Veröffentlicht am 2014-03-24 In Schönstätter

Aber immer wieder hochkommen, wenn man gefallen ist, ist ja auch schon was

DEUTSCHLAND, mda. Am Bündnistag im Monat März des Jubiläumsjahres 2014 ist Pfr. Karl-Heinz Mengedodt, Mitglied des Säkularinstituts der Schönstatt-Diözesanpriester, in Borken heimgerufen worden; die Beisetzung  fand am Samstag, 22. März 2014, am Ort seines langjährigen Wirkens statt – in der Klosterkirche des Collegium Augustinianum Gaesdonck. Pfarrer Karl-Heinz Mengedoth, geboren 1946, war erster Rektor des Priesterhauses Berg Moriah, wirkte als Pfarrer in Emmerich und Wesel und als Präses und Internatsleiter am Collegium Augustinianum in Goch.

Auf seiner Todesanzeige erzählt ein Text aus dem Jahr 2010, als seine Krebserkrankung schon weit fortgeschritten war, viel von ihm und von seinem Weg im Liebesbündnis:

Mein Persönliches Ideal,

also, was ich von mir selbst
entdecke,
wer ich nach Gottes Willen sein darf
und wofür ich leben will
hat mir Pater Josef Kentenich
1966 aufgeschrieben:

„Ascende superius!“

Steige hinauf.
Er kannte mich kaum,
aber er durchschaute mich. –
Ganz hoch
bin ich nicht gekommen.
Aber immer wieder
hochkommen,
wenn man gefallen ist,
ist ja auch schon was.
Und ein paar Jahre
habe ich noch – Zeit.

Einander und dem Vater Consors, Gefährten, sein

 

Sein Kursbruder Mons. Dr. Peter Wolf, Generalrektor des Instituts, schreibt über ihn (Quelle: www.moriah.de).

Karl-Heinz habe ich durch den Marienbruder Johannes Blank kennen gelernt, als es in Cambrai um die Aufstellung der Weltkugel im Feuerbecken ging. Es war ein kleiner Kreis, der sich Freunde Englings (F.E.) nannte und zu dem auch Rainer Birkenmaier gehörte. Wir hatten einen regen Briefaustausch und trafen uns gelegentlich in Schönstatt und in Cambrai. Ein intensiveres Miteinander entwickelte sich, als einer nach dem anderen von uns sich für den Priesterberuf entschied und im Laufe des Studiums für unseren Priesterverband. Am Tag der Beerdigung unseres Vaters und Gründers begannen wir die Kandidatur im Verband und sind seither Kursbrüder. Wir begeisterten uns für das Ideal: einander und unserem Vater Consors zu werden. Karl-Heinz verlegte seine Studien nach Freiburg, wo die Wohngemeinschaft Carl-Kistner-Straße entstand und manches Leben sich entwickeln konnte. Karl-Heinz beteiligte sich am Mariologischen Seminar mit Robert Zollitsch und gehört zu den Mitgründern des Josef-Kentenich-Institutes (JKI) , dessen erster Präsident er war. Er hat damals den Druck der ersten Veröffentlichung (Maria, der neue Mensch in Christus) vorangetrieben, der später viele weitere folgen sollten. Nach seinem Diplom an der Freiburger Uni war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Christliche Gesellschaftslehre bei Professor Henning.

Bei der Einweihung des Moriah-Heiligtums (1976) pflanzten wir vom Consors-Patris-Kurs miteinander einen wilden Weinstock auf der linken Seite des Heiligtums und wollten uns verantwortlich wissen für unsere Priestergemeinschaft auf Berg Moriah. Für Karl-Heinz sollte dies bald nach seiner Priesterweihe sehr konkret werden in der Übernahme der Verantwortung als erster Rektor unseres Hauses. Er hat unser Vaterhaus entscheidend mitgeprägt. Ich habe ihm bei meinem letzten Besuch dafür bewusst gedankt. In der Zeit seiner Präsenz hier auf Berg Moriah hat er auch mitgewirkt in der Begleitung jüngerer Kurse, besonders unseres Prophetenkurses. Er hat viele Besuche gemacht bei unseren polnischen Mitbrüdern und hat in Nigeria eine über Jahre lebendige Arbeit mit Seminaristen auf den Weg gebracht.

