Veröffentlicht am 30. März 2019 In Schönstätter

Wenn einer der Ersten geht: P. Robert Ostheimer

BRASILIEN, Sueli Vilarinho •

Am 27. März verabschiedeten sich die Schönstattfamilie von Jaraguá und die Gemeinschaft des Säkularinstituts der Schönstatt-Patres von Brasilien von Pater Roberto Josef Ostheimer, der die Gemeinschaft 1966 in Brasilien gründete. Totenwache und Requiem waren in Pfarrei Nossa Senhora da Conceição, wo er Pfarrer gewesen war, anschließend war die Beisetzung auf dem Friedhof der Patres neben dem Heiligtum von Sião do Jaraguá, dessen Gelände er selbst gekauft und dessen Bau er wesentlich getragen hatte.—

Eine Biographie – auch wenn sie nie alles erzählen kann

Robert Ostheimer wurde 07.06.1930 in Pflauheim – Bayern – Deutschland geboren. Er war der zweite Sohn einer Familie von 11 Geschwistern.

1947 machte er Exerzitien mit Pater Rummel, der mit der Schönstattjugend arbeitete und ihn in die Spiritualität der Bewegung einführte. Im Alter von 20 Jahren beschloss Robert, in der Provinz Süddeutschland in das pallottinische Noviziat einzutreten, und das Ideal seines Noviziatskurses war: „Lumen Christi in manu Mariae“ (Licht Christi in den Händen Marias).

1953 ging er an das große Seminar in Schönstatt, Deutschland. Und am 10. Juli 1954 kam er als pallottinischer Seminarist nach Brasilien. Er durchquerte São Paulo und sein erstes Ziel war Jacarezinho in Paraná, wo er sein Studium in Portugiesisch, seiner neuen Sprache, begann. Er gehörte zum Schönstattkreis „Maria Sieg“ und das große Ideal, das sie motivierte, war: „An Schönstatt und Pallotti lass uns glauben und dieses Einheitszeichen nie uns rauben“ (Himmelwärts). Mit dieser Gruppe von Seminaristen, zu der Studenten aus Deutschland, Argentinien und Brasilien gehörten, weihte er sich der Mutter Gottes und wurden im selben Jahr in Porto Alegre, RS, zum Diakon geweiht.

Pater Roberto, wie man ihn in Brasilien nannte, wurde am 15.07.1956 in Londrina, Paraná, zum Priester geweiht und kehrte kurz nach seiner Priesterweihe für seine Primizmessen und Ferien in seiner Heimat nach Deutschland zurück. Im April 1957 kehrte er nach Brasilien zurück und sein erstes priesterliches Wirken fand an verschiedenen Orten im Staat Paraná statt, wo er mehrere Jahre blieb. Im Juni 1966 ließ sich Pater Roberto zusammen mit anderen Priestern in Jaraguá, São Paulo, im Pfarrhaus nieder, das ihnen von Bischof Agnello Rossi überlassen worden war. Ende September 1966 traf Pater Roberto Pater Josef Kentenich in Deutschland und Pater Kentenich versprach ihm Hilfe bei seiner Kampagne, Geld für ein zukünftiges Schönstatt-Heiligtum in Jaraguá zu sammeln, und lud ihn auch ein, sich der Neuen Gemeinschaft (die Schönstatt-Patresgemeinschaft) zu verpflichten, was er am 18. Oktober 1966 tat.

Damals war Pater Roberto ein großes Werkzeug Gottes für den Bau des zukünftigen Schönstatt-Heiligtums in Jaraguá und des Exerzitienhauses der Patres in der gleichen Nachbarschaft.

1972 war er ein Jahr lang Pfarrer in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Empfängnis von Jaraguá und förderte gleichzeitig die Bewegung der Pilger im Heiligtum von Jaraguá. Mehr als 12 Jahre lang war er Pfarrer in Mairiporã und in der gesamten Region Mairiporã führte er das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt an verschiedenen Orten ein.

1987 begann er, mit der Katholischen Charismatischen Erneuerung und anderen Bewegungen der Kirche zusammenzuarbeiten, und mehrere Jahre lang nahm er diese Aufgabe mit Hingabe und Engagement wahr. In diesen Jahren widmete er sich auch der Arbeit der Resozialisierung von Drogenabhängigen und war Kaplan des Santa Casa de misericórdia in Ouro Preto, Erzdiözese Mariana, MG.

Pater Roberto war ein Werkzeug Gottes, der Kapellen baute, Pfarreien und Gemeinschaften aufrichtete und sich für verschiedene soziale Werke einsetzte; er war auch der Gründer der Sozialarbeit „Lilien des Feldes“: ein Zentrum für die Evangelisierung und Genesung von Drogenabhängigen in Ouro Preto, MG. Pater Roberto hatte immer ein Gespür für die am meisten Benachteiligten und Leidenden der Gesellschaft und eine große Liebe zum Heiligtum.

Bis fast zum Ende seines Lebens war er mit dem Schönstatt-Heiligtum von Jaraguá in São Paulo verbunden, und im Jahr des 50. Jahrestages des Heiligtums, das Pater Roberto mit aufgebaut hat, kehrte er nach einem missionarischen und priesterlichen Leben zu Gott zurück.

 

Original: Portugiesisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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