Veröffentlicht am 12. Dezember 2014 In Jubiläum 2014

Schönstattbewegung in einer Feierstunde im Abgeordnetenhaus geehrt

BRASILIEN, Cássio Leal. Am 27. November fand im Abgeordnetenhaus in Brasilia eine Feierstunde zu Ehren des 100jährigen Jubiläums der Schönstatt-Bewegung statt. Daran nahmen auch Bischof Fernando José Monteiro, Erzbischof der Militär-Erzdiözese, Pater Alexandre Awi, Bewegungsleiter von Brasilien, Sr. M. Clades Schwengber, Provinzoberin des Instituts der Marienschwestern, Paulo Pimenta, Abgeordneter vom Staat Rio Grande do Sul (PT-RS), sowie weitere Parlamentarier und Mitglieder der Bewegung aus verschiedenen Teilen Brasiliens teil.

Die Feierstunde fand zu Ehren des 100jährigen Bestehens der Schönstattbewegung statt. Es waren auch mehrere katholische Abgeordnete anwesend (die für die Durchführung dieser Sitzung verantwortlich waren) und viele Pilger aus der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, die aus mehreren brasilianischen Staaten angereist waren, sowie Vertreter der Schönstattfamilie von Brasilia, wo es auch ein Heiligtum gibt.

Paulo Pimenta und Luiz Carlos Hauly (von zwei unterschiedlichen Parteien, eine an der Regierung, eine in der Opposition) waren die Hauptverantwortlichen für diese historische Sitzung. Sie wurde von dem Abgeordneten Mauro Benevides geleitet. Die Abgeordneten betonten die Bedeutung der Apostolischen Schönstatt-Bewegung für Brasilien und ihre Leistung in den brasilianischen Staaten.

Die Bewegung gewinnt in Brasilien an Bekanntheit und Beliebtheit durch die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter. Und diese feierliche Sitzung war eine weitere Möglichkeit, das hundertjährige Jubiläum und die historischen Anfänge in Deutschland im Jahr 1914 zu würdigen. Sie war auch eine Form der Anerkennung und Dankbarkeit der brasilianischen Regierung gegenüber der Bewegung durch das Abgeordnetenhaus, das “Haus des Volkes und aller Brasilianer“.

Die Geschichte von João Luiz Pozzobon

Die Vorstandsrunde dieser Sitzung bildeten der brasilianische Militär-Erzbischof Fernando José Monteiro Guimarães, der Bewegungsleiter der brasilianischen Schönstattbewegung, P. Alexandre Awi Mello, die Provinzoberin der Marienschwestern von der Taborprovinz, Sr. M. Clades Schwengber, der Oberkommandant der brasilianischen Streitkräfte, General José Carlos de Nardi, sowie Sr. M. Dionéia Lawand. Die Abgeordneten Mauro Benevides, Luiz Carlos Hauly und Paulo Pimenta wechselten sich in der Leitung der Feierstunde ab.

Der Abgeordnete Hauly erinnerte an die Lebensgeschichte von João Luiz Pozzobon, der die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt begonnen hat. Er sprach auch über Aktionen der Bewegung in ihren unterschiedlichen Gliederungen und deren apostolischen Einsätze, wies auch auf die Arbeit der Bewegung in seiner Heimatstadt Londrina/PR hin. “Herzlichen Glückwunsch an alle, die zu dieser Bewegung gehören und dazu beitragen, ein wenig mehr Licht in die Welt zu bringen”, sagte der Abgeordnete und schloss mit der Einladung an alle, ein Ave Maria zu beten.

Paulo Pimenta griff die Schönstattgeschichte in Brasilien auf mit dem Schwerpunkt seiner brasilianischen Heimatstadt Santa Maria/RS. Er sprach ebenfalls über João Pozzobon: “Er war ein Werktagsheiliger, der alle Tage seines Lebens einsetzte, damit die Gottesmutter noch mehr bekannt und geliebt wird. Herzlichen Glückwunsch an die Schönstattfamilie. Möge die Gottesmutter euch beschützen und segnen.”

Wir möchten eine Bündniskultur, eine Kultur der Begegnung schaffen, wie es Papst Franziskus ausdrückt

P. Alexandre Awi wies darauf hin, dass der Gottesmutter die größte Ehre gebührt: “Ich glaube, die symbolische Bedeutung dieses Augenblicks ist, dass Maria mehr in den Herzen derer anwesend sein will, die über unser Volk entscheiden. Als Schönstattbewegung möchten wir eine Bündniskultur, eine Kultur der Begegnung schaffen, wie es Papst Franziskus sagt. Verschiedene (politische) Parteien haben diese Initiative ergriffen, und die wichtigsten Parteien vertreten die Sehnsucht des brasilianischen Volkes. Wie der Papst sagt: ‘Wir sind keine Waisen, wir haben eine Mutter’. Sie wandert durch Brasilien, ist in den Herzen der Brasilianer und wünscht, dass Jesus der König Brasiliens werde. Das ist es, was dieser Augenblick für uns bedeutet.”

Der Bewegungsleiter sagte noch: „Maria hat kein Interesse daran, Ehrenbezeugungen entgegen zu nehmen, aber wir möchten ihr danken. Wenn wir über Politik reden, haben wir Befürchtungen; aber wir sind gut geführt, denn Maria ist hier und regiert an diesem Ort.”

Die Band `Sol em Deus´, die ebenfalls bei der Feier zugegen war, sang Lieder der Bewegung, darunter das Jubiläumslied.

Verdiente Anerkennung

In einem Presse-Interview sagte P. Alexandre Awi, diese Würdigung sei als eine gerechtfertigte Anerkennung zu sehen, wenn man in Anbetracht ziehe, dass ungefähr zweihunderttausend Bilder der Pilgernden Gottesmutter allein in Brasilien wandern, Tausende von Männern in etlichen brasilianischen Städten am Männerrosenkranz teilnehmen, und es eine große Zahl von Mitgliedern in den verschiedenen Gliederungen der Bewegung gebe – ganz abgesehen vom religiösen und geistlichen Beitrag Schönstatts für die brasilianische Gesellschaft.

Eine bedeutende Anzahl von Menschen steht in Kontakt mit der Gottesmutter von Schönstatt. Die Religiosität des katholischen Volkes drückt sich auch in unserer Bewegung aus, die nicht nur den religiösen Bereich umfasst, sondern auch soziale Aktivitäten verwirklicht. Es ist ein Gewinn für unser Land, dass die Menschen Glauben haben, dass die Menschen eine starke Religiosität pflegen. Brasilien ist eindeutig ein katholisches, ein marianisches Land. Auf diesem Hintergrund ist diese Ehrung eine Anerkennung”, betonte P. Alexandre.

Original: Portugiesisch. Übersetzung: Mechthild Jahn und Renate Dekker, Florianópolis, Brasilien/Ursula Sudarp, Dinslaken, Deutschland