Czarkowski

Veröffentlicht am 2018-07-19 In Schönstätter

Mehr Professionalität, Initiative, Vielfalt und Mut

Zum Tod von Dr. Hans-Dieter M. Czarkowski, Redaktion •

Ganz am Ende bekommt der Pressesprecher und Journalist noch einmal eine ganz große Presse: Adveniat widmet ihm eine Pressemeldung, Domradio Köln, Rhein-Zeitung Koblenz berichten: Dr. Hans Czarkowski ist am 16. Juli, am Fest der „Virgen del Carmen“ und dem Jahrestag der Gründung des Instituts der Schönstätter Marienbrüder im Alter von 76 Jahren gestorben.—

Vielfältig und vielfach waren seine Anliegen und Initiativen – der Nachruf von Ernest M. Kanzler gibt einen Einblick. Als Redaktion von schoenstatt.org haben wir ihn als engagierten Verfasser von Artikeln erlebt. Der auch nicht immer alle seine Beiträge anbringen konnte und mit dem man wunderbar heftig diskutieren konnte. Und in nicht allzu lange zurückliegenden Zeiten erlebten wir, wie er sein Gewicht als internationale erfahrener freier Journalist in eine von Angst vor zu viel Neuem, zu viel Freiem und zu viel Vielfältigem in der Medienlandschaft Schönstatts ins Spiel brachte – zugunsten von mehr Professionalität, mehr Fragen nach den Bedürfnissen des Publikums, mehr Initiative und mehr Mut.

 

Danke.

Und schön, dass jemand sein Bild am Bündnistag ins Urheiligtum gestellt hat. Wer sein Leben für Schönstatt gelebt hat, verdient das.

 

Offizieller Nachruf von Ernest M. Kanzler, Generaloberer des Instituts Schönstätter Marienbrüde

Am 16. Juli 2018  am späten Abend

rief der Dreifaltige Gott  unseren Mitbruder

Hans-Dieter Maria Czarkowski, Schönstätter Marienbruder,

im Alter von 76 Jahren heim in seine Herrlichkeit.

Hans M. Czarkowski wurde am 29.09.1941 als ältester von drei Söhnen der Eheleute Johann und Edith Czarkowski in Magdeburg geboren. Am 26. Oktober wurde er auf den Namen Hans-Dieter getauft und am 10. Oktober 1952 in Gelsenkirchen gefirmt.

Die Familie wurde 1943 in den Harz evakuiert. 1947 zog sie aus politischen Gründen nach Gelsenkirchen um, der Heimat des Vaters, der inzwischen aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war. Der Vater war Maschinist in der Kokerei der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, die Mutter kümmerte sich um die Familie.

Hans-Dieter M. Czarkowski wurde 1948 in Gelsenkirchen eingeschult und besuchte dort die Grundschule und das humanistische Gymnasium. Im Alter von 16 Jahren wechselte er „seinen Neigungen entsprechend“, wie er von sich schreibt, in ein naturwissenschaftliches Gymnasium. Zur selben Zeit bekam er Kontakt mit der Schönstatt-Jugend, nahm Führungsaufgaben war und begeisterte sich für Josef Engling. Er war aktiv an den Cambraifahrten[1] beteiligt und engagierte sich im Aufbruch der Cambraiströmung[2].

1963, nach seinem Abitur, trat Hans-Dieter M. Czarkowski in das Schönstatt-Intitut Marienbrüder ein. Nach seinem Noviziat studierte er an der Universität Münster Psychologie mit dem Abschluss des Diploms im Jahr 1970. Im Rahmen seines Promotionsstudiums bei Prof. Revers in Salzburg beschäftigte er sich neben der Psychologie intensiv mit Philosophie und Pastoraltheologie. Seine Doktorarbeit über die Psychologie Pater Josef Kentenichs wurde 1973 unter dem Titel „Psychologie als Organismuslehre“ im Patris-Verlag,Schönstatt veröffentlicht.

