Veröffentlicht am 13. März 2016 In Schönstätter

Der Bildhauer des Vaters

DEUTSCHLAND, von Maria Fischer •

Strahlend wie ein Kind am Heiligen Abend hält er das Foto im flackernden Schein des warmen Kaminfeuers in Händen. Das Foto, das eine seiner Begegnungen mit dem Mann festhält, dessen Porträt er seit Jahren in Bronze gestaltet. „Ich habe nicht nur seine Fotos“, sagt er bedächtig, „Ich habe ihn doch selbst gesehen.“ Und dabei betont er das Wort „gesehen“ so, dass man spürt, es geht um mehr als einen flüchtigen Blick.

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Es ist ein Spätnachmittag im Frühjahr und das Ende eines langen, intensiven Gesprächs in der Burg in Engelsdorf, irgendwo zwischen dem Kraftwerk Inden und dem Heiligtum Puffendorf auf dem flachen Land (sehr Land!). Diese Burg ist seit 1989 Wohnung und Atelier des chilenischen Künstler-Ehepaares Juan und María Jesús Fernández. „Wir brauchten große Räume für die Ateliers“, sagt Juan Fernández und legt Holz auf dem Kamin nach.

Die ehemalige Wasserburg wurde 1080 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. An der Dicke der Mauern und am Burggraben, der durch den Merzbach sein Wasser erhielt, kann man noch erkennen, dass diese Burg in früherer Zeit stark befestigt war. Sie war die Stammburg der Herren von Engelsdorf. Während meine Gedanken ein wenig ins Mittelalter schweifen, wiederholt Juan Fernández: „Ich habe ihn doch selbst gesehen.“

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Er soll sichtbar sein

Seine erste Statue von Pater Kentenich – er selbst spricht von Porträt – hat Juan Fernandez zum 100. Geburtstag des Gründers der Schönstatt-Bewegung im Jahr 1985 geschaffen. Diese Statue steht heute im Foyer des Vaterhauses auf Berg Sion. Weitere Statuen stehen in Bellavista, Chile, Nueva Helvecia, Uruguay,  und vor dem Vater-Heiligtum in Florencio Varela. Ich erzähle ihm, wie die argentinische Schönstattfamilie damals zum Goldenen Jubiläum des Heiligtums (2002) diese Statue erarbeitet hatte, indem Tausende von Menschen ihren Namen auf kleinen Karten im Fundament der Statue versenkten, Ausdruck des Bündnisses mit Pater Kentenich. Er hat das nicht gewusst und ist sichtlich berührt. Es geht um Begegnung mit ihm, sagt er. Und ist wieder bei seinen Begegnungen mit Pater Kentenich aus der Zeit als Student der Schönstatt-Patres in Münster.

Viele Statuen gebe es ja heute an den Heiligtümern, bemerkt er, und das sei gut, denn „der Vater soll sichtbar sein“. Aber schön müssten sie sein, getreu, würdevoll.

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Nueva Helvecia, Uruguay

Ein Angebot

Er habe jetzt eine Möglichkeit gefunden, die Statuen zu einem wesentlich günstigeren Preis anzubieten, fast um die Hälfte billiger als früher, sagt er. Dieses Angebot möchte er auch durch uns von schoenstatt.org weltweit bekannt machen. Es geht um die Begegnung mit dem Vater und Gründer, „für alle, die ihn nicht selbst gesehen haben.“

Er überlegt auch, andere Gesten des Vaters in Statuen zu verewigen. So etwa den segnenden Vater. Der Vater mit den ausgebreiteten Händen ist angelehnt an das bekannte Foto von Pater Kentenich aus dem Jahr 1968, das ihn im Messgewand zeigt in einer Geste ehrfürchtig wartender Begrüßung: „Man kann ihm die Hand geben, aber er zwingt einen nicht“.

Eine unserer Mitarbeiterinnen träumt von einer kleinen Statue Pater Kentenichs fürs Hausheiligtum. So wie es die ja auch von Papst Franziskus und so vielen Heiligen gibt. Ich spreche Juan Fernandez darauf an. Er stutzt. Überlegt. “ Wir haben bis jetzt keine kleine Statue unseres Vaters gestaltet. Ob eine solche Darstellung sinnvoll wäre? Da müsste man sehr fein arbeiten …“.

Sein Herzensanliegen

CIMG8370Wir haben so viel von Pater Kentenich und seinen Begegnungen mit ihm gesprochen, dass es schon zu dunkel ist, um noch die Ateliers zu besuchen. Auch von seinen anderen Kunstwerken haben wir kaum geredet. Sein Herzensanliegen und sein Lebenswerk sind die Porträts von Pater Kentenich. Keine Frage. Darum betont er beim Abschied nochmals das Angebot des jetzt so viel günstigeren Preises. „In Ecuador und in Paraguay hatten sie mich vor Jahren gefragt, aber es war damals einfach zu kostspielig …“

Jetzt gibt es einen Prospekt in mehreren Sprachen (siehe unten) mit Preisen, Gestaltungsmöglichkeiten, Frachtkosten und Kontaktdaten.

„Lass mich für alles, alles herzlich danken“ steht auf der Tür des Heiligtums auf den beiden Fotos von der Begegnung zwischen Pater Kentenich und Juan Fernández. Es gibt Grund zu danken. Dafür, dass es diese „Porträts“ Pater Kentenichs gibt, die Begegnung ermöglichen. Man kann ihm die Hand geben. Er wartet, bis man so weit ist. Und wenn noch mehrere andere ihm begegnen, dann ist seine Hand ganz warm.

 

PORTRAIT P. KENTENICH – Preise, Optionen, Kontakt

Foto oben: Florencio Varela, Argentinien

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