Veröffentlicht am 2016-08-24 In Schönstätter

Rodrigo Ossandón, Schönstätter bis ins Mark

CHILE, Cristina “Kikí” Quiroz de Tagle •

Am 31. Juli verstarb Rodrigo Ossandón unerwartet. Er war Mitglied im ersten Kurs des Familienbundes in Chile, „Hogares de Fuego“ [Heime des Feuers]. Er hatte Schwierigkeiten beim Gehen und war in Behandlung beim Physiotherapeuten. Als er unter starker Müdigkeit litt, kam ins Krankenhaus. Man entdeckte dort, dass sein Herz nicht gut funktioniert, aber es war nichts Dramatisches, und so schickten sie ihn nach Hause. Sie saßen abends ruhig beim Fernsehen; er schloss seine Augen, dann sagte er „Maní“ (der Spitzname seiner Frau) und ging heim! P. Luis Ramirez hielt eine schöne Predigt, die auch sein Gebet zu seinem ersten Liebesbündnis einschloss, so tiefgründig, sehr schön.

Ein Schönstätter von Jugend an

Lieber Rodrigo, ich bin so überzeugt davon, dass du direkt in den Himmel gekommen bist, dass ich mich in diesen Tagen dabei entdeckte, Dich um Gefallen zu bitten. Es gab ein Fest, als du angekommen bist; sie haben mit offenen Armen auf dich gewartet! Da war der Dreifaltige Gott, die Gottesmutter, deine beiden verstorbenen Kinder, deine wunderbaren Eltern, Pater Kentenich, Pater Benito, Mario Hiriart, deine Kursbrüder und –schwestern, Deine Gruppe … eine Menge! Dein Heimgang spricht für sich. Du warst im Krankenhaus, wartetest auf deine Entlassung, sagtest „Maní“ … und gingst heim. Und da oben bist du angekommen mit einem prächtigen Rucksack, dem eines Vaters und Gründers, der sich völlig eingesetzt hat, mit Seele, Leben und Herz, um eine bessere Welt zu bauen.

Du hattest eine glückliche Kindheit in einer katholische Familie, fünf Brüder und Schwestern, dem Tennis sehr verbunden und natürlich Zapallar. Du warst ein sehr guter Schüler an der Deutschen Schule, studiertest Bauingenieurwesen an der Katholischen Universität. Hugo Tagle hat dich zu einem Treffen für Studenten in Valparaíso eingeladen. Dort bist du Schönstatt begegnet und warst fasziniert vom Denken Pater Kentenichs, der uns motiviert hat, die Welt zu verändern, den neuen Menschen zu bilden, eine neue Kultur … Er übermittelt einen lebendigen Glauben an einen Gott der Liebe. Du bildetest mit P. Benito die dritte Jugendgruppe, die Hetairos, mit denen du ein Leben lang in Freundschaft verbunden warst.

Ein  Vorbild als Familienvater und christlicher Unternehmer

Als großer Geschäftsmann schuf er zusammen mit seinem Schwager Carlos Cuevas ein Unternehmen für Metallkonstruktionen. Sie haben eine Menge Bauwerke, besonders Lagerhäuser, errichtet. Heute leiten ein Sohn und ein Neffe dass Unternehmen.

Rodrigo war ein intelligenter, tiefsinniger Mann, und ein Student der originellen Pädagogik unseres Vaters und Gründers. Auch Maní lernte Schönstatt als Jugendliche kennen, ging in die dritte Gruppe der weiblichen Jugend, „Magnanimitas“, war sehr engagiert in der Bewegung, von großem Mitgefühl und großer religiöser Festigkeit. Sie waren ein Muster-Ehepaar, apostolisch und inspirierten viele. Sie waren Leiter ihrer Gliederung, gute Lehrer … sie waren immer dabei, in jeder Initiative. Bei den Treffen sprachen sie immer von ihrer Treue zum täglichen abendlichen Rosenkranzgebet und der täglichen heiligen Messe. Sie haben sehr gelitten unter dem Tod des kleinen Rodrigo im Alter von zwei Jahren und Jahre später unter der Krankheit und dem Tod von Teresita im Alter von 33 Jahren. Sie war eine kleine Heilige. Das waren schmerzhafte Momente, aber ihr Glaube war unerschütterlich. Wir waren beeindruckt von ihrer Tapferkeit, weiter zu gehen und immer daran zu arbeiten, die Welt zu verändern.

Als sehr guter Schriftsteller voll großer sozialer Unruhe schrieb er mehrere Bücher zu den Enzykliken, die sich mit der sozialen Frage befassen. Er war die treibende Kraft für USEC (Unión de Empresarios Cristianos) [Vereinigung christlicher Unternehmer], die er zwei Perioden lang leitete, und schuf die „Unternehmens-Misiones“ mit großer Wirkung in Medien und Unternehmen.

Wir waren sehr beeindruckt von seinen menschlichen Qualitäten: seinem Mitgefühl, seiner Bescheidenheit und seiner Schlichtheit. Er war ein guter Unterhalter, heiter, interessiert an allen Themen, fleißig und immer an der Realität orientiert. Als ein sehr guter Vater war er immer besorgt um jedes seiner Kinder, suchte immer nach Möglichkeiten ihnen zu helfen und interessierte sich für ihre Probleme.

Er gehörte zum ersten Kurs des Familienbundes: „Heime des Feuers”

Seine Leidenschaft für Tennis war ein eigenes Kapitel. Er war ein großer Spieler, viele Male Sieger, versuchte immer zu spielen, bis er es wegen seiner Erkrankung nicht mehr konnte. Darüber hinaus steckte er jeden mit seinem geliebten Sport an: seine Kinder, seine Enkel und seine Freunde. So viele schöne Erinnerungen! Wir werden dich sehr vermissen!

 

Foto: Rodrigo Ossandón rechts, beim Empfang einer Auszeichnung für seine Arbeit in der USEC.

Quelle: Zeitschrift Vínculo, August 2016.

Original Spanisch: Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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