Herr Prälat Wilhelm Wissing als Leiter des Internationalen katholischen Missionswerks MISSIO in Aachen engagierte 1973 den jungen Doktor der Psychologie aus Schönstattkreisen. Als Assistent von Prälat Wissing unternahm Dr. Czarkowski Reisen nach Asien, Afrika, Australien und Rom. Zwischen Prälat Wissing und ihm entwickelte sich ein großes gegenseitiges Vertrauensverhältnis und Prälat Wissing wurde ihm zu einem väterlichen Freund.

Von 1983–1987 war Dr. Czarkowski Pressereferent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). 1987 wurde er Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bischöflichen Aktion ADVENIAT. Ab 2003 war er freiberuflich tätig.

Schon seit seinem Eintritt in das Schönstatt-Institut Marienbrüder beschäftigte sich Hans-Dieter M. Czarkowski mit der spanischen Sprache, nicht zuletzt, um Mario Hiriart näher zu kommen, dem jungen chilenischen Ingenieur und Marienbruder. Auf dem Hintergrund seiner Erfahrungen sowohl bei MISSIO als auch bei ADVENIAT und seinem Engagement für Mario Hiriart in zahlreichen psychologische Studien und hielt zahlreiche Vorträge zu psychologischen Themen und über den Gründer der Schönstattbewegung.

Ein Herzensanliegen von Dr. Czarkowski war die Sendung des Mannes für Kirche und Welt. Dies klang immer wieder durch in Diskussionen mit ihm, in vielen Vorträgen und in seinem Engagement in den Organisationen der Säkularinstitute auf Weltebene und in Lateinamerika.

Bei seinem Kontakt mit dem Gründer Schönstatts, am Vorabend dessen Heimgangs, wurde er zum Zeugen für das „Ja“ des Gründers zum Projekt Kreuzberg[3] in Bonn, an dessen Realisierung er entschieden mitarbeitete.

Wir erlebten Hans-Dieter M. Czarkowski hin- und hergerissen zwischen seinem Freiheitsdrang und seinem Gemeinschaftsbedürfnis. Er hat unsere Gemeinschaft sehr bereichert durch seine Reflektionen, seine Vorträge, seinen Einsatz für Mario Hiriart. Manchmal, in vertrauten Gesprächen im kleinen Kreis, schimmerte eine große Kindlichkeit und Intimität mit der Gottesmutter durch.

Sein Kursideal „Filius fidelitatis“ (Sohn der Treue) wurde ihm zur Leitlinie in seinem Durchdringen der Denkweise Pater Kentenichs und seinem Einsatz für die von ihm gezeichnete Sicht der Sendung des Laien für Welt und Weltkirche.

Ab dem Jahr 2016 erlebten wir oft seine Demenzerkrankung. Am 28. September 2017 stürzte er und erlitt eine starke Gehirnblutung, von der er sich nicht mehr erholte.

 

Vallendar, den 18.07.2018

Ernest M. Kanzler

Generaloberer

Treffen von Säkularinstituten, 2009

[1] Gemeinschaftliche Fahrten nach Nordfrankreich; in der Nähe der Stadt Cambrai ist Josef Engling aus der Gründergeneration Schönstatts am 4. Oktober 1918 verstorben.
[2] Das Wort „Cambrai“ wurde zum Synonym einer Strömung, dem Leben Josef Englings dort vor Ort zu begegnen.
[3] Bau eines Schönstatt-Heiligtums auf dem Gelände des Kreuzberges in Bonn, einem populären Wallfahrtsort mit der Nachbildung der Heiligen Stiege. Bonn war damals Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, was zur Idee eines „Diplomaten-Heiligtums“ führte. Heute befindet sich auf dem Kreuzberg neben dem 1986 eingeweihten Heiligtum ein internationales Sprachinstitut, getragen vom Institut der Schönstätter Marienbrüder.

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