Veröffentlicht am 9. Februar 2019 In Schönstätter

Auf den Altären von Himmel und Erde

BRASILIEN, Roberto M. González •

Die Idee für diesen Artikel, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt, entstand vor fast einem Jahr, doch angesichts der jüngsten Ereignisse wird er nun eine Hommage an Manfred M. Worlitschek, Mitglied des Institutees der Schönstätter Marienbrüder, der am 30. Januar 2019 verstorben ist.—

Das Leben von Manfred gliedert sich in zwei Teile: den ersten, seine Geburt, sein Studium und seinen Eintritt in das Säkularinstitut der Schönstatter Marienbrüder, und den zweiten, bei dem er praktisch bei Null beginnt, indem er frei und in Absprache mit der Gemeinschaft beschließt, sein Heimatland und Ur-Schönstatt zu verlassen, nach Santa Maria, Brasilien, zu gehen und die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Möbelmanufaktur der Marienbrüder zu übernehmen.

Orgelbaumeister

Manfred wurde in Deutschland zum Orgelmeister ausgebildet, das heißt für Entwurf, Bau und Reparatur von Pfeifenorgeln, Arbeiten, die ihn in verschiedene Teile Brasiliens und andere Länder führten, um eine große Anzahl von Orgeln zu bauen und zu reparieren.

Was die Kunst des Orgelbaues betrifft, war eine der überraschendsten Erklärungen, die Manfred bei meinem Besuch ansprach, die folgende: „Es gibt keine Orgel auf der ganzen Welt, oder besser gesagt, die Pfeifen davon, die gleich klingen. Sie sind wie Menschen.“ Wegen der Art und Weise, wie jede Pfeife hergestellt wird, wie der Designer das Metall in der Form gießt, um den gewünschten Durchmesser und das gewünschte Volumen für die verschiedenen Noten zu erreichen. Praktisch alles wird nach Augenmaß gemacht und dank der Fertigkeit, die Orgenbaumeister in ihrer langjährigen Ausbildung erhalten haben, so dass jede Pfeife ein paar Gramm mehr oder weniger in ihren Materialien hat.

Parallel zu seiner Tätigkeit im Unternehmen arbeitete Manfred als Berater für die Süd-Regionale Jungenjugend (JUMAS), unterstützte die Männergliederungen in der Region, war Oberer der Marienbrüder in Amerika und wurde nach dem Kongress des Instituts im vergangenen Jahr zum Rat in der Generalleitungdes Säkularinstituts der Schönstatt-Marienbrüder gewählt.

Der Schreiner der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter

Dies ist wie eine kurze Biographie von Manfred M. Worlitschek, aber das Ziel dieses Artikels, den ich im April mit ihm zusammen hatte schreiben wollen, konzentriert sich auf einen Aspekt seiner Arbeit an der Spitze des Unternehmens in Santa Maria: die Ausarbeitung der Auxiliares der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter und der Altäre mit ihren jeweiligen Altarbildern für unsere Heiligtümer.

Das Unternehmen begann in den 1950er Jahren, und selbst der Diener Gottes Mario Hiriart arbeitete und lehrte während seines Noviziats an der damaligen Werkschule.

Zuerst konzentrierte sich die Hauptproduktion auf Möbel, aber dann fügte Ernest M. Brandstetter, Marienbruder, die Herstellung von Altären in den Produktkatalog ein, da er den Altar des Urheiligtums mit allen Details und Maßen für seine genaueste Wiedergabe fotografiert hatte. Einige Zeit später bat Joao Pozzobon, der eine sehr gute Beziehung zu den Marienbrüdern hatte, weil sie direkte Nachbarn waren, Ernest, die ersten Bilder der Pilgernden Gottesmutter dessen zu machen, was später die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter werden sollte.

Als das Unternehmen in die Hände von Manfred überging, übernahm er die Herstellung und Restaurierung von Pfeifenorgeln und setzte die Herstellung von Möbeln, Auxiliares der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter und Altären fort.

Bei meinem Besuch in Santa Maria vor genau einem Jahr konnte ich die Werkstatt besuchen und hinter den Kulissen beobachten, was dort geschah. Dann sah ich ihn, mit drei Altären für unsere Heiligtümer in voller Produktion, im Rohzustand, denn sie waren noch nur aus Holz geschnitten und geschliffen, ohne jegliche Behandlung oder Lackierung.

Zuerst widmete ich mich der Beobachtung jedes Details des Altars und seiner verschiedenen Teile, die in der gesamten Werkstatt verteilt standen und in verschiedenen Phasen der Bearbeitung waren. Dann begann Manfred, der eine sehr ausgeprägte Sensibilität für das Übernatürliche hatte, mir einige Details und Bedeutungen der Teile des Altars und des Altarbildes zu erklären.

Die Altäre unserer Heiligtümer

Es gibt endlose Details und Bedeutungen, die wir normalerweise nicht beobachten, denn hinter Lack, Blumen, Kerzen und auf die Entfernung hin bleiben sie unbemerkt. Ein Beispiel sind die verschiedenen Blumen und blühenden Samen, die das Altarbild von den Seiten des Tabernakels aus schmücken.

Es gibt noch andere Details, die wir täglich sehen, aber nicht wissen, was sie bedeuten, wie die kleinen Gefäße über dem Altarbild, die zwei Graburnen symbolisieren, oder die Wappen an den Seiten des Tabernakels, die einst Kommunionsbänke waren. Die Säulen, die aus den Seiten des Tabernakels herausragen, verjüngen sich, wenn sie sich in Richtung des Bildes der Gottesmutter erheben.

Jedes der Details wird einzeln angefertigt und dann als Ganzes montiert. Vor einem Jahr, als ich diese Altäre zum ersten Mal roh sah, ohne zu wissen, dass es die letzten aus unserer Werkstatt sein würde, war ich überrascht von der Detailtreue und der Arbeit, die mit ihrer Herstellung verbunden war.

In der Geschichte des Unternehmens wurden mehr als 50 Altäre hergestellt, die heute in der ganzen Welt verbreitet sind, darunter Deutschland, Argentinien, Australien, Brasilien, Spanien, USA, Indien, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Uruguay, Portugal und Paraguay. Eine der letzten, der gemacht wurde, war der Altar für das zukünftige Heiligtum von Resistencia, Argentinien.

Heute, wenn ich zum Tabor-Heiligtum gehe, hier auf dem Marienberg in Schönstatt, sehe ich sein Leben, sein Geben von Selbst und Sendung, das sich in jedem Detail des Altars und des Altarbildes widerspiegelt, auch wenn er diesen hier nicht gebaut hat.

 

 

 

Vielen Dank,   Manfred M. Worlitschek!

 

Original: Spanisch, 2. 2. 2019. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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