vorher für unmöglich gehalten habe.

Das Schreiben ist ein Geschenk, und ich danke Gott dafür, und es ist auch ein Akt der Liebe zu denen, die sich noch in der Liebe zu Maria und zum Leben wiederfinden müssen. Und dann, wie unser Vater und Gründer sagte, versuche ich immer, „das Ohr am Herzen Gottes und die Hand am Puls der Zeit“ zu halten. (P. J. Kentenich)

Original: Italienisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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