18 de octubre en Tuparenda

Veröffentlicht am 2021-10-25 In Leben im Bündnis

Ein ganz anderer 18. Oktober in Tupãrenda

PARAGUAY, Maria Fischer •

Am 18. Oktober waren etwas mehr als eintausend Pilger in Tupãrenda. Der 18. Oktober im Nationalheiligtum von Paraguay ist Legende, mit abertausenden von Menschen. Aber die Pandemie hat alles verändert. Letztes Jahr gab es nur eine virtuelle Feier. Aufgrund der sanitären Einschränkungen, die den massenhaften Besuch der Gläubigen in Tupãrenda verhindern, nahmen an diesem 18. Oktober jeweils 400 Personen an den vier Messen teil, die im Lauf des Tages in der Kirche Santa María de la Trinidad gefeiert wurden.

Auf diese Weise wurde der 40. Jahrestag der Einweihung des Heiligtums gefeiert. Das Motto der diesjährigen Feier lautet: „Vom Heiligtum aus die Nation Gottes schmieden“, und die Messen wurden von Bischof Joaquin Robledo von San Lorenzo, Pater Pedro Kühlcke, Pater Oscar Saldivar und Pater Martin Gomez Asencio gefeiert.

Die zweite Messe war besonders der Jugend gewidmet. Den Vorsitz führte Pater Pedro Kühlcke, Kaplan des Jugendgefängnisses Itauguá und Leiter des Hauses für persönliche und berufliche Wiedereingliederung „Casa Madre de Tupãrenda“, das sich auf demselben Gelände befindet und in dem haftentlassene Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren untergebracht sind. In dieser Einrichtung lernen die jungen Menschen neun Monate lang, ihre Lebensqualität zu verbessern und Arbeiten in den Bereichen soziale Kompetenz, Gartenbau, industrielle Schneiderei und Bäckerei zu erlernen.

Soziale Projektion des Liebesbündnisses

Während der Predigt sagte Pater Pedro, dass „die Jugend als die Zukunft einer Nation umsorgt und mit hohen moralischen Werten und Prinzipien gemäß dem Wort Gottes erzogen werden muss. Nur auf diese Weise wird es möglich sein, Gewalt, Korruption und die Übel, die unsere Gesellschaft heute heimsuchen, zu beseitigen, denn die jungen Menschen sind die Zukunft.

Wir wollen, dass Paraguay mehr und mehr zu einer „Nation Gottes“ wird. Wenn wir uns die Realität in Paraguay anschauen, sehen wir einige Zeichen der Hoffnung. Bei der letzten Kampagne für die Kommunalwahlen zum Beispiel habe ich mich gefreut, viele neue Gesichter zu sehen, viele engagierte Menschen, die sich wirklich für dieses neue Paraguay einsetzen wollten und einsetzen wollen. Die Frage der nicht gesperrten Listen, ein Symbol für mehr Demokratie, für mehr Macht für das Volk. In einigen Städten gab es sehr positive Veränderungen“, sagte er.

Aber er erwähnte auch die andere Realität, die negative, und sagte, dass unsere politischen Kampagnen immer schmutzig waren, aber diese letzte bestürzte ihn, weil sie nicht nur schmutzig, sondern auch blutig war. „In den 16 Jahren, die ich auf diesem gesegneten Boden lebe, habe ich noch nie erlebt, dass sie buchstäblich bis zum Tod um die Macht kämpfen, dass Kandidaten getötet werden. Daran kann ich mich nicht erinnern. Es ist immer schmutziges Geld geflossen, doch jetzt ist auch Blut geflossen“, sagte er.

Er sagte auch, dass es „sehr weh tut“, zu sehen, dass korrupte Leute wieder gewählt werden, als ob nichts geschehen wäre, und fragte: „Woher kommt all das Geld, das für die Bezahlung von Wahlen verwendet wird? Wer zahlt, um zu gewinnen, stiehlt, um fortzufahren… oder so ähnlich lautet ein Sprichwort, das oft kursiert. Koa piko ñande paraguái jaipotáva? Oder wollen wir eine Nation Gottes?“, fragte er.

Dann verwies er auf die Art und Weise, in der viele Behörden Macht und Politik sehen. „Wir kennen mehrere Leute, die glauben, dass sie die Eigentümer von Paraguay sind, die glauben, dass Paraguay ihr Privateigentum ist. Dieser Kampf um die Macht hat etwas sehr Menschliches, um an der Spitze zu stehen, um die Macht zu haben, aber auch etwas sehr Dämonisches, denn Macht verdirbt, und absolute Macht ist absolut, wie ein Philosoph zu sagen pflegte“, sagte er.

P. Kühlcke erinnerte die Gläubigen daran, dass für Jesus Macht gleich Dienst ist, der Erste gleich der Letzte und alles andere vom Teufel kommt.

Große Medienaufmerksamkeit

Wie jedes Jahr waren die Medien mit Interviews und Berichten vor und nach dem 18. Oktober in der nationalen Presse sowie in verschiedenen Radio- und Fernsehsendern sehr aktiv.

Obwohl es ein seltsames Gefühl ist, das große Gelände des Heiligtums von Tupãrenda am 18. Oktober fast leer zu sehen, gibt diese „Feier im Modus Covid-19“ Hoffnung. Die Pilger kamen zurück, noch nicht in großer Zahl, aber sie kamen zurück. Und die Tatsache, dass die Medien die soziale Dimension des Liebesbündnisses, insbesondere durch die Predigt von Pater Pedro, hervorgehoben haben, ist ein noch größeres Zeichen der Hoffnung.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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