Veröffentlicht am 24. Januar 2016 In Schönstätter

Zum Tod von Hernán Krause aus der Gründergeneration Schönstatts in Lateinamerika

CHILE, von Juan Enrique Coeymans •

Am 12. Januar ist Hernán Krause verstorben. Er war einer derjenigen, die die Gründung Schönstatts in Chile, Argentinien, Paraguay, Bolivien und Ecuador mitgetragen haben. Er war einer von denen, die die Mission des 31. Mai sehr ernst genommen haben. Er war, so möchte ich sagen, ein Apostel des 31. Mai.

Er gehörte zur ersten Gruppe, die P. Ernesto Durán im Jahr 1950 geistlich begleitete und deren Ideal das Feuer war: “Sicut Luminis sui claritatem infundet” (inspiriert von der Osterliturgie, in der es heißt: „luminis suis claritatem infundens“): „Wie das Licht seine Klarheit verbreitet“; bekannter waren sie allerdings unter dem Namen „Caballeros del Fuego“, Ritter des Feuers, eine Gruppe, aus der sich fast alle für das Priestertum im Dienste Schönstatts entschieden. Er war praktisch der einzige, der Laie blieb.

Während der 65 Jahre, die er zu Schönstatt gehörte, machte er seinem Ideal Ehre: er war Licht und Feuer, das viele Herzen entzündet hat. Österliches Licht, Christusfeuer, Marienfeuer.

Arzt der Armen

12509505_1668585686718090_3046106017238049136_nMit ihm geht eine Säule der ersten Zeiten Schönstatts in Chile und ganz Lateinamerika. Er war gottgeweihter Laie, das heißt, er hatte sich für einen zölibatären Lebensweg als Angebot an Gott entschieden, und das brachte ihn dazu, sich den Menschen in einem Apostolat des Begleitens und der menschlichen Nähe zu widmen, einem Apostolat, das sehr fruchtbar wurde. Ohne übertriebene Gefühlsäußerungen, mit Treue und Meisterhaftigkeit.

Er war Arzt, spezialisiert auf Onkologie. Für viele in Viña del Mar, wo er einen großen Teil seines Berufslebens verbrachte, war er der Arzt der Armen, denn ohne es an die große Glocke zu hängen, nahm er von den Armen kein Honorar. Wir haben das erst später von anderen erfahren, er selbst hat es nie erwähnt.

Wie viele verdanken es ihm, in seiner Begleitung und mit seinem Rat aus Schwierigkeiten herausgekommen zu sein; wie viele Unterhaltungen, in denen wir vom Aufbau einer Welt träumten, „wie dem Vater sie gefällt“, im Alltag, in der Arbeit, in den menschlichen Beziehungen, ohne schrille Töne, in der Stille von Nazareth.

Mit ihm geht einer, der Symbol ist für die Gründer Schönstatts in Chile.

„Hefte dein Herz an dieses Kapellchen, und du wirst das Geheimnis Schönstatts verstehen“

Er, der immer ein brennendes Feuer war, das die Herzen der anderen entzündete, erlebte in seinen letzten Lebensjahren das Kreuz einer tiefen Depression und dann einige Wochen qualvollen Sterbens.

Jetzt wird er uns vom Himmel aus weiter helfen, ohne die Stille und die Ängste seiner letzten Zeit, in der Freude, im ewigen Schönstatt zu sein, in der Nähe des Dreifaltigen Gottes und Marias, seiner geliebten Mutter, unseres Gründers, des Dieners Gottes Pater Josef Kentenich und all seiner Lieben und seiner Schönstattfreunde, denen er so viel geholfen hat und die schon von uns gegangen sind. Dort wird er mit dem verklärtem und leuchtenden Antlitz derer, die geräuschlos, in demütigem Dienst an den anderen in die Freude des Herrn eintreten, Fürbitte einlegen für uns, die wir bleiben, damit wir uns eines Tages im Herzen Gottes, das reine Liebe und Barmherzigkeit ist, wieder begegnen.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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