Veröffentlicht am 13. Oktober 2016 In Schönstätter

Ein großes Herz für Priester – Requiem für Monsignore Hermann Gebert

DEUTSCHLAND, Claudia und Heinrich Brehm •

Über 60 Priester aus den vier Priestergemeinschaften Schönstatts, die Mitglieder des Generalpräsidiums und viele Mitglieder aus den verschiedenen Schönstatt-Gemeinschaften sowie Verwandte aus dem Schwarzwald waren am 10. Oktober 2016 zum Requiem für Monsignore Hermann Gebert in die Anbetungskirche auf Berg Schönstatt in Vallendar gekommen. Der ehemalige Generalobere des Schönstatt-Institutes Diözesanpriester war am Todestag Josef Englings, am 4. Oktober, nach langer Krankheit verstorben. Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, Freiburg, stand dem Requiem vor und hielt auch die Predigt für seinen Mitbruder, der sich immer „als Diener Jesu Christi verstanden habe, bereit zum Dienst in der Kirche, als Diener der Menschen“.

Schon als Gymnasiast habe der am 30. August 1929 in Schramberg geborene Hermann Gebert Schönstatt kennen- und schätzen gelernt, machte Erzbischof Zollitsch deutlich. Besonders das Wort Pater Kentenichs: „Wir wollen lernen uns unter dem Schutze Mariens zu erziehen zu festen, freien, priesterlichen Charakteren“, habe ihn fasziniert. Seit Kindertagen mit Maria verbunden, sei sie ihm Vorbild und Erzieherin geworden und habe ihn, wie er selbst gesagt habe, auf den Weg zum Priesterberuf geführt.

cabeceraZugewandt und sensibel

Dem konkreten einzelnen Menschen habe sein Herz gegolten, so Zollitsch, und dem, was diesen Menschen bewegte. Besonders für die Priester habe sein Herz geschlagen, ihnen habe weitestgehend sein Dienst gegolten. Schon ein Jahr nach der Priesterweihe wurde er Repetent und dann als Dozent und Subregens zum Vorsteher im Priesterseminar in Rottenburg. Gleichzeitig arbeitete er führend und beseelend im inneren Kreis seiner Schönstatt-Gemeinschaft: 10 Jahre lang war er Verantwortlicher für die junge Gemeinschaft. Danach 18 Jahre lang Generalrektor für das Schönstatt-Institut Diözesanpriester. Sensibel und überaus feinfühlig habe er sich der Aufgabe gestellt, die verschiedenen Generationen der Gemeinschaft zusammenzuführen, immer bestrebt, sich in seinem Tun am Gründer, Pater Josef Kentenich auszurichten, den er 1964 in Milwaukee aufsuchte um ihn und seine Intentionen direkt und ungefiltert aufzunehmen. „Pater Kentenich sprach nach diesem Besuch vom wachen, interessierten, den Menschen zugewandten ‚Subregens‘ und zeigte sich angetan von dessen Wahl zum Verantwortlichen des ‚Jungen Verbandes‘“, so Zollitsch.

Jahre des inneren und äußeren Aufbaus

Jahre des inneren und äußeren Aufbaus der Gemeinschaft der Diözesanpriester folgten. Dazu gehörten auch der Einsatz für das internationale Schönstattzentrum in Rom, Belmonte, und der Bau des Priesterheiligtums und Priesterhauses auf Berg Moriah in Schönstatt. Doch, so Erzbischof Zollitsch, „sein Herz gehörte nicht den Strukturen und Bauten. Sein Herz gehörte den Mitbrüdern in der Gemeinschaft“, der seelsorgerlichen Begleitung der Priester in Kursen und Seminaren sowie in zahllosen Einzelgesprächen. Dabei habe Hermann Gebert immer einen Blick über die eigene Priestergemeinschaft hinaus z.B. für die Mitglieder der Priesterliga oder auch für neu dazu stoßende Mitbrüder aus Südamerika gehabt.

