Veröffentlicht am 2014-11-02 In Jubiläum 2014

„Der erste Tag vom Rest meines Lebens”

CHILE, Carmen M. Rogers. Vor kurzem dachte ich, der 18. Oktober 2014 sei der wichtigste Tag in meinem Leben. Aber nein, DAS IST HEUTE!! Heute, am 19. Oktober, erwache ich am ersten Tag vom Rest meines Lebens, dem ersten Tag von meinem zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses, dem Jahrhundert der „Bündniskultur“, dem Jahrhundert des „Verheiligtumens“ meines Volkes, meiner Nation, meiner Kirche und meiner Welt.

Am Morgen des 18. kam ich zuerst im Coenaculum-Heiligtum Providencia an, und die Gottesmutter war nicht zu Hause. Das fühlte sich so leer an, Herr! Dann schickte man mich in ein Klassenzimmer der Marienschule, um zu einem virtuellen Flug zum Urheiligtum an Bord zu gehen.

An den “Eingängen des Flughafens” gab es keine Kontrollen oder Zölle, sondern stattdessen Lächeln, Umarmungen und Geschenke, viele Geschenke. Zusammen mit dem „Flug-Ticket“ mit seinem einzigen Ziel bekam ich einen Missions-Rosenkranz und vor allem die Freude der Wiederbegegnung im Liebesbündnis.

In dieser bereichernden und familiären Atmosphäre nahmen wir Kontakt mit Deutschland auf, und wir erlebten die Heimkehr der Gottesmutter in ihr Heiligtum. Überflüssig zu sagen, dass jedes Mal, wenn ein vertrautes Gesicht oder eine chilenische Flagge auf dem Bildschirm erschien (und es gab viele), Beifall und Rufe laut wurden. Alle sangen die wohlbekannten Lieder laut mit. Auch die Älteren wirkten wie Kinder, weil wir uns alle so glücklich fühlten, mit dem Glück, das einem lebendigen Bündnis entspringt.

Während wir noch diese Erfahrung genossen haben, machten wir uns davon, um nach Bellavista zu gehen und dort am Nachmittags-Programm teilzunehmen. Auf diese Weise haben wir die bereichernde Begegnung während der Mittagspause verpasst – wo immer sie stattfand -, aber der Tag hat sich gelohnt.

In Bellavista

Mit der Absicht, die Feier voll mitzuerleben und diesen großen Tag mit mehr Mitgliedern der Familie zu teilen, brachen wir in Richtung Bellavista auf, von wo wir dann praktisch sofort wieder aufbrachen, um die Gottesmutter durch die Straßen von La Florida zur Gemeinde St. Vincent von Paul zu begleiten, wo der Pfarrer, P. Francisco Javier Manterola (ein Marien-Anhänger und viele Jahre der Älteste der Bruderschaft der ‚Virgin del Carmen‘), und der Bürgermeister der Gemeinde die Königin begrüßten. Sie kam an, voran die Polizei-Militärkapelle, Banner der Gliederungen, Delegationen anderer Gemeinschaften und Regionen und eine Prozession, die mit jedem Meter an Zahl und Begeisterung wuchs, ungeachtet der drohenden Regentropfen, die von Zeit zu Zeit fielen.

Die Menge war riesig groß rund um das Heiligtum um fünf Uhr am Nachmittag, als die Gottesmutter erschien, fast auf demselben Weg, auf dem sie an dem 20. Mai 1949 gekommen war, als sie zum ersten Mal in ihr Haus kam. Fast so wie damals.

Fast. Denn an diesem 18. Oktober kam SIE, umgeben von einer Vielzahl lärmender Kinder mit kleinen Papierfahnen, durch gepflasterte Straßen, und sie wurde aus den umliegenden Häusern gegrüßt, wie die Königin – die sie ist – , die ihr Land bereist und die Herzen erobert.

“Dies ist ein heiliger Ort…”

Ich möchte die Erzählung an dieser Stelle einem anderen “Chronisten” übergeben, denn er beschreibt die Atmosphäre dieses Nachmittags genau:

Da ist etwas wie Heimat in der Luft heute Abend. Es mag uns sogar scheinen, als ob Engel in unserer Mitte wären, die uns zurufen: „Zieht eure Schuhe aus, denn der Ort, wo ihr steht, ist heiliges Land.“ (Ex.3,5)

„Ja, es ist heilig, und es möchte heiliger werden – heiliges Land. Heiliges Land, denn die Gottesmutter hat diesen kleinen Ort für sich erwählt, heiliges Land, weil es dieses kleine Stückchen Erde ist, wo Heilige kanonisiert und Unheilige heil werden dürfen, wachsen und fruchtbar werden für kommende Jahre und Jahrzehnte und Jahrhunderte; und schließlich heiliges Land, wo heilige, d.h. heiligende Aufgaben auf schwache menschliche Schultern gelegt werden.“(Pater Jonathan Niehaus, Der 31. Mai, Der dritte Meilenstein, S.4 – P. JK, Vortrag vom 31. Mai 1949).

Pater Andrés Larraín sprach in seiner Predigt über diese “Mitverantwortung” für die Initiativen der Gottesmutter und die schlichte Treue und erwähnte die technischen Probleme mit der Großleinwand am Morgen bei der Liveübertragung; die Familie von Bellavista hatte nicht gezögert, alle ihre Schwächen in den Dienst an der Feier zu stellen, und schließlich brachten sie mit den Smartphones die Übertragung ans Laufen!

Neue Gesichter, bekannte Gesichter, junge Gesichter oder schon ältere, alle hatten etwas gemeinsam: eine tiefe Freude, geboren aus der größten Tiefe. Und auch eine Gewissheit:

Die Feier ist nicht zu Ende: die Feier fängt erst an!

Die Gottesmutter hat dich und mich erwählt, denen dieser Augenblick zu leben gegeben ist, um die Sendung Pater Kentenichs in das zweite Jahrhundert zu bringen. Wer könnte das Licht besser ausstrahlen, das in jedem Herzen entzündet ist?

Ja, du und ich tragen die Fackel. Lasst uns auf unseren Papst Franziskus hören, und lasst uns heute gehen, hier und jetzt „Lärm machen“. Darum sind wir Gründer. Dafür sind wir wiedergeboren. Darum ist dies “der erste Tag…”


Original: Spanisch – Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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