Seine Priesterweihe fand am 16.5.1978 im Dom von Münster statt. Seine erste Stelle als Kaplan war in Wesel. Dann folgte die Zeit in unserem Vaterhaus. Danach war er Pfarrer und Dechant in Emmerich am Niederrhein. Schließlich wurde er von seinem Heimatbischof berufen, das weit über die Diözese Münster hinaus bekannte Internat Gaesdonk zu leiten, was er mit großem Einsatz über elf Jahre getan hat. Als Kurs haben wir ihn auch dort besucht und dort unsere Treffen gehalten. Die Herausforderung, einander Consors zu sein, wurde noch stärker, als am Ende dieser Zeit eine Krise stand.

Nach ihrer Bewältigung auch durch therapeutische Hilfe vertraute ihm sein Bischof eine große Pfarrei in Wesel an und bestellt ihn zum Kreisdechanten. In den folgenden Jahren traten bei Karl-Heinz ernste gesundheitlich Probleme auf. Sein oft schon früher bemerktes Räuspern zeigte sich als sehr ernster Kehlkopfkrebs. Er entschied sich gegen eine Operation und für Bestrahlung und Chemotherapie, weil er seine Stimme nicht verlieren wollte. Bestrahlung und Chemotherapie brachten zwar Erfolge, aber auch viele Nebenwirkungen und Belastungen, die sein Wirken in der Öffentlichkeit mehr und mehr beeinträchtigten und einschränkten. In seinem Einsatzwillen verlagerte er sich noch mehr auf das Schreiben von Artikeln und Gedichten. Über viele Jahre schrieb Karl-Heinz für Basis und wurde ein gefragter Autor im Patris-Verlag.

Die letzten drei Jahre verbrachte Karl-Heinz in Borken, wo er gelegentlich in der Seelsorge mithalf, aber immer mehr durch seine Krankheit eingeschränkt wurde. Doch der Krebs sollte in seinem Leben noch eine größere Rolle spielen. Nach der Schwächung durch die lange Therapie folgten Darmkrebs und zuletzt eine Geschwulst im Hals, die ihm das Essen und das Sprechen am Ende ganz unmöglich machten.

Am 18. März 2014 ist Karl-Heinz an einem Bündnistag des Jubiläumsjahres im Marien-Hospital von Borken gestorben. Unser Mitbruder Franz Heister konnte in dieser Stunde bei ihm sein. Ich konnte ihn drei Tage davor noch besuchen, um ihm zu danken für alles, was er für unseren Kurs, für Moriah, unsere Priestergemeinschaft und darüber hinaus für die Schönstattfamilie und Belmonte getan hat. Möge der Herr ihm alles vergelten und fruchtbar werden lassen, wofür er gelebt und sich eingesetzt hat.

Dr. Peter Wolf

1 Responses

  1. Karl Graml sagt:

    Grüß Gott,
    zuerst einen herzlichen Gruß aus Bayern, genauer aus Ingolstadt (in unserem Münster ist das Bild der „Dreimal Wunderbaren Mutter“). Diese Seite mit dem Nachruf für Karl-Heinz Mengedodt hat mich sehr aufgewühlt. Ich habe Karl-Heinz im Canisiuskonvik in Ingolstadt kennengelernt. Ich war damals 2. Direktor in diesem Internat. Er war ein feiner, guter Mitarbeiter. Wir wurden bald Freunde. Im Canisiushof mit seinem Heiligtum der „Dreimal wunderbaren Mutter“ verbrachten wir gerne viel Zeit mit unseren Schülern. Leider haben wir uns nach seiner Zeit in Ingolstadt aus den Augen verloren. Jetzt bei der Beerdigung von Pfarrer Otto Maurer erinnerten wir uns an Karl-Heinz. Wir, das sind Freunde und ich wollten wieder Kontakt aufnehmen und die Freundschaft von Früher wieder aufleben lassen. Und nun erhalte ich diese traurige Botschaft. Danke
    Der Herr schenke ihm ewigen Frieden, RIP.
    NB. Mein Großonkel ist P. Franz-Xaver Salzhuber; Der Onkel meiner Mutter.

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