Gesicht der Gemeinschaft

Vor allem für die Schönstatt-Priester in Südamerika sei er zum Gesicht der Gemeinschaft geworden wie auch – aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Generalpräsidium – zu einem Gesicht Schönstatts überhaupt.

Bei seiner ersten Heiligen Messe, die er als Neupriester in Schönstatt feierte, begegnete Hermann Gebert jungen Priestern aus der Schönstattgruppe von Karl Leisner. „Ich kenne kaum eine andere Person, von der er derart fasziniert war und auf die er sich so persönlich eingelassen hat, wie Karl Leisner“, betonte Erzbischof Zollitsch. Das Buch „Geschichte einer Berufung“ über Karl Leisners Leben und Sterben bringt zum Ausdruck, dass ihm Karl Leisner nicht nur ein Freund, sondern auch faszinierender Kämpfer und Vorbild für die eigene Nachfolge Jesu Christi geworden sei. Ein Viertel des Buches habe Gebert dem Thema „Opfer und geopfert werden“ gewidmet. „Der Priester ist nicht nur da, um das Opfer darzubringen sondern auch um einzugehen in das Opfer Christi und selbst Opfer zu werden“, beschreibt Zollitsch die Haltung Leisners, die sich Hermann Gebert zu eigen gemacht und die besonders die letzten Jahre seines Lebens geprägt habe.

Das Geheimnis des Weizenkorns

2010 nimmt ihm ein schwerer Schlaganfall die Sprache. Ab da ist Gebert vollständig auf Hilfe und Pflege angewiesen, die ihm liebevoll im Pflegeheim der Frauen von Schönstatt auf dem Reginaberg zuteil wurde. Nun werde in seinem Leben das Geheimnis des Weizenkorns deutlich, so Zollitsch, eins zu werden mit Jesus Christus im Leiden und Tod, als Weg zum Leben. „Wir nehmen Abschied von Hermann Gebert mit einem Herzen voll Dankbarkeit für alle Kraft und Fähigkeiten, die er für die Gemeinschaft eingesetzt hat und das innere Gesicht unserer Gemeinschaft entscheidend prägte.“

Vorbild priesterlicher Liebe und Hingabe

Pater Catoggio sprach in seinem Grußwort, das er für „die Gemeinschaft der Schönstattpatres und für das Generalpräsidium gerne spreche“ von Hermann Geberts schlichter, demütiger, würdiger und liebenswürdiger Art, in der er jeden aufgenommen und willkommen geheißen habe. Er habe viel dazu beigetragen, „dass Schönstatt weit, offen und international geworden ist und zu einem beliebten Ort, wo man gerne hinkommt.“ Gebert habe viel Liebe zum Vater und Gründer Pater Kentenich ausgestrahlt. In seiner Nähe habe man sich auch Pater Kentenich nahe gefühlt. Für ihn, so Pater Catoggio, sei Hermann Gebert ein „Vorbild priesterlicher Liebe und Hingabe und das freundlich einladende Gesicht Schönstatts.“

Seine letzten Gespräche mit ihm hätten sich um Karl Leisner gedreht, deshalb bitte er nun, dass das kurze Priesterleben Karl Leisners und das lange Priesterleben Hermann Geberts viele junge Menschen anziehe und er vom Himmel aus für seine Lebenssendung weiterhin wirken werde.

Beerdigung auf Berg Moriah

Seine letzte Ruhestätte hat Hermann Gebert auf dem kleinen Friedhof der Gemeinschaft auf Berg Moriah unterhalb des Vaterhauses seiner Gemeinschaft gefunden. Beim abschließenden Zusammensein gewährte eine von seinem Neffen zusammengestellte Bildpräsentation Einblicke in Stationen eines reichen und fruchtbaren Priesterlebens.

Vollständiger Text der Predigt von Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch beim Requiem für Mons. Hermann Gebert

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Quelle: schoenstatt.de, mit freundlicher Erlaubnis. Foto oben: Brehm. Foto unten: Neiser.

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