Namenstag

Veröffentlicht am 2021-09-14 In Leben im Bündnis

Wenn Jesus Maria zum Namenstag gratuliert

3MG, Maria Fischer •

12. September, Fest Maria Namen. Lange Jahre hindurch haben Maria Tedeschi (+ 2016) und ich uns voller Freude an diesem Tag gegenseitig gratuliert, stolz darauf, beide unseren Namenstag an diesem Tag zu feiern, den sonst kaum jemand im Blick hat. Mit etwas Wehmut denke ich an diesem 12. September an diese schönen Momente, während ich meinen allsonntäglichen Besuch im Pflegeheim mache. —

Ich weiß seinen richtigen Namen nicht. Untereinander nennen wir ihn „Jesus“ wegen seiner wallenden schneeweißen Haare und seiner Gesten, die etwas von Segen haben. Er sitzt auch jetzt schweigend wie immer in seinem Rollstuhl im Speisesaal der Wohngruppe, grüßt wie immer mit einer feinen Geste …

Mit ein paar flotten Sprüchen verabschiede ich mich. Wie immer, um vom oft so hemmungslosen Kummer beim Weggehen abzulenken. Wie immer grüße und erzähle ich in die Runde der Bewohner hinein, und dabei fällt auch ein Satz zu meinem Namenstag. „Maria?“, fragt eine der Bewohnerinnen. „Heißen Sie Maria?“ Ja, antworte ich. „Herzlichen Glückwunsch! Ich hab die Muttergottes sehr gern.“

Wie auf ein Stichwort hin setzt „Jesus“ sich in Bewegung, rollt im Rollstuhl um den Tisch, streckt seine Hand aus. „Er will Ihnen gratulieren“, sagt die Bewohnerin, die die Muttergottes gern hat.

Es fällt kein Wort. „Jesus“ ergreift fest meine Hand, ganz fest, schaut mich an, drückt meine Hand noch einmal. Ein Augenblick nur, wortlos, einfach, berührend.

Jesus hat Maria zum Namenstag gratuliert.

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