P. Antonio Cosp

Veröffentlicht am 2022-03-12 In Erinnerung an P. Antonio Cosp, Leben im Bündnis

Persönliche Erinnerungen an Pater Antonio

P. Juan Pablo Catoggio – Generaloberer der Schönstatt-Patres •

Ich lernte Pater Antonio kennen, als er noch Diakon in der Pfarrei La Merced in La Plata war; ich war in meinem letzten Schuljahr und kannte Schönstatt noch nicht. Schon bald lud er mich zu meinem ersten Zeltlager der Mannesjugend ein – in Rio de los Sauces im Januar 1972, wo er mich bat, einen Vortrag vorzubereiten. Das Thema: Was ist ein Schönstattleiter? Er half mir bei der Vorbereitung des Vortrags und gab mir dafür die Dritte Gründungsurkunde, in der Pater Kentenich darüber spricht. —

Andere wachsen lassen

Ich erinnere mich sehr gut daran. Diese Geschichte spiegelt für mich viele Züge von Pater Antonio wider. Er war ein Meister des „emporbildenden Zuhörens“, wie Pater Kentenich es nennt. Wenn man mit ihm spricht, fühlt man sich wichtig, anerkannt, ernst genommen, „emporgebildet“. Immer positiv, unverbesserlich optimistisch, ganz „fantastisch“, wie er so oft zu sagen pflegte. Wir scherzten, als er die Statistiken der Bewegung präsentierte und von den “ starken Zahlen“ sprach. Aber es war keine Form der „captatio benevolentiae“, es war eine aufrichtige Überzeugung. Er glaubte an jeden, an das Gute in jedem, daran, wie viel jeder geben kann. Deshalb wusste er, wie man andere „fördert“, wie man andere wachsen lässt. So hat er Autorität verstanden, gelehrt und ausgeübt: um andere wachsen zu lassen. Deshalb war er auch ein Genie darin, Aufgaben zu „delegieren“ und viele dadurch wachsen zu lassen. Wie oft neckten wir ihn: nannten ihn den „delegierenden Delegante“, oder „den dünnen Delegierten, der delegiert“ – ein Wortspiel im Spanischen, wo „delgado“ dünn und „delegado“ Delegat bedeutet. Mehr brauche ich nicht hinzuzufügen, aber ich kann sagen, dass ich aus meiner eigenen Erfahrung spreche. Ich habe Pater Antonio viel zu verdanken. Ein Motto unserer Vaterregion hat vor Jahren diesen Charakterzug von Pater Antonio sehr gut ausgedrückt: „Vater der Väter“.

Schönstatt war seine Leidenschaft, seine Lebensaufgabe

Damit verbunden ist eine große Mission und ein Gründungsbewusstsein. Schönstatt war seine Leidenschaft, seine Lebensaufgabe. Er hatte eine klare Vision und Strategie. Er wusste, was er wollte und wie er es konsequent erreichen konnte. Er verstand es, Führungspersönlichkeiten zu entdecken, sie zu fördern, sie zu „ermächtigen“, ihre Projekte zu fördern und sie zu unterstützen. Auf diese Weise war er ein Schlüsselinstrument bei der Bildung von Führungsgemeinschaften, vor allem von Familien- und Mütterbund. Aber es hatte auch eine große Bedeutung für eine umfassende Seelsorge. Alles, was Pater Esteban Uriburu für die Rosenkranzkampagne und die Pilgernde Gottesmutter getan hat, wäre nicht möglich gewesen, wenn Pater Antonio nicht hinter ihm gestanden hätte. Die Liebe zur Gottesmutter und die Vision einer Heiligtumspastoral haben ihn in seinen Entscheidungen stets bestärkt. Tuparenda war die Verwirklichung seiner Träume. Mit dieser weitreichenden Vision war er mutig und entwickelte neue Initiativen, wie die Pastoral der Hoffnung oder den Rosenkranz der Männer.

Die Heilige Schrift

Zum Schluss möchte ich noch einen intimeren Aspekt seines Innenlebens beleuchten, soweit es uns erlaubt ist, in sein Geheimnis einzudringen. Wie ein guter Verbum Patris – sein Kursideal – las Pater Antonio gerne die Heilige Schrift, insbesondere die Briefe des Heiligen Paulus. Er las die Heilige Schrift, arbeitete an exegetischen Kommentaren, markierte die Bücher und machte sich Notizen. Das Gleiche tat er mit den Schriften Pater Kentenichs, die er eingehend bearbeitete. Ich erinnere mich besonders daran, wie er oft und leidenschaftlich die Worte Jesu kommentierte: „Vater, Herr des Himmels und der Erde, ich danke dir, dass du dies alles den Weisen und Gelehrten verborgen und den Einfältigen offenbart hast“ Mt 11:25f. Ich denke, er hat sich persönlich identifiziert, als er das Zeugnis des heiligen Paulus kommentierte: „Christus ist es, der in mir lebt“ (Gal 2:20).

Vom Himmel aus wird er weiterhin für dieselben Ideale kämpfen und sich für uns einsetzen. Heute wird er im Himmel verkünden können, was er auf der Erde so oft verkündet hat: „Das Leben ist ein Fest!“


Quelle: www.schoenstatt.org.ar, mit Genehmigung

Original: Spanisch, 11.03.2022